Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 20 (1856)
- Issue
- Heft 44 (27.10.1856)
- Date
- 1856-10-27
- Page
- Seite 602 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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602 Die Besetzung der zweiclasfigen Elementarschule ges schah endlich durch die Regierung; der für das Hers zogthum Schleswig installirte Geistliche und ein Lehrer leiten nutt die Schule und unterziehen-sich nach Kräften und mit aller Bereitwilligkeit der in der That nicht geringen Aufgabe, in das traurige Chaos einigen Wandel zu schaffen. Da; kommen große, in Unwissenheit und Unarten, ausgewachsene Kinder neben ganz kleine zu sitzen; viele, die in rineM!halben Jahre die Schule verlassen sollen, können -nicht lesen, und zur Anschaffung der nöthigen Bücher müssen manche Ettern erst durch eine gerichtliche Vorladung verans laßt werden, geschweige daß Jemand das: Herzhat, um das Versäumte oder die Nachhülfe, die sie selbst den Kindern im Hause nicht geben können, durch Privatunterricht ersetzen zu lassen. Aber mit ihrem Tadel sind sie sehr freigebig, da soll den Kindern auf einmal die Gelehrsamkeit eingetrichtert -werden,. da will in seinem Dünkel jeder Hohlkopf urtheilen — und warum sollte, ihm das für söm, schweres Geld nicht gestattet sein? — ■ und gegen unbillige Vorwürfe bei etwaiger Bestrafung kann der Lehrer sich nur durch obrigkeitlichen Schutz wahren. In der Synagoge, wo bisher das wildeste Geheul und ein ewiges Aus- und Einströmen, wie von einem Ameisenhaufen, an der Tagesordnung war, werden dem Prediger, der blos ein wenig Ordnung zu Wege bringen will, die größten Schwierigkeiten gemacht, und seinen Vorstellungen hält man die einfache Erwiderung entgegen: Wir sind es hier so gewohnt. Diesem Gebühren aber setzt ein Vorfall vom vorigen Abend die Krone auf. Es ist Versöhnungstag; der Tag ist mit ziemlicher Weihe begangen worden; der Prediger, ein Mann von 62 Jahren, der ungeachtet seines Alters und des schwächenden Fastens bereits zwei Mal gepredigt und geduchant, stellt sich nun auch hin, um das Gebet vorzutragen und ist bereits bis an die Halste gelangt.-Da schlägt die Glocke Sechs; eine derhe „Baß-dlp" ruft die bedeutungsvollen Worte zu: „Es ist Nacht!" Dieser Ruf findet bei den Uebrigen vollen Anklang, er wird von verschiedenen Seiten her wiederholt; ein Repräsentant weist die Störer zur Ruhe ■— umsonst, sie lassen sich nicht bedeuten; man klopft, man ruft, man schreit, man stürzt mit wahrem Heißhunger über die Owinu Malkenu's her; ein Mann, dem es seit längerer Zeit darum zu thun ist, sich „an die Spitze zu stellen"; nimmt nun seine Gelegenheitwührz-mit gewaltiger Stimme! coMmandrrt: er: -:! n mnd eS wird mit lautem Gebrüll die. dem - BefferdewkeNden tröstliche- Versicherung ausgesprochen,- nächstes Jahr werden-ste in Jerusalem sein. vu: 'ü. - Aitzekgett. 'T Wallted tivbrpöqi #f4,l5Hebrew Göngregation a Gentleman quaUfied;to öfficiale as English Lecturer, and -to; assist geoerally inthe performance of Ministeriai duties: \ ,, Applications, enclosing copies' of testinionials as to qualificätion and compeleücy; and cöntairiiug' lu(l parlictilars of age, uumber of falnily, elcelra; to be forward6di Post free, -to thia Senior Warden,.David Behrend, Esq; Liverpool. , j . Die israelitische Gemeinde zu D x e s d e n sucht zu Ostern des Jahres 1857 seinen. 'tüchtigen ^Mligrontz'- 'sind. Elementar-Leyrer) der' zugleich' hie Leitung'"ustb Aussicht bei-dem SyNagögenchbre-übernehmen, so wie eintretenden Falls als zweiter Vorbeter sungiren könnte. Als Elementar-Lehrer hat, sich der Betreffende -einE Epamm am hiesigen König!. Seminar, so wie als, Religions:-Lehrer der Prüfung des Unterzeichneten zu unterwerfen. Das jährliche Honorar ist auf 300 Thlr. fiLirt. Briefe'ünb Zeugnisse bittet Man bis spätestens den'15. November dieses Jahres frankirt an -den Unterzeichneten zu senden. Dresden, den 15. September 1856:., X*r. 3S; Stinbau,; Oberrabbiner; . Synagogen - Gemeinde zu Bochum^ Wir suchen bis zum 1. April künftigen Jahres oder früher, einen tüchtig gebildeten Lehrer, welcher neben dem Elementar - Unterrichteauch' die' geistlichen Functionen zu versehen im Stande' ist. Offerten bittet man an' den Vorstand gelangen zu lassen. Die Stelle eines Religionslehrers,- Vorbeters und Schächters der der hiefigen israelitischen. Gemeinde mit einem Jahresgehalt von Thlr. 220. bei freier Wohnung und Neben - Emolumenten soll vom 1. Atzril 1857 ah wieder besetzt werden. Qualifitirte Bewerber,; welche! verheirüthet uüd von . einer preußischen Behörde über! Lehrfähigkert1 geprüft sind, belieben Aö^chpisii^n/ihrerJeugmsse.unter tzlngäbe ihres Alters und ihrer.näheren Verhältnisse siran^p einzusenden. " " " " ' ' BunzlNü, den 12. OdldE 1^56. " ' ' - Me VoksMdS - EMMsirsti. Sachs. Kohnstetm Reinbedkz