Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 21 (1857)
- Issue
- Heft 4 (19.1.1857)
- Date
- 1857-01-19
- Page
- Seite 52 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/3224737-3226039-3226044--15867-3244685- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
52 Pensionat in Leipzig. Söhne israelitischer Eltern, welche die hiesige Handelsschule oder sonstige Lehranstalt besuchen sollen, finden in einer achtbaren Familie liebevolle Aufnahme und gute Verpflegung. Wegen des Näheren beliebe man sich an Herrn Br« Jellinek, Prediger der israelitischen Gemeinde in Leipzig zu wenden. Ein mit guten Vorkenntniffen versehener Lehrling findet in meinem des Samstags und Feiertage geschlvstenkn Material-, Farb(.- und Colonialwaaren, mit einer Fabrik verbundenen Geschäfte, unter günstir gen Bedingungen Engagement, und ist dem jungen Manne hier Gelegenheit geboten, sich sowohl praktisch als theoretisch auszubilden. Offerten wolle man franco an mich gelangen lassen. Butzbach (Großherzogth. Hessen), 15. Januar 1857. ' '_ Moses Mayer. Zum sofortigen Antritt suche ich für mein Geschäft einen Lehrling aus guter Familie und der nicht zu klein. Selbstgeschriebene Offerten erbitte franco. Magdeburg. M. A. Hildesheimer. Einen Knaben, Sohn von ordentlichen jüdischen Eltern, wünscht unter soliden Bedingungen in die Lehre zu nehmen H. Hirsch, Buchbindermstr. Magdeburg, Kl. Storchstraße Nr. 3. GÄn einer nicht unbedeutenden Landstadt, in der Nähe der westphälischen Eisenbahn, ist eine vollständig eingerichtete Gerberei mit Wohnung und Gärten, verbunden mit einer rentablen Lederhandlung, untersehrvortheilhaften Bedingungen zu verkaufen oder zu verpachten. Reflectanten wollen sich recht bald in portofreien Briefen an die Erped. dieses Blattes unter Chiffre B. ©. wenden. Ein israelitisches Mädchen von guter Familie, welche in der Haushaltung so wie im Nähen und sonstigen Handarbeiten erfahren, sucht Familienverhältnisse wegen in einem anständigen Hause eine Stelle als Haushälterin und kann auf Verlangen gleich eintreten. Franco-Offenen werden bei Herrn I. S. Wetzlar für Fräul. Pauline Warendorff in Bonn entgegen genommen. Sntem nnov Chants religieux des israelites. Dritter und letzter Band. Von S. Ntaumbourg, Cantor am Consistorial-Tempel zu Paris. Dieser Band enthält nebst 40 Original-Compositionen des Herausgebers und einem neuen, vollständigen Cyclus für Sabbath, auch den 100. Psalm von F. Halevy und den 150. von 9t. Alkan, wie die Ritualgesänge für Chanuka, Purim und Lische beab. Ferner ist hier eine große Auswahl von Hochzeits- und Casualgeiangen. Die meisten Stücke find mit Orgel- oder Clavierbegleittmg (ad libitum). ' Großes Partitur-Format. 132 Seiten. Preis 7 Thlr. Zu haben beim Herausgeber, Paris, rue Venäome 13., mit einem Mandat per Post. N-ra’Vi tnbinstb irnjab «an rirnrßb fcpfjö Unsere nicht sehr bedeutende Gemeinde wurde in letzterer Zeit von harten Schlägen des Schicksals heimgesucht) in wenigen Wochen entriß uns der Tod mehrere würdige, wenn auch bejahrte Mitglieder, und kaum war noch die Wunde vernarbt, die uns durch den Tod des um Schul - und Gemeindewesen verdienten MichaelHochsinger geschlagen wurde, noch herrschte allgemeine Trauer über das Hinscheiden dieserStützederArmen, dieses edlen Wohlthäters, so mußten wir schon wieder unfern allgemein geliebten und geachteten Rabbiner, Herrn Dr. Abraham Rosenstein, zu seiner letzten Ruhestätte begleiten. Herr Abr. Rosenstein, Sohn des berühmten Rabbinatsassessor Elkan Rosenstein in Berlin, dessen schwacher Körper dem zu starken Geiste erlag, verschied an einem langjährigen Brustübel in der Blüthe seines Lebens. — Er war nicht nur durch große Kenntnisse des Talmuds, Scharfsinn, Fleiß und Gründlichkeit ausgezeichnet, sondern auch durch seine vielseitige wissenschaftliche Bildung hochgeschätzt. Seinen gottesdienstlichen Functionen verlieh er eine solche Weihe, daß sie alle Anwesenden zum religiösen Gefühle begeisterten. Seine ungeheuchelte Frömmigkeit, sein gläubiger, gottbegeisterter Sinn haben sich in seinen letzten Tagen und Stunden auss Erhebendste bewährt. Die Beerdigung fand am 17. December 1856 unter einer großen Zusammenströmung aller hiesigen Einwohner verschiedenen Glaubens statt. Der Leichenzug, welcher ein höchst eclatanter war, bewegte sich zuerst in den schwarz behangenen Tempel, wo trotz der magischen Beleuchtung und des Andranges so Vieler, die ihrem vielgeliebten Hingeschiedenen das letzte Geleite geben wollten, doch ein düsteres, tiefes Stillschweigen herrschte. Nachdem von hiesigem geregelten Chore in einer sehr rührenden Melodie '-inDS, sw» abgesungen wurde, betraten die Kanzel mehrere hierzu berufene Rabbinen, unter denen besonders der Freund des ehrwürdig Verblichenen, Herr Längsfelder, Rabbiner zu Warasdin, mit sehr beredten Worten den wahren Umfang des Verlustes schilderte. Hierauf wurde der Sarg von den Gemeindeältesten zu Grabe getragen, an welchen sich unmittelbar das Lehrpersonal mit der ganzen Schuljugend anschloß, dann folgten das Chor und Viele von Rah und Fern, in denen das Andenken ihres Seelenhirten nie verlöschen wird. Csakalhurn, den 1. Januar 1857. Moises Weiß, Vorstand in der Muhrinsel. Jüdisches VoUsblatt No. 1«. Die Sünden der Zeit. (Forts aus Nr. 14. 15.) — Die menschliche Hand. — Anekdoten. NB. Durch alle Buchhandlungen und Postämter zu beziehen. Jährlich: 1 Thlr. Vierteljährig lU Thlr. Verlag von Baumgärtners Buchhandlung in Leipzig. — Druck von I. B. Hirschfeld. Verantwortlicher Redacteur: K. Nabe.