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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1856-10-27 · Heft 44 (27.10.1856) · p. Seite 595

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
20 (1856)
Issue
Heft 44 (27.10.1856)
Date
1856-10-27
Page
Seite 595 (sequence 5)
Language
German
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595 schiedener Bruchstücke an deutschen Universitäten ein vollständiges Exemplar vonJbn Hischam's Werk über das Lehen MuhämedS zusammengesetzt habe,- und das er veröffentlichen werde. ' -Worms, im. Oktober. (Privatmitth.). Brieflichen Mittheilungen des Herrn Dr. G. Pießer aus Elision-House bei den Niagarafällen -vom 21. September, zufolgewar derselbe seit dem 19. September dort und wollte: am 22. September weiter nördlich nach Canada hinein, nach Montreal und Quebec. Es ging ihm. auf seiner Reise sehr gut. — Die jüdisch-amerikanischen Blatter begrüßten seine Ankunft in.Amerika mit begeisterten Welcome’s l Wilhelm Wo lssohn in Dresden,^dessen Drama „Nur eine Seeles jüngst auf fast.allen deutschen Bühnen einen so durchgreifenden -Erfolg: hatte, verhandelt in diesem Augenblick ein neues Drama. Es heißt :-„Eine Ostemacht", und ist der Verfolgungsgeschichte der spanischen'Juden entnommen. .-7- A. B e r n stein' s (Rebensteitt) naturwissenschaftliche Aufsätze in der Berliner Volks-Zeitung bilden ein in sich geschloffenes Ganzes und werden von Franz Dunker in den „Naturwissenschaftlichen Volksbüchern" besonders herausgegeben werden. — Der Chefsarzt des Spitals zu Genf übergab jüngst der Akademie eine Arbeit „über die Folgen der Verheirathungen zwischen Blutsverwandten", in welcher er die üblen Folgen in Sanitätsbeziehung bei den Verheirathungen naher Blutsverwandten zeigt' und mit Ausführlichkeit-auf den ältesten und weisesten Gesetzgeber hinweist, der in der mosaischen Lehre jene Verheirathungen bis in den dritten Grad verbietet. — Das „Lien. d’Israäl“ äußert sich mit höchster Anerkennung über die schon angezeigte französische Uebersetzung des Philippson'schen Buches von Herrn Levy Bing- und empfiehlt die Lectüre desselben auf das Dringendste. Auch dieses, der konservativen Richtung angehörende Blatt greift die Hirsch'sche Polemik auf das Heftigste cm, und so wird der deutsche Gelehrte gezwungen/ ein n-ipi n^p ndiV zu sein.' Wird Herr Hirsch eine dritte Auflage seiner flagranten Polemik erscheinen lassen? Von dem Pastvralbrief des Oberconststorialrabbiners in Paris wird berichtet, daß er in. höchst würdevoller Weise abgefaßt sei. - Aus Thüringen, 7. Oktober. (F. P. Z.) Die von einigen. Blättern im Laufe des Sommers erwähnte brennende Meininger Frageob Juden in Meiningen sich niederlaffen dürfen, ist dieser Tage zur endlichen Entscheidung, gelangt« Das neue Judengesetz: des Herzogthums läßt nämlich Recurs an die höhere Verwaltungsbehörde nur gegen ablehnende Beschlüsse über Aufnahme von- Juden der Gemeindebehörden derjenigen Cömmunen züin welchen Juden bereits heimathsberechtigt sind. In der Stadt Meiningen ist nun schon seit länger als vierzig Jahren eine einzige Israelitische Familie ansäßig, deren Heimathsrecht neuerdings bei Gelegenheit eines Bürgerrechtsgefuchs im Zusammenhang Mit jenem'Gesetz von der Gemeindebehörde in Abrede gestellt wurde. Auf den von dieser Familie deshalb ergriffenen Recurs wurde in zweiter Instanz das Heimathsrecht derselben anerkannt. Der vom Magistrat und Gemeinderath, dagegen erhobene OberrecurS wurde vom Gesammtministerium alö unbegründet verworfen/ In den Entscheidungsgründen soll unter Anderem darauf hingewiesen sein, daß der Magistrat selbst bis zum Erscheinen des neuen Judengesetzes durch schlüssige Handlungen die Heimathsberechtigung der fraglichen Familie mehrfach anerkannt habe. Frankfurt, 16. Oktober. (Privatmitth.) Sie werden bereits von-der großartigen Stiftung des Herrn Br H. Goldschmidt dahier von 60,000 Cfl. in 30/0 Metalliques Kunde haben, deren Zinsen zu Stipendien für unbemittelte Studenten ohne Unterschied des Glaubens -verwendet werden sollen*). Mich aber schmerzt es in meinem patriotischen Gefühle, daß eine Stadt, wie Frankfurt, zwei Cultusgemeinden, zwei Schulen, Synagogen, Rabbiner und alles sonstige religiöse Material in doppelter Auflage zu besitzen das Glück hat, so selten in der jüdischen Presse eine Stelle einnimmt. Diese Gedanken beschäftigten uns während einer sehr gehaltlosen Predigt an Rösch-Haschana über Sichronoth und ihre Bedeutung in unsrer Zeit, auf welche uns die Jdeenverbindung von Sichronoth mit Zeitungsberichtenbrachte, und wir nehmen uns daher vor, diese Vernachlässigung unsrer Vaterstadt durch eine kurze Erwähnung der besten Predigten, die uns *) Ist das eine Antwort auf die Ausschließung der jüdischen stud.-medicin. in 33erlin von den Preisftipendien? Auf allen Universitäten - giebt es die Fülle von Stipendien für Christen — für die Juden keine! Redaktion.

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