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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1856-08-25 · Heft 35 (25.8.1856) · p. Seite 480

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
20 (1856)
Issue
Heft 35 (25.8.1856)
Date
1856-08-25
Page
Seite 480 (sequence 12)
Language
German
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480 ' Bestimmung des Menschen, von seinen Pflichten unV Erwartungen steht seit Jahrtausenden unbestritten und unbezweifelt fest; der Religionsphilosoph Hirsch tritt mit einer neuen/ von der bestehenden ganz abweichenden, sie völlig aufhebenden Lehre auf, da ist der'kräftigste Widerspruch, die schlagendste Widerlegung die : man läßt Herrn Hirsch bei seiner Ansicht und lehrt und lebt in der alten Lehre weiter. Es kann keinem Israeliten in den Sinn kommen, Herrn Hirsch, der nach S. 95. flg. keine andere Religionsguelle anerkennt, als die Erfahrung seines eigenen Herzens/widerlegen zu wollen. Abersobald er diese seine Erfahrung für die Religion Israels ausgeben, sie durch die willkürlichste Deutung der heiligen Schrift aufdrängen, sie durch einen Katechismus in israelitische Schulen einführen, sie durch einen Vorstand einer jüdischen Gemeinde octroyiren lassen will, so ist jeder Israelit verpflichtet, aufs Entschiedenste dagegen Verwahrung einzulegen. Dies sollte meinerseits hiermit geschehen. Einer Widerlegung bedarf's nicht gegen Herrn Hirsch, dem die Heilige Schrift weiter nichts ist als das „Urbild (mir fallt hierbei auch ein klassisches Urbild ein) der Religionsgeschichte eines jebcn Volkes" (S. 132.), der klare Wortsinn der Schrift widerlegt seine Deuteleien hinlänglich. Nur Widerspruch ist nötlsig, ge< sagt muß ihm werden: sein Gott (S. 56. u. 115.) ist nicht der Gott Israels, seine Unsterblichkeit (S. 184.) ist nicht die der Lehre Israels, sein Gutes und Böses (S. 100.) ist nicht einmal das des gesunden Menschenverstandes, geschweige der Lehre Gottes, seine Auslegung der Schrift (S. 63. flg. —- S. 36. Malki Zedek. —r S. 20. --- verdirbt (?) — die Deutung der zehn Gebote) ist dir ärgste Verzerrung und Verunstaltung derselben, seine Religion ist nicht israelitische Religio n. ' Nach dem Gesagten dürfte es überflüssig erscheinen, noch ein Wort über die Methode dieses Buches zu verlieren. Den verehrten Collegen, welche den Jugendunterricht als einen göttlichen Beruf ansehen und ihn redlich betreiben, darf man es zutrauey, daß sie schon aus Gründen der Pädagogik und Didaktik dieses Buch zum Jügendunterrichte ganz unbrauchbar suchen werden. So wird z. B. gleich bei der ersten Frage vorausgesetzt, was schwerlich alle Kinder r zugeben werden, daß wir Religionsunterrichte brauchen. Von der zweiten Frage an kennt das Buch nur Schriftmenschen, aber dürften vie Kinder entgegnen — >warum sollen wir nicht einfache Menschen sein? In der That ist eS von Herrn Hirsch unverantwortlich hei den vielen Lehrgegenständen, womit heut zu Tage die Kinder sich plagen müssen, sie den großen Umweg durch .ein - uraltes Buch machen zu lassen, um zu erfahren, was man ohne dasselbe viol b eff er weiß, nämlich daß man arbeiten, nur immerzu arbeiten muß. Auch wird sich Niemand vom Verfasser weismachen lassen (Vorwort II.), ,^er habe nur nöthig gehabt, in Sokratischer Manier die erste Grundlage zu legen, das Uebrige hätten die Kinder so zu sagen von -selbst gesunden. Wahrlich, wenn die Luremburger Kinder von selbst gefunden haben, was S. 65. bis 75, zur Erklärung der Wunder, einschließlich Dessen, was von Iris, Ofiiris, Horus und Typhon gesagt ist, dann find sie nicht wie andere Menschenkinder.. Für tüchtige Lehrer bedurfte es also kaum dieser Warnung, für unfähige ist das schlechteste Buch gut genug, im Namen Israels aber sage ich nochmals: Ich protestire gegen diesen Katechismus der israelitschen Religion. vr. A- Stein. A nzei g e n. Von dem Vorstande der Synagogen-Hanpt-Gemeinde zu Stettiir bin ich beauftragt, die hier zum 1. Oktober d. I. freiwerdende Cantor-, Lehrer- und Schächterstelle zu annonciren. Befähigte Persönlichkeiten, welche eine angenehme Stimme haben, auch im Stande sind, deutsche Vorträge zu halten, belieben ihre Zeugnisse dem Unnrzeichneten franco einzureichen; bei persönlichen Vorstellungen werden Reisekosten nicht vergütigt. Das Einkommen der Stelle beläuft sich jährlich auf 250 Thlr. bis 300 Thlr. Alt-Damm, den 30. Juli 1856. Drr Vorstands - Cennrnssarius Jacob Eohn. Die hiesige israelitische Gemeinde beabsichtigt im kommenden Monat September einen Lehrer und Vorsänger aufzunehmen, der beide betreffende Qualificationen im genügenden Maße und auch musikalische Bildung besitzt, um einen Chor emzuüben und unter dessen. Mitwirkung dem Gottesdienste in einer den Anforderungen der Gegenwart entsprechenden würdigen Weise vorzüftehen. Derselbe'erhält einen firen Jahresgchalt von 356 Fl. und freie Wohnung. Hierauf Atelltttironde wollen ihre des fall sigen; ihre Qualificationen glaubwürdig heurhludenden MeldungM^n das israelitische Vorsteheramtdahier portofrei einseWp. Haigerloch, in den Hohenzollerschen Landen.^... Rabbiner

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