Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 20 (1856)
- Issue
- Heft 42 (13.10.1856)
- Date
- 1856-10-13
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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,.$yJ,0,,C|e,i tt e 7 'HsH- — :S L JW 4L. V.; .: .;ii iv;:io>ii' r,:* ,u vmm, «WMterWK DMM Hr alles jüdische JntereM - * , ■'-:'Hera'u^g ergeben von " Rabbiner Vr. Ludwig Philippson in Magdeburg.! Leipzig, den 13. October 1856. x• Mese?SÄt««g:<irfchÄÄÄwSchmUich und wird jährlich 18, Bogen in Quart incl. des Titels,, Registers u. f.n». um» fassen. In Gemäßheit des^Zweckes, derselhen^die allgerneinst.e Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrige mit,3>T^lr. -für deri Jahrgang;^1 THIr. 15 Ngr. (1'Thlr. 12 -Gr.) für sechs Monate — 22'/r Ngr. (18 -Gr.) für das Vierteljahr 'angrsetzt^worden. Me. Buchhandlungen, Postämter , und ZeitungS. Expeditionen nehmen > Bestellungen an; der Hauptfpepition für beide Letztere hat .sich die königl. sächf. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen..; * Inhalt. 1;;, Leitende Artikel: Etwas über den Materialismus unsrer ' ' Zeit." Ein Neüjahrswort. — Der Kirchenstaat. (Forts, u. ' Schluß.) ' ';■ .. ■ Zeitüttgsrrachriöhten: Deu tsch last d: Vom Rheine, - ' MvrmS. Oesterreichischer K a i s er st a a t: Wien. Italien: Dereelli. Nord a m e r i k a: Magdeburg. Leitende Artikel. Magdeburg, 6. Oktober. Etwas über -en Materialismus unsrer Zeit. Ein Neüjahrswort.*) Die. Jahre, die verrinnen, haben nicht blos für den Einzelnen, der altert, haben auch für die ganze Menschheit Bedeutung. Mit den wechselnden Zeiten entwickeln sich in dieser Vorzüge und Gebrechen, an denen die einzelnen Menschen dieser Zeit Theil nehmen, die auf uns Einzelne einwirken, uns mehr oder weniger überwältigen, die nur Wenige in Schranken zu halten, noch Wenigere ganz zurückzuweisen vermögen; Vorzüge und Gebrechen, allgemeine der Zeit, die, wie der Luftkreis den Erdball, uns umgeben, in die wir hineingeboren werden, mit de¬ *) Wir bemerken nachdrücklich, daß dieses Neujahrswort beabsichtigt und medergeschrieben war, bevor nur ^ine Ahnung der Geldkrise in die Laienwelt eingedrungen. Redaction. nen wir wachsen und uns wandeln. Da drängt sich die Frage um so nachdrücklicher auf: wie steht es um die Zeit, in der Du lebest, und wie weit Haft Du Dich ihrer Herrschaft hingegeben? .. Die Haphtorah des Tages erzählt: Elkanah, der Levit, hatte zween Frauen; die eine, Channah, liebte er gar sehr, aber sie hatte keine Kinder. War er nun Jahr für Jahr hinaufgezogen zum Heiligthume, daselbst. zu opfern, da gab er Channah beim Mahle zween Theile statt eines; sie aber weinte und aß nicht. Da' sprach Elkanah: „Channah, warum weinest Du und warum issest Du nicht? Bin ich Dir nicht lieber als zehn Söhne?" Channah aber stand auf und betete vor dem Ewigen und gelobete: „Ewiger der Heerscharen, wenn Du mir einen Knaben giebest, so will ich ihn dem Ewigen geben alle Tage seines Lebens." (1 Schein. 1.) Channah besaß also die höchsten Güter dieser Erde. Sie war geliebt von ihrem Manne, er ehrte sie, er umgab sie mit Fülle und Ueberfluß. Was wollte sie mehr? Liebe, Ehre, Reichthum, sind sie es nicht, welche alles Verlangen der Menschen ausfüllen? Dennoch kränkte und grämte sie sich: ihre Seele fühlte eine höhere Sehnsucht, sie wollte auch haben, was sie „gebe dem Ewigen der Heerscharen", eine Zukunft, die hinausrage über das Irdische und sie mit Gott verbinde, einen Sohn zum Dienste des Herrn „alle Tage seines Lebens." Darum genügte ihr die Liebe ihres Gatten nicht, darum freute