Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 20 (1856)
- Issue
- Heft 41 (6.10.1856)
- Date
- 1856-10-06
- Page
- Seite 552 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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552 ... dienen und namentlich auch das Judenthum dabei nicht leer, ausgehen. Ich meine hier die schreckliche Zersplitte-- rungkünd AuDsunA dMdeü Landgemeinden droHt durch Wegzug, ^.wd chieOJüden^emancipirt weddenC c?- - Die „N. Zur. Ztg." schreibt hierüber: „In der gestrigen Sitzung des Nationalraths kamen unter Anderm die Rechtsverhältnisse der schweizerischen Israeliten zur Verhandlung! <• Die nationalräthliche Commission beantragt unveränderte Annahme des Beschlusses des Ständerathes, wie folgt: „Die Bundesversammlung der schweizerischen Eidgenossenschaft, nach Einsicht der Botschaft des? Bundesrathes über die Rechtsverhältnisse der schweizerischen Israeliten vom 26. März 1856; in Betrachtung,, daß nach Art. 48. der Bundesverfassung die Cantone in der Gesetzgebung über die Verhältnisse der Israeliten unabhängig sind, soweit dadurch nicht Rechte angetastet werden , 'die allen Schweizern. ohne Unterschied der Confessiön durch die Bundesverfassung gewährleistet sind; daß hinsichtlich der gegenwärtig bestehenden Ausnahmsgesetze der Cantone über die Israeliten die Art. 29. und 42. der Bundesverfassung anzuwenden sind, in-dem Sinne; daß den schweizerischen Israeliten, gleichwie andern Schweizerbürgern,' das Recht des freien Kaufs und Verkaufs der im Axt. 29. bezeichneten Gegenstände, zustehe und dieselben zur^ Ausübung wer politischen. Rechte im . Heimath-, resp. Niederlaffungs-Canton. befugt feien,:beschließt: Der' Vundesrath jst. beauftragt, feet; vorkommenden - Fällen wer BundeöWfassung .imkSinne der< vorangehenden Erwägungen^ Vollziehung zrtz:vdrschaffen."-In.längepeü Rede Macht Herr Professor Leüenberger aufdie. Unsicherheit -der Rechtsverhältnisse^ der Juden aufmerksam'nnd stellt ischließlich folgende,; zwei -Zusätzezum uEoutmifsional? Antrag: -Art.: 41.'. der Bundesverfassung - so ausgelegt werden, r: daß:- -künftig bei der Niederlassungsbewilligung an Juden nur? noch die Prüfung der Bedingungen derselben von den Cyntonen abhängen solle,- daß aber nach einmal erfolgter Bewilligung die Juden -in jeder Beziehung den andern\ Niedergelassenen gleichzüstellen seien. 2) Es solle auch ein israelitischer Cantonsburger, der in seinem Heimathcanton domicilirt, überall feinem christlichen Mitbürger, gleichgestellt feilte — Herr Hoffmann erklärt sich gegen, den ersten dieser Anträge; will dagegen den zweiten als Amendement zu . den Erwägungen des Commissionalantrages aufnehmen, so. daß nun zuden Worten: ^schweizerischen Israeliten"! der Zusatz käme: „ der„ kein Cantonsburger ist. '': Nach der . Erklärung Herrn Leuenbergers., denersten Antrag fallen -zu-lassen/ wird hierauf dem amendirten Commisstonalantrag -eigestimmt.-“ V V G . Äenn nun: also ZAMMHel^st völlig -gleichgestellt sind,OM meibt (dennoch? diD lassung ftemder JsraeÜten dem guten Willen der *Cantonalregierungen, d. i. einer sehr fühlbaren Ausnabmebedingung unterzogen. Während in Frankreich, Belgien, Holland und England bei der -Niederlassung!dines Ausländers das Glaubensbekenntniß gar nicht in Frage kommt, wird die Schweiz hierauf noch immer ein großes Gewicht legen. Spaßhaft und angenehm ist es, daß jene die Juden betreffende Clausel, welche die Abschließung eines Handelsvertrages zwischen Nordamerika und der Schweiz fast ein Jahrzehent verhinderte, und mit welcher endlich Nordamerika der Schweiz nachgab, nunmehr kein halbes Jahr nach dem Abschluß bedeutungslos geworden ist.. Rußland. Endlich haben wir die Freude, in Besitz einer authentischen Korrespondenz aus Rußland zu sein, welche die von den öffentlichen Blättern gegebene Nachricht bestätigt, daß mach kaiserlicher. Verordnung alle promovirten Aerzte, so wie diejenigen, > welche überhaupt Universitätsstudien gemacht haben und jüdischer Confesfion-find, in den Staatsdienst ausgenommen werden sollen.;;'<58 ist dies um so wichtigerCals selbst während des' nun' beendigten Kriegs Aerzte jüdischen Glaubens nur zwangsweise im Heere undt inMn Lazarethen werwend.et.kwurden, mit der Bedeutung, daß ihnen für die Zukunft keine Aussicht eröffnetr werden-könnte^nnd . auch Wie ^Fürsprache des Heerführers, des Fürsten Gortschakoff, der die Verdienste vieler jüdischen Aerzte ' zü würdigen Gelegenheit hatte, hierin - keine Veränderung' hatte? bewirken^ iöntstn? - Die Humanität des k hochherzigen Kaisers A l er an der 11.* so wie der Einfluß des Ministers- Grafen Kisfilefs, jetzigen Gesandten in Paris, haben nunmehr den jüdischen Grad uirten die bezüglichen Staatscarriören eröffnet. (Rußland hat also gerade den entgegengesetzten Weg von Preußen eingeschlagen!)-; Die Aushebung aller Ausnahmskasten ber Juden bei der Recrutirung ist der zweite Gnadenactdes! großen Selbstherrschers ein Act-, von dessen Bedeutung man sich im Auslände^ eine Vorstellung nicht gkvß genüg machen kann, und wodurch allerdings der, tief - gefühlteste Jammerder russischen Juden beseitigt worden! -; Ge-