Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 20 (1856)
- Issue
- Heft 45 (3.11.1856)
- Date
- 1856-11-03
- Page
- Seite 606 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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606 ' „Die israelitische Lehre gestattet Denen^- welche ihre Träger und Vertreter find, nicht, zu verändern, zu wechseln, durch Unterdrückung oder Abschaffung, die. Bestimmungen des Gesetzes,' sei esdes geschriebenen, sei es. des mündlichen/ welches Gptt uns' offenbart hat; noch, von den sestgestellten Regeln sich zu entfernen, auf Grund derer sich die Form des Cultus festgestellt, die religiöse - Idee sich erhalten und bie'r -Tradition;deS - WakiWen^Ju- 4 denthums ^verewigt tzät: Treu diesem Prnrcipe, ha-' "ben die Autoritäten, welche in Israel auf einaphex folgten, sich niemals angemaßt, die Machtvollkommenheit abzuschaffen, aufzuheben, auWstreichen-'-aus' dkm religiösen - Gesetzbuchs irgend welchen Punkt der Lehre (Doctrin), der einmal die Kraft der Verbindlichkeit erlangt hat^ Alle im Gegentheil waren tiefdurchdrungen von der Idee, daß ihre Mission sei, das Gesetz in seiner Integrität auf- < recht zu erhalten, dessen Kenntniß zu popularisiren, die ‘ Entwickelung zu befördern, die Anwendung und den Ein- ■ stuß zu sichern, in einem Worte, es ganz und gar in der Lehre und der Praris zu conserviren. „Dieselbe 'Lehre ist hinsichtlich der 'Entfcheidüngest, Maßnahmen und Vorschriften befolgt worden, welche durch die kompetente rellgiöfe Autorität festgestellt und durch die allgemeine Zustimmung der Gläubigen sanctionirt worden. Alle diese Bestimmungest/ welche, wie die Lehrer der großen Synagoge sagen, den Zaun um das göttliche Gesetz bilden ,- -habenWMtt diesem den Charakter der Stabilität ,Md .per Oaurr-enttzhntt. - „Die Zeit allein, dmch idie. RevolutlöAen, welche sie herbeigeführt hat, und hi^: Gewalt..der Mststände haben die Erfüllung gewisser Vorschriften verhindern'können. Dgs göttliche Gesetz hat iy einigen seiner Bestimmungen den providenziellen Ereignissen weichen muffen, , welche deren Ausübung unmöglich machten. Aber es ist nicht aus Veraltung gefallen; es hat nicht das Schicksal jener, abgenutzten, verlebten und in ewiges Vergessen versunkenen Gesetzgebungen gehabt. Es gleicht einer Festung, vextheidigt durch Außenwerke, welche die Bewohner lange und Schritt vor Schritt der Wuth der Angreifenden streitig machen, und in welche endlich mächtige Kriegsmaschinen Bresche schießen. Aber die zerstörten Theile haben den Ueberrest nicht in ihren Sturz hineingezogen; die geretteten Trümmer haben nichts von ihrer Dauerhaftigkeit verloren; die alten Besitzer haben die Ruinen nicht verlassen; sie haben sie mit Sorgfalt erhalten; sie haben ihre Wachsamkeit verdoppelt, um sie zu schützen; sie liebten, sich darin: festzusetzen, sie zu betrachten-; sie mit Stolz" zu"*zeigen, daran knüpfend die Erinnerung einer glorreichen Vergangenheit und die Hoffnung einer zukünftigen Wiedergeburt. .... - . x r >Henm ein Gesetz unausführbar^ gewovpenH' (gf hatte die religiH Autorität/, die ^bestimnH'e Äu^'abel sie.-Bemühte sich, es seinem Geiste nach so weit als möglich zu erhalten. Deshalb gewisse Regeln und Institute, errichtet in dey..Ahstcht-.M,'Krnc^.Djtz^Geist, die Idee zubewahren,^ Wenn die"' bM^ändige^Er^alning der Form eine Unmöglichkeit geworden. .„So ist es geschehen, daß, Dank einem ganz providenMllew'Schlltzd/ d'üS^ Äosäische Gesetz, welches ist und bleiben wird -das Erbtheil der Gemeinde Jakobs, sich bewahrt hat -durchs den Wechsel der Zeiten, rein, unberührt, ohne Vermischung -fremder Elemente; und. Israel, .unterzogen Prüfungen aller Art, ist immer dasselbe, geblieben, unzugänglich ^eder falschen und feinem Principe widersprechenden Lehre; die Lüge hat Niemals definitiv, in ihm vorherrschen -können und hat immer geendigt, wie eine unreine Nahrung, welche ein zartes Temperament zurückstößt, indem sie aus feinem Schöße verworfen ward, und der wahren ^Ueberliestrung den Lauf frei lassen mußte.' „Zu der Regel, welche wir eben auseinandergesetzt, gesellt sich eine unde.re;, > nichtweniger wesentliche^/nicht weniger: fundamentale/ nichb weniger befolgt'Und 'Hach" tet durch Alles was- Israel in allest' Zeiten' a'w speisen und frommen.Männern ,an 'MeüchtetenHnp PMasiigte.n Geistern gezählt hat; es ist die,'welche uns die Verpflichtung auferlegt, in unsre hirtliche Fürsorge einzuschließen und dem^äudenthume zu erhalten- oder zurückzuführen Alles, was den Namen Israelit trägt. „Mehrere ' unsrer-Brüder finden sich durch die Umstände so w.ett vom .israelitischen Mittelpunkt in eine sso vollständige Jfolir'üng versetzt, daß der letzte Wiederhall der Religion erstirbt, bevor er zu ihnen gelangt; "man muß neue Wege öffnen, damit das Wort Gottes komme, fie zu finden, durch die Anziehungskraft, welche es ausübt, sich ihres'Willens bemächtige, fie ihrem Jndisserentismus entreiße, und sie der Gemeinsamkeit' der Gläubigen vereinige. Wennes Mehrere giebt, welche' siH immer weiter entfernend, aller Hoffststn'g der Rückkehr: "eütsagen und sich überreden, nachdem eistmäl'das Band lose geworden; gebe es' nichts" zu verlieren', wenn 'Äast rstit seinem Cultus gänzlich bräche, ’ odet daß die Vörnachlasfigung eistes Theikes seiner Pflichtest die''Erfüllstng^dex änderen nutzlos wachd: so iss'es äst 'uns,' sie' vvst diesem gefährlichen Jrrthum zu retten, sie auszufordern, l^ch^rnir