Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 20 (1856)
- Issue
- Heft 40 (29.9.1856)
- Date
- 1856-09-29
- Page
- Seite 538 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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538 Hl 2 genden aus ihrem Lande auswanderten und in allen Ländern..sich niederließen: sWfl^uch die gänzUe ZerstWuna einer unausgesetzt durch die ganze Geschichte des israelitischen Stammes reichenden Bewegung oder Tendenz anzusehen. Erscheint uns aus Diesem Gesichtspunkte dieses Heraustreten unsres Stammesaus geographischen Grenzen in die Mitte aller Völker als eine höhere Tendenz der göttlichen Vorsehung, so ist es um so hemerkenswerther, wie' dieselbe schon von Beginn,, an?.im. Bewußtseins 'desselben lag. Denn welches Volkes Dokumente zeigen uns noch einmal, daß ihm in dem Augenblicke, wo ies , als. selbstständige Nation auftritt, und sein Territorium einzunehmen sich anschickt, verkündet wird, es werde bald wieder aus -seinen Marken hinausgeworfen und einst nach allen; j JÖ ■ - bei ihrem Eindringen in die Menschheit der Vermischung mit cheidnischen^Elementen unterworfen, weHen mutzte.^ beirf iffad!tifS)|n ®to&n§ -|MfS!eil>|fi Mitte der Nationen unvÄmischt, abgesondert, für stehend zu bleiben. Davon hing sowohl ihre äußere Existenz, als auch^die^Erfüllung, des zweiten Theils jener ihrer WfsioE a^ WetzW Stämme, welche schon in Palästina sich den umwohnenden Nationen genähert hatten, darum nach ihrer Versetzung nach Assyrien;Duxlo s^v erschwinven. So zeigt jeder Zug in den betreffenden Stellen der heiligen Schrift, daß sich die ..Famstie JaWs.chis zum Auszuge aus Aegypten in heiligen Sagen und Gewohnheiten von den Aegyptern gänzlich isolirt gehalten, So' wirhuMWIbÄMni'sM^ sangenschast 'eL - rühmend cherpprgch'öh'ey,.!^ Weltgegenden 'zerstreut werden, wie bies ' wiederholt schon 'Mosche gethan? Ueberblicken wir daher die-Geschichte Israels mit einem Male, so erscheint der Aufenthalt in - Palästina. eher vorübergehend, - aXS bleibend,- und wir -ge- . wahren! bei aller: warmen Erinnerung -an das durch unsre Geschichte, geheiligte Land und bei .allem Festhalten an die Verheißung! einstiger Rückkehr schonvon'.früher Zeit an in der Masse, einen sehr geringen Trieb zudieser. Rückkehr. .Man überließ es von jeher der übernatürlichen Erscheinung des Messias, die Juden zurückzuföhren ja die Orthodoxiei sieht es als einen Freveln gegen Gott an, dergleichen Versuche!: auf -eigene Faust zu machen, i Genau genommen, stehtdies - aber -gerade; so aus, als ob Alle für ihre. Person bleiben wollen wosie sind.!:. Wenn man daher den höchst geringen Zufluß von Juden nach Palästina , - selbst in Zeiten, ww ihnen -ein solcher freistand, wenn man in so. sehr wenigen Individuen einen -heiligen Eifer, dahin zu gelangen , selbst bei mancherlei Vorth eilen , welche der fromme Glaube.' den Pilgern versprach, beobachtet: so kann man über die wirkliche, im jüdischen Stamme lebende Tendenz nicht zweifelhaft sein. Je eigentümlicher, ja wunderbarer die-Geschichte unsres Stammes hierdurch geworden: so läßt sich doch jene Tendenz als ein höherer Gedanke der göttlichen Vorsehung leicht begreifen. Ohne daß von jeher der einzelne Israelit es verstanden und gewollt, hatte doch Israel eine Mission an die ganze Menschheit und innerhalb der Menschheit— an dieselbe, die religiöse Idee mit allen ihren Konsequenzen ihr zu übergeben, innerhalb derselben, sie in ihrer Ganzheit-und Reinheit (Totalität-und Integrität) zu erhalten, da jene -religiöse Idee nicht hlos'fin 'der Lehre Und Anbetung des einzigen - Gotrtes, sondern/, auch in Speise' unb'TraÄ M von den Landesbewohnern fern hielten. So bewohnten in Alexandrien, Antiochien, Rym lugd ^andern Orten, als noch der zweite - Tempel. rbestand, :'!die-^3«dew' brsottdeEStadtqüaVtiere'^'ohne Molde^hierM gezwungeN"zu fein.'? Welchen Gang die Geschichkö späterhin hierin mühm^^bräuchen. wir .nicht' weiter-auseinander, zu setzem,' ^D^Heitre^ ^hrsr .Ursache -uyd^Mixkyyg'^in,.einander. die Absonderung, welche das Wesen-.uttd. die.-geschichtlichen Verhältnisse den Juden aufdrängten, brachte eine Feindseligkeit der Völker hervor, und., diese wieder vermehrte und verstärkte die Ausschließung, und wurde oft genug zur drückendsten.Ver/olgunM tj u h Wir sagten,^ daß diese Absonderung nothwendig war, insbesondere, um die'religiöse Idee in ihrer Ganzheit und Unverfälfchtheit' erhalten zu könnem.-Wav-'es 'aber--.auch, undganz- -vorzüglich Me Mission - des! israelitischen-Stam- . mes , die. religiöse Idee der Menschheit^ je nachdem, diese dazu heranreifte, zu übergeben Und - in sie- - hinein' .zu verpflanzen: so mußte wiederum in. demselben auch,die Tendenz vorhanden sein, aus dieser Absonderung und Ausschließungherauszukommen-, und°un dem-Leben und Culturgang der Völker und der - gesammten Menschheit theilzun ehmen. Es traf dies- - natürlich '-'immer mit, der Entwickelung des 'Staatsbegriffes - zusammen. - Je mehr der Staat aus dem Grenzen dev Stammes- 'und'Religionsgenossenschaft heraüstrat und sich zu dem iStandpunkte einer höheren Vereinigung der verschiedenes Volks¬ und Religionselemente ierhob: desto leichter' und --drängender ward eS'i-füp Me Kudm/'Mßig^uttv'hürgerlich in die