Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 20 (1856)
- Issue
- Heft 44 (27.10.1856)
- Date
- 1856-10-27
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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20. Jahrgang. AI l gXme i ne JW 44. u, rro unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. . -- , H,erausgegeben./von: . Rabdmer L»r. Ludwig PMippson' in Magdeburg. ....^ ÄiPzig, den 27. Öctober 1856. . Diese Zeitung, erscheint wöchentlich. Einmal, ..Moniag«, und., wird ..jährlich.,.78 Bogen, in Quart inel. des Titel«,. Registers u. s. w, .umfassen. In'Gemäßheit des Zwecke«, er selben die allgemeinste DerLreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig: mit 3 Thlr. für den Jahrgang;- — --1i Thlr. r 15>.Ngr!.'. (L.'Thlr. 12 gGr.)^ für'sechs Monate — >22'/r Ngr. (18 gGr.) fürdas Vierteljahr angesetzit worden.^ Alle .Buchhandlungen ,-vPostämter .und ZcitungS »Expeditionen nehmen Bestellungen an; der. Hauptspedition .für beide Letztere'hat sich di< königl. j.Ach's.^ ' " '' ' . * Zeitung«.Expedition allhi« unterzogen^ ' ' ' " ' ' "I n h ü l t.' •* " Leitende Artikel: Aus Westphalen und' der Rheinprovinz. ' — Liturgisches.-(Forts.-) -- - : ' - Zeitungsnachrichtenr D eutfchland: ^Worms, Worms, aus Thüringen, Frankfurt, aus Unterfranken, Sobernheim. . Pre ußen: Krotofchin, Hamm. O.esterreichisch er Kaiserstaatr Wien, Krakau, Pohrlitz. Frankreich: Paris. D i e Schweiz: Ober-Cndingen, Ober-Endingen, Aarau. - Dänemark: Friedrichsstadw - - -' Leitende Ärtiket. J>'. Aus Westphalen und der Nheinprovin). u - Magdeburg, 20.-October. ' Die Gemeinde zu Stadtberge hatte den Redacteur dieser Zeitung ersucht, die Einweihung ihrer neu erbauten Synagoge am 17. October zu vollziehen. Trotz der Vorgerückten Jahreszeit, der weiten Entfernung und mitten in einer Zeit, welche mich amtlich so sehr in Anspruch nahm, wollte'ich dem Wunsche der Gemeinde nicht abstehen. Die Synagoge, mitten'in der Hauptstraße gelegen, macht der Gemeinde, die nicht zahlreich, große Ehre, um so mehr, da andere Gemeinden in Westphalen und Rheinprovinz, welche leicht das Drei- und Vierfache an Familien zählen, entweder gar keine, oder kleine und häßliche Synagogen besitzen, daß man auf sie anwenden könnte den Spruch Chaggai's: „ist es für euch Zeit zu wohnen in euren getäfelten Häusern, und dieses Haus liegt wüste? " (1, 4.) Nicht minder hat die Gemeinde das Hrüs von innen geschmackvoll und reich ausgeschmückt, und besitzt an vierzehn mit ansehnlichem 'p rc. Wurde die Feier an sich in der gewöhnten, und in einigen Theilen namentlich so von mir eingeführten Weise (wie das Weihgöbet nach 1 Kön. 8., der Gesang „Ja, einzig ist-c".nach deHLebems rc.) unter der Theilnahme einer großen MenscheiMnge, theils aus der christlichen Bevölkerung, wie auch der Behörden und evangelischen Geistlichkeit, theils aus benachbarten israelitischen Gemeinden, wie insonders der Lehrer Herren Wolfsdorf aus Anrath und Kempen, Goldstein aus' Grevenbroich, Levison, Burchardt, aus Göttingen u. M., unter Mitwirkung der Fürstl. Waldeck'schen Hofcapelle vollführt, so hebe ich insonders doch den wunderschönen Zug aus der alten nach der neuen Synagoge durch die Hauptstraßen, welche mit Guirlanden, aufgepflanzten Maien, Fahnen ü. s. w. geschmückt waren, hervor, welchem'Zuge sich auch ein großer Theil der christlichen Bevölkerung mitfeiernd angeschlossen, und der bei dem. herrlichsten Sonnenschein erhebend in der Betrachtung wirkte^'wie groß doch eine Zeit dasteht, in welcher eine, früher so verfolgte Religionsgenossenschaft mit ihren Heiligthümern nicht nur ungescheut an das Tageslicht treten kann, sondern sich noch des freudigsten und thätigsten Mitgefühls Seitens ihrer christlichen Mitbürger zu erfreuen hat. Sicher aber hat der Gedanke bei diesen mitgewirkt, welch' eine außerordentliche Anziehungskraft doch eine Religion auf ihre Bekenner ausüben müsse, daß diese,