Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 20 (1856)
- Issue
- Heft 48 (24.11.1856)
- Date
- 1856-11-24
- Page
- Seite 647 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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HMm . IHN folgte;dedfunctionirende Caplän beS j Drdssns,f/Herr6Jones, - mit.deiner--sehr kurzen Anrede - und meinem für/Ordens- Leichenbegängnisse erst vor. er- \ nigen Monaten Don dem Verblichenen verfaßten Ge- . dete; beider i er war der Erste, an dessen Grabe eSgelesen - WuOe^ z Hierauf) Lielt. vr.-Mayer eine län- I gere. cLejchenpxedigt in. englischer. Sprache, und schloß! mit ei^em^Abschjedsgruße an den Verklärten, und dem l .(gfßdßffipäi,WN».Indiesem Augenblicke drängte - sich. ör.^(^ohn vonMlbany,; der am Tage vorher, die ^Mrige.Botschast. durch die Zeitungen erfahren, und, j tte^. Dampfkraft, .zur rechten Zeit angekommen j tt>o^ -.d^rch^ hie. rMenge/^ .uyz,pem; Verblichenen seinen \ und_ seiner. G emeinpe. Abschieds grüß ins Grab , hin- I ^ÄWsendbn.> -er geschloffen hatte, sagte Herr Ru- - als .^ii2L whP-der trauernden Gemeinde das; fstr Leidtragende. Ein Gesang endete das Ganze. Die; Lanze..Lesche^-hanWng. ..war, so. feierlich als nur mog-! Ach/^cheigKnftijgt PaM vpn dem herrlichsten Wetter, das, j Pen ganzen.Tag regendrohend, sich plötzlich , aufklärte-.; ..... ^..dem,Verklärten verlor das. amerikanische Juj penthüm einen wackeren KäMen, — die Armen eine; Htütze, .die Gebeugten einen. Tröster, und die Gemeinde; einen-;freuen Hirten! Möge er ruhen in Frieden! ' Einen großmüthigen Zug der Gemeinde, der zugleich zeigt, in welcher Liebe und Achtung Dr. Merz-; bäüher bei derselben stand, muß ich hier noch beifü- Zen. ^Da der greise Vater des Verblichenen an dem- Mett seine letzteund einzigeStütze verloren, so beschloß die Gemeinde, die Stelle des Sohnes zu übernehmen. Möge Gott es dieser edlen und wackeren Gemeinde zum Segen und Leben gedenken! — ' — ♦ Das Nortli - American Review für October enthält einen ausgezeichneten Artikel über den jetzigen Culturzustand der Juden, und zollt Ihren Verdiensten den gerechten Tribut. Da Sie das Review wohl nicht in Deutschland zu Gesicht, bekommen können, so erhalten Sie mit diesem Briefe die letzte Numj mer des Asmoneau, der den betreffenden Artikel abzudrucken begann. Wie ich aus der Ztg. d. Jud. ersehe, so wissen Sie, daß ein gewisser Herr Strauß Ihr Bibelwerk; ins Englische zu übertragen begonnen. DaS eng-, lische Pub likum erwartet diese Uebersetzung . mit Ungeduld. Allein der Uebersetzer scheint nicht der rechte- Mann, - und ■ weder der deutschen, noch der - englischen Sprache gewachsen: - ■; j : :Göttingen, im November: (Die Juden in Holland. Aus der r6vue des deux mondes. Fortsetz. und Schluß.) ,^Der Glanz der portugiesischen Juden ist allerdingsmit der Zeit verschwunden, aber sie bilden noch immer eine geschlossene Gemeinschaft, deren Mitglieder, durch das Band der Erinnerungen an einander geknüpft, im Allgemeinen eine ehrenvolle Stellung in der Gesellschaft einNehmen. Die deutschen Juden -haben-' feit dem Ende des letzten Jahrhunderts unter der Führung eines berühmten Rechtsgelehrten, ' Jonas Daniel- Meyer, und eines - achtbaren Beamten, Carl Affer/glückliche Anstrengungen gemacht, sich zu heben. Jndeß die Masse der deutschen Israeliten, von der übrigen Bevölkerung mehr getrennt, in Amsterdam und im Haag in einem besonderen Quartier; zusammengedvängt, fast ausschließlich dem Kleinhandel zugewandt^ trägt noch Spuren einerhistorischen VersUnkenheit. Dringt matt in die; düster», engen, unheimlichen Straßen,- welche an ihre Synagogen zu Amsterdam stoßen, da wogt und webt ein ganzes seltsames Geschlecht. Aus den niedrigen Thüren der Häuser sieht man halb bekleidete Mädchen herauskommen, die schwarzen Haare nachlässig nach alter Weise hinter den Kopf zurückgebunden. Zuweilen wirft eine hundertjährige Frau, tief eingehüllt, stumm, unbeweglich, aus irgend einem Stuhlwracke sitzend, gleichgültige Blicke um sich. DaS Alter der Individuen, bei dem Alter der Race, hat etwas Mysteriöses, das Ehrfurcht gebietet. Sonst keine Zeichen von Verfall. Die Kinder schießen wie lebensvolle Sprösslinge unter dem Elend ihrer Kleidung empor, und unter diesen armen Israelitinnen findet sich noch ein Typus der Schönheit, der die Bewunderung der Künstler in höchstem Grade verdient. UebrigenS haben die Juden bis in die Städte des Nordens die Gewohnheit des Zeitlebens bewahrt. Die Küche ist unter freiem Himmel. Das Geräusch der gebackenen Fische, die in der Pfanne summen, wechselt mit dem Geschrei der Kinder, welche spielen, und der Stimme der Eltern, die ihre Waaren anpreisen. Der Verkauf findet mitten auf der Straße statt. Die Kaufleute haben ihre Buden auf dem Pflaster. Ueberreste vom Haushalt, von der Garderobe, von Mobiliar, Alles, was schon keinen Namen mehr in den menschlichen Sprachen hat/ die Reliquienaller Culte, Crucifire, fromme