Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 20 (1856)
- Issue
- Heft 51 (15.12.1856)
- Date
- 1856-12-15
- Page
- Seite 678 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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■ 678 und jeder thatsächliche Beweis desselben "Seitens eines xiii^ serer Glaubensgenossen erweckt unsere freudige Theilnahme. Abßr^um /daß..als Bekenne^'äs Judeythunis ^wir Ms Alle Einesfühlen/ und auf ^iesem^ Gebiete keine^Spaltung un§' Unserschndung--zügelaffen werde. So bemerkte jüngst eine französische Monatsschrift, daß in Frankreich der Abfall vom Judenthume nur im höchsten Reichthum uyd< in der tiefsten- Armuth, - und überhaupt 'selten' vorkomme,"dagegen '//in der Ätmo-* sphäre von Tabak und Metaphysik" von Deutschland bes-> ser gedeihe. Wir wollen nicht einmal das angeführte Far-, tum bestreiten, wir wollen nicht an ,,die ALmösphäre der' Parfüms und der sittenlosesten Frivolität" von Frankreich erinnern, wir wollen nicht erwähnen, daß Preußen allein dreimal, Oesterreich zwölfmal, das übrige Deutschland fünfmal .so viel Juden zählt, wie Frankreich — aber das^ wollen wir hervorheben: was. will die Treue am väterlichen. Glauben, i-.in Frankreich heißen, wo sogar die Cultuskosten vom Staate getragen werden/während den deutschen Juden alle,Staats?, Lehr? .und Wissenschaft-' liche Cürriören versagt sind^ die'NteöfrÄsssiyss von^ einem - Orte' zuck'ändern die größten Schwierigkeiten macht, und was^Mes 'noch zu den großen Opfern gehört, "welche dem deutschen' Juden um ftiües Glaubens willen zu ira-; gen obliegck!... Doch genüg hiervon.' Wetteifern wir vielmehr in dieser Treue und in deren Bethätigung, nicht aber mit bloßen'Worten! i - Es ist diess der SDrt, unsere Leser daran zu erinnern,, daß „das jüdische' Volksbla tt" .bereits seinen vlersten Jahrgang begoüneü. Diese Zeitschrift bestrebt sich in-! sonders , auf die für die größere Masse angemessene und' in unserer Zeit" beliebteste Weise die Spe'cialkenntnißunserer Religion, seiner Quellen, Schriften, Geschichte zu erhalten und zu fördern, und die Liehe zu ihr zu'erfrischen. 'Wir wissen, daß sie in Kreisen, in welchen 'sonst das Jüdenthuck 'wenig vernehmbar wird, fast elektrisch gewirkt hat: L)ü *' nuü alle Parteistreitigkeiten von ihr fern bleiben, und sie nur von innen heraus zu wirken sucht, so halten wir es für besondere Pflicht aller Rabbinen, Lehrer und Theilnehmenden, sie immer, mehr in der Masse zu verbreiten. Einen so ausgedehnten' Leserkreis sich das „jüdische Volksblatt" bereits erworben hat, so hat es doch das höchste Maß darin noch lange nicht erreicht? ' Es ist durch jede Buchhandlung und jedes'Postamt vdn Leipzig aus zu beziehen, und kostet vierteljährlich nicht'mehr als'7^/2 Neugroschen. ' Vom * JTnftftnt jiir Förderung der israelitischen . Literatur. , f Zu den /bereits in Nr. 43. chngemeldetfn", sjn^'Äksem Jahre von uns' zu liefernden 'Werken kommt ferner: Barkochba, episches Gedicht von Emil v. B0rberger. Die Extreme. t t „Les exlrfcmes se louchent“, die Gegensätze berühren sich, 'lautet' das französische Wort, und die Erfahrung der Jahrhunderte hat es als eine, wenn auch für die Menschheit-traurige Wahrheit erwiesen. Immer, wenn sich eine Zeit in einer einseitigen Richtung bis zum Aeußersten gearbeitet har, ist sie bereit, in das gerade Gegentheit umzuschhagen und dem. entgegengesetztesten Jrrthum zu huldigen:' Namentlich ist dies auf religiösem Gebiete der Fall. Als die alte Welt die Kraft des Griechen- und Römerthums erschöpft, das Heidenthum .all seinen religiösen Inhalt verloren, die Spekulation in. den. spitzflndigsten Sketz» ticismus sich ausgelöst hatte, und das-sittliche Element '.zur nacktesten Frivolität, zur üuverhohlensten/Schlechtigkeit geworden — da waren die entarteten^Enkelder griechisch - römischen Weisheit! bereit, sich in die Arme mysteriösen Aberglaubens -zu werfen, aus Aegypten und Asien holte man die geheimnißvolle Nachäfferei längstbegrabener' Culte, und neigte sich' der Geheimbündelei und all derartigem Spiele zu. — Nicht minder erging es der Scholastik des Mittelalters, gegenüber der Alchymie und schwarzen Kabbala. — Als im vorigen Jahrhundert der Encyklopädiscküs, sich bald in die Syllogismen des krassesten Materialismus verlierend, namentlich im westlichen Europa allen Glauben und alle Ueberzeugung zersetzt hatte, sah man Diejenigen, welche gestern noch Astes verlachten und verhöhnten, was nur der Religion ähnlich schien , am änderen Tage nicht blos. dem Magnetismus von Mesmer in seinen karrikirtesten Ausschreitungen, sondern auch den Gaukeleien Cagliostro's, der Rosenkränzlerei u. s. w. sich in die.Arme werfen. Auch in unsres Tagen erlebt man dergleichen, und es/ ist Z'eit,^ davor zu warnen, und durch die' Erinnerungen an die gedachten Erscheinungen uns vor einem schlimmen Ärrthum zu wahren. Es äst, nicht zu! verkennen,, daß die alte Neigung der Menschen auf einer gewissen Stufe der Hypercultuv, Nach stürmischen Zeitereignissen, welche allem Schönen und Edlen dürch das Gewühl der Lerdenschasten den Glan^