Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 20 (1856)
- Issue
- Heft 36 (1.9.1856)
- Date
- 1856-09-01
- Page
- Seite 494 (sequence 12)
- Language
- German
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494 Beamten im Sinne des §. 74. Nr. 5. der Städte- Ordnung gezählt werden. , „Hierauf kommt es auf eine weitere Untersuchung, ob der Kaufmann Ascher überdies noch etwa durch feine Geschäfts-Verhältnisse mit Rücksicht auf §. 74. Nr. 2. zur Ablehnung des ihm angetragenen 'Amtes berechtigt sei, nicht an, und hat der Magistrat den Stadtverordneten aufzugeben, daß ße eine andere geeignete Persönlichkeit zum Bezirks-Vorsteher wählen. Stettin, den 2. Juli 1856. Kbnigl. Regierung: Abcheilung des Innern. (gez.) Brodoreck." An den Magistrat zu Naugard. Oesterreichischer Kaiserstaat. Wie«, im Juli. Die A. A. Z. enthält Notizen über die österreichischen Soldaten jüdischer Confession, die sie zweifellos aus einem Aufsatz deS eben erschienenen Werth e im er'schen Jahrbuches entnommen hat. Sie lauten : Im Ganzen dienen in der österreichischen Armee etwa 12,000 Juden. Von dieftn sind mehr als; 500 Officiere, Aerzte, die bei uns gleichfalls Officiersrang haben, und Militair-Rechnungsbeamte. Von den übrigen Juden bekleiden sehr viele Unterofficiersstellen, und zwar vorzüglich deshalb, weil die Juden meistens des Schreibens und Lesens in der deutschen Sprache kundig sind. Ich muß übrigens noch bemerken, daß die Soldaten mosaischer Eonfesston an allen hohen jüdischen Feiertagen dienstfrei find, und auch den jüdischen Gottesdienst besuchen dürfen. Am jüdischen Versöhnungstag sieht man Hunderte von Soldaten in den Synagogen und Bethäusern. Da junge Israeliten, um Officiere zu werden, den Glauben ihrer Väter nicht abzuschwören brauchen, so findet man jetzt auch schon in den Militair-Erziehungsinstituten jüdische Cadetten, die sich zu tüchtigen Qfßcieren heranbilden, und es auch werden, sobald ihre Befähigung sie dazu berechtigt. Aus welchem Grund übrigens in neuester Zeit jüdische Studenten der Medicin in dem von Kaiser Joseph menschenfreundlichen Andenkens gestifteten „Josephinum" keine Aufnahme finden, ist mir nicht bekannt, da es doch vorzugsweise Aufgabe dieses Instituts ist, der Armee tüchtige Aerzte zu liefern, zu welchen die Juden das verhältnißmäßig größte - Eontingent stellen. Welche' Einflüsse bei : der Leitung dieses Instituts maßgebend find, kann ich hier nicht angeben. Bekannt ist, daß der Kaiser vor drei Jahren einen jüdischen Feldwebel vor der Front des Regiments zum Ober-Lieutenant beförderte, und für alle Zeiten den eclatanten Beweis lieferte, daß militairische Verdienste in Oesterreich unter allen Umständen die ehrendste Anerkennung finden. Der Wertheimer'sche Aufsatz giebt, die Namensliste der Officiere jüdischen Glaubens, und wir zichen daraus Folgendes: es dienen gegenwärtig zwei Majore, 5 Rittmeister, 5 Hauptleute, 14 Oberlieutenants, 37 Lieutenants, 21 Regimpntsärzte, 34 Oberärzte, 17 Oberwundärzte, 24 Officiale rc. —. Nach den statistischen Tabellen gab eS 1850 im Kaiserstaate 853>304 Israeliten außer den 12,000 im Heere. Anzeige». Sofort oder zum 1. November d. 3. findet allhier ein vom hiesigen Landesrabbinate approbirter Religionslehrer, Vorsänger und Schächter ein Engagement. Der jährliche Gehalt ist neben freier Wohnung, Mittag- und Abendessen, und der Schächtergebühren 120 Thlr. preußisch Courant. Die hierauf Reflectirenden wollen sich recht bald neben portofteier Einsendung ihrer Zeugnisse melden beim Vorstande der isr. Gemeinde zu M a lch i n in Mecklenburg. Die an der Eisenbahn gelegene Syn.-Gemeinde Gr. Freden bei Hildeöheim sucht auf Ende Oktober d. 3. einen Lehrer, Vorbeter und Schächter. Außer freier Wohnung, Heizung, Mittags - und Aberidtisch zahlt sie 60 Thlr. Gehalt ohne den aus Staatsmitteln zu erwartenden Zuschuß von 10 — 20 Thlr. Accidenzien betragen circa 30 Thlr. . Auf frankirte Anmeldungen und Zeugnisse ertheilt Auskunft der Vorsteher W. Frank. Für die hiesige israelitische Gemeinde wird entweder gleich oder zu Michaelis e. ein Vorbeier und Schächter mit einem festen Gehalte von Rthlr. 70—80, bei 'freier Station, gesucht.— Hierauf Refiecürende -wollen sich in ftankirten Briefen, an den Unterzeichneten warben. Auch wird bemerkt, daß selbige sich mit einem Heimathsscheine zu versehen und der Approbation des Ländrabbiners zu unterziehen haben. ' ' Lübz, Mecklend.-Schwerin, 7. Juli 1856. - Israel Ätrons, Bovstehtzr;