Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 20 (1856)
- Issue
- Heft 28 (7.7.1856)
- Date
- 1856-07-07
- Page
- Seite 380 (sequence 8)
- Language
- German
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durch LäS'HesMch^Me^MM^MäMtett-'äüssÜire hermathlichön Zustänbe kmken und Äesö vön ihm schildM uüd besprechen hörest^ Ec Metscch flüchtig Htzn bW^neim'Arükelj''zMe die MselffUnV sagte: „Ich bedaur0 nür> dnß Mähren ^so klein ist-und nur e i n Leipnik hat, sonst hätten wir' Hoffnung, die wenigen Rabbiner, die wir noch haben, auf die beste Manier los'zu Werdend Diese Aeußetüng überraschte mich, unr so mehr/ da mir dieftr Mann Von religiös cönservativem Charakter zu ssein schien. Ich bat ihn um die Erklärung seiner Worte und er schien froh zu sein, eine Gelegenheit gefunden! tzüHuöen, sich erpectoriren zu können. Er schilderte nun - mit immer steigender Lebhaftigkeit die Zustände der galizischeN Judenschast, und ich halte diese Schilderung für wichtig geüug, um ' Sie/ geehrter Herr Doctor, im Interesse des Judenthums zu bitten/mir M Mittheilüng Lerselbensin Ihrem Blattedas-wMendiseiNesz'wänzigjährtgew Bestehens so viel des Güten in Israel hervorgerüfen Und so manches Nebel beseitigt hat, zu gestatten. —' Laut Höstanzleideeret' vöür Jahre 1836 Harsi'siü 1846 in Galizien tein Rabbirier" üngestellt/werbeN,. der nicht seine vorschristMäßigHemachten philösoplch schen und pädagogischen Studien durch legale Zeugnisse- Nachweisen kann. -DÄr zM Zeit fungirenden Rabbinern wurde jedoch unter gewissen Bedingungen gestattet, sich über die philosophischen Gegenstände ei- Ner Privatprüfung unterziehenzu dürfen.- —- ' Die -Israeliten jeder anderen Provinz würden eine Verordnung, die, wie die in Rede stehende, das rechte Und einzige Mittel bietet, das Nebel, Woran sie zum Nachtheile ihrer Reputation, ihrer socialen und bürgerlichen Stellung laboriren> bei der Wurzel zu vernichten, und welche die wahrhaft väterliche Sorge der Regierung für ihre israelitischen Unterthanen so augenfällig manifestjrt,, Hitz inniger. Freudigkeit; begrüßt lunh sich bemüht haben, durch herzliches Entgegenkommen und pünktliche Befolgung derselben » ihre tiefgefühlte Dankbarkeit an den Tag zu legen^ und sich einer so hochherzigen .Fürsorge würdig zu - machen. Ganz anders äußertesich die Wirkung &'iefe8i; Decretes in Galizien. — r:'!' - - Da sich ein geborener Galizianer nichtst' leicht entschließt, sich zum zeitgemäßen Rabbiner - zu quaM ficiren/ denn die deutschen/d: h. die-in Streimel geborenen , in Schubetze erzogenen, später - abet Streimel und Schubetze mit Cilinder und Quäcker vertauschender Judenstttd zu Hr inbHreNt^ MämH sich ^zu sehr' Mes Jüdischen 'und wäs/SDn/Mmett trägt', um söW Wdanken üUfköiMN^zsi/lassen;' die Juden, d. h. die polnisch gekleideten,/ ' sind entweder Chassidim, folglich Mm KeutschthüMchen üMMtgömäßen geschworene Feinde, .oder sie sind Ä/nicht/ dann wagen sie' es nicht,' MEÄindern eine'Erriech zu wählen,' die bei der fanatischen'' Versolgungssucht brr noch' immer dominirenden Äbscüränten Nür'Dornen aber keine Rosen in Aussicht stellt j La Erster dre Rabbiner öder Prediger aü^ ' den' deutschen' Provinzen ,' .die Hsitwedsr dikect nach Galizien' berufen ober durch ofsicielle ConcUrsaüsschreibüng SeüeUsHei Regierünß 'veranlaßt, dahiN' gingen, 'zN bittere Erfahrüntzen^gemacht' haben*), um Mchahnr^r'N^stnd^zM endkich bie alten Rabbiner nach^ uNd Na'ch Dieses Inm- , me dt hak verlassen'/ ist es dahlN Mömmeü, siD Han iür Jahre 1856/ b.' i. zwanzig Mhre nach HuMcation des erwähnten Hofkanzleidecretes 'Üüd'MN Hhre nach dessen effectivein JnslebeNtreNn/nn Iberit HD/als 330;Ö00.'äftaielitert iSX>Ienbeh @alf3iett den stndet, Men Rabbinate chcht Mdsetzt.WWn i selbst die'Landeshauptstädte Lemberg und Makäü'nicht ausgenommen. In'letzter Stadt war det dürch' eiM MH bekannt gewordene DepuMte für KräkNU / Rabbiner Meise!**). Auch dieser cha't'!n'jüngster'Zökkseifte meinde verlassen, um einen, wie man sagt, reichlich mit Rubeln ausgepölsterten Rabbinatsfitz in WarfHast einzunehmen. ' . - Die sogenannten Rabbiner in UnbedeÄetidtn'Gemeinden, die ohne Wissen und Willeü d.eb Regierung. bald -einbald abgesetzt werden, sö wi^LieDter dem Namen „güte Juden" oder „RebbiS" bekannten Rabbiner, ' diese Dalai -Lamäs der Chasstdün) könNensiüg-- lich nicht als'Rabbiner betrachtet weÄtff.' . Bon' der Erlaubniß, sich einer Ptivatprüfung uMDiehÄl zu *); Das. tragische Ende des - unvergeßlichen Köhn in Lemberg ist noch Jedermannin warmem Andenken.^ Dir Änderen wurden theils durch unkluges Auftreten und verkehrtes Benehmen, theils unverdient durch Mrationen, Chikanerien und Denunciationen alltr Art' so' länge herümgehetzt, bissie, wenn sie nicht an gebrochenem^ H'erzen Hinsiechten,, froh waren, dem Lande wieder den Rücken M kehren zu. können. -— . : - ,; i-? . **) Von einem Minister befragt — auf dem Reichstage /zu. Kremsier 1849 — warum er auf, der Linkensseinen Platz genommen? soff er geantwortet haben: ,/West wir Juden keine Rechte haben." ji;' : ' s