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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1856-11-17 · Heft 47 (17.11.1856) · p. Seite 630

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
20 (1856)
Issue
Heft 47 (17.11.1856)
Date
1856-11-17
Page
Seite 630 (sequence 2)
Language
German
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derer, die man bereits hingerichtet hat, oder noch hinrichten wird, besteht au^den reichsten Männern der Jtt-. fei iiefer' ®tJw' 4^^ 'E^ ’V-4- W^I\i Wem erbebt das Herz nicht bei Lesung dieser Zeilen! Und das ist nicht länger als 165 Zahre her, wo also, binnen acht Tagen an einem Orte 47 Juden und K etzer verbpaßsttHürhen, beglkitit von Pomp/ Gebet und Freudenschrei! Es waren— die r eichst e n Männer der Insel, die Eigenthümer der schönsten Häuser! Es waren die Nachkömmlinge Mer Juden/ welche zwei Jahrhunderte früher den Glaubenswechsel der Verbannung vorgezogen! — Das ist von der einen Seite „die gute alte Zeit", in die man von gewissen Seiten Kit sollest Uegeln wieder hinein will! .-' Eber - es igiebk noch eine andre Seite. Wer hört sticht dcis Mittelalwk als däs Zeitalter der Treue rühmen? und doch ist nichts gewisser, als daß-es keine Zeit gegeben^ wo Untreue, Eidbruch, schändlichster Verrath an Fürst mnw Vaterland mehr, zu^dent täglichen Greueln ges hörten!.:Pein!-.auch d'ie^Ehrfurcht.-vor:der Majestät des Staatsoberhauptes- - ist - inu n fr.e r Zeit, viel tiefer den Gemüthern dir. -Menscheneingeprägt.,-- Ichlas diese Tage eine sch o tti sch-e, Chronik; däriss wird erzählt, wie unter dem, Könige- I a k o b HI. auf einer - Versammlung des aufrührerischen Adels ein Häuptling mit schamlosester Frechheit rühmte: '„Die Geschichte unsres Landes hat viele Beispiele aufzuweisen. Haben wir nicht, ohne bis auf jenes barbarisch^'ZiitaW'züküHüge'HK, --$8 FitHüß if. die Monarchie wieder herstellte/ Eonstantin 1^ gehabt, der von einem Lord der Insel erschlagen, und Ferquard I./ der in die Jrrthümer der Pelägiciner verfiel und wegen seiner Verachtung aller heiligen Gebräuche von seinen Edelleuten entthront unvvin einen Kerker geworfen ward, wo er starb wie-ein alter,Römer,; ferner MalduiU, der von feiner Gemahlin: erwürgt/ und den Sohn Findon's, der mit einem Pfeil."erschossen ward? Hatten wir nicht Ewen VIII;, der umgebracht ward, weil 'er unsaubere-Günstlinge hatte, die sämmtlich ihr Leben an einem Galgen endeten, den das Volk frohlockend umtan^te, wie einen Maibaum? Und starben nicht Eth, Malcolm I. und Colin alle auf Gehriß. eines beleidigten Volkes? Und ward nicht zuletzt noch Dunccm II. durch den Earl von Mearn mit vent Dolche niedergestoßen?" —- Wer kann dies lesen ohne daß das, Hetz erbebt?! Und welche Greuel geschähen noch Linder und nach Jakob III.» bis endlich, die guten ettglifchen Schwerter Frieden brachten - über, das Volk durch die gebrochene Macht der Grafen, Carle, Barone, Thane?. .. v v j i Und iss solche Zeitkn. chtlls man nitt stölklst §^n wieder? '4'" $4 ■$# <i■&.. -<£ ■$ j0 Hamburg, im O c.t o b,e r.^ Mrr?08t-ke8t-Gebet. Gott Israels, gepriesen unter tausend Benennungen, gevjfen.bürt .durch, das vernunftgemäße Eintreffen von tausend Verheißungen; eine dieser Verheißungen ist es, die meinen Geist in diesem feierlichen Momente besonders beschäftigt und die in unseren gemeinschaftlichen Festgebeten sich nicht ausgesprochen findet. Ich kann nicht gänzlich scheiden von den Empfindungen, die zur Betrachtung unsttds Mrhältnisses zu Dir aüffordtrü ,. ich - fühM'mrG H lebendig als.ein Genösse der deutschen Israeliten, die durch die unzählbaren Einwirkungen der Menschengeschichte und der europäischen Civilisyticln aus ihxess gegenwärtigen Standpunkt : gebracht find/ d.aß - ich nicht - unterlassen ckann/- Dich noch -besonders anzubeten unter einem der. Namen/ die Du Dir in der Tora selbst beilegst, deck Nämess: ussssövErziehet! - ■ ' ■ ' Ja, Herr uüd Möister: keine Deister Verhtißüngen zeigt sich "so Äär aus öem Äege vöDandlger' ErfuÜung als die, daß Du uns erziehest zu einem bestimmten Zwecke. Und dieser Zweck ist allsgedrückt in detl Worten einer un- : serer ältesten Anreden: „zu vertreiben die Götzendienereien von der Erde"j und somit das reine Menschenthum zu verwirklichen. .. ... , . Deshalb s)astE)u uns deutsche Juden bisher bewa^ri vor dem Wiederaufkommen itgestd einer hierarchischen Gewalt in unserer Mitte, die aus selbstsüchtigen Zwecken,unfern Geist , in Fesseln legen, sich ein Mittleramt beimessen/: unsere Gemeinden, regieren möchte..-. Du hast uns. beschützt, vor der Feststellung vyn Dogmen, hast alle: von Theol-o-- gen ausgestellten Systeme in die Schranke bloßer/Privat- Der Verfasser dieser Meditation macht überall keineil Anspbllch darauf, daß dies— allerdings in der warcktn Erregung des festlichen Gottesdieststes concipirte Gebet irgendwie mit den gangbaren Religionsidren übereinstimmend . gefunden^ werde und hat gar nichts dagegen, wenn man darin Ketzereien, und zwar nicht blos religiö-, ser Art, stnven sollte. Corresp, ' Wik übötnehcken Lahek iiüch bw Ve'rankwökt!ichkeis nüt' in so weit für diese, so vieles Wahre und Geistreiche en!^ haltestde Meditatiom - ,! . Redaktion.

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