Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 20 (1856)
- Issue
- Heft 26 (23.6.1856)
- Date
- 1856-06-23
- Page
- Seite 354 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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354 uer;-/Ln^Mer:demJubLhrrMm.MgMnde:MSuK überreichte^ Es war; das erste aus der Presse gekommene Eremplar einer Predigtsammlung.*), die derselbe dem Gefeierten zum 70. Geburtstage gewidmet hatte. — Den Schluß der schönen Abendstunde machte das Lied „Des Weltalls Herr" aus dem Hamburger Gesangbuche und daS Gebet. Am andern Tage begrüßte den Jubilar ein Morgenständchen. Eine Deputation der Gemeinde überbrachte ihm einen silbernen Pokal mit entsprechenden deutschen und hebräischen Inschriften. Auch eine Deputation der Schule, wozu die fleißigsten Schüler ausersehen waren, brachte.dem auch von der Jugend innig geliebten Greise einen Glückwunsch dar. — / :.; :; Wiewohl Herr Sachs mit. seinem zurückgelegten 70. Lebensjahre seinen Abschied zu nehmen, entschlossen war, so nahm er, von. so vielen Beweisen der Liebe und, der Anerkennung tief ergriffen, dennoch seinen Entschluß zurück und versprach,, so lange ihm Gott der Herr dazu die Kräfte giebt, treu in seinem Amte zu: verbleiben. . - Oesterreichischer Kaiserstaat. Wien, 23. Mai. (Privatmitth.) Herr Bezirksrabbiner Josef Weiße in Waag-Neustadt befindet sich seit einigen Tagen hier. Ein Brand machte viele Familien daselbst obdachlos; auch die Synagogen, Schulen, Kinderbewahranstalt brannten ab. Wien wird hoffentlich, auch, dieses Mal auf's Neue seinen Ruf bewahren. — Es traf auch , gerade glücklich,! daß . in diesen Tagen die sogenannte Abendbörse (Couliffe) .eröffnet wurde. Sie werden sich vielleicht erinnern, daß vor einigen Jahren mehrere Israeliten von .hier, ausgeschaßt wurden,.weil sie außerhalb der Borftnzeit Geschäfte machten. Jetzt hat die Regierung officiell dieses Institut genehmigt. Bei der Einweihung desselben, wobei das Bildniß Sr. Majestät aufgestellt wurde, hielt Herr L. B. Hofman (derselbe ist Schwiegersohn des ehemaligen hiesigen sei. Religionslehrers Herz) in Anwesenheit mehrerer hochgestellter Staatsbeamten eine Ansprache. Das Comits, das mit der Einrichtung der neuen Lokalitäten von Seite des Finanzministeriums beauftragt worden war, spendete *) „Worte deS Glaubens,. von S. Landsberg," im Selbstverläge des Verfassers so eben erschienen. 30.Q; N<Wr dM KeMMfond ^Md.MOUllr-fürl daS jüdische Taubstummen-Institut.?/Dannwurde eine kleine! Sammlung-:>für die abgebrannten! Neüstadtler eingeleitet und Herr Rabbiner Weiße erhielt bereits 651 Fl. C.-M. ' ::i jv-M'-u i//-j —•:« Jüngst erschien eine Bibliographie?.der rim Jahre 1854 erschienenen Bücher in Oesterreich voch Bibliothekar im Ministerium des Innern, HerrnConftantin! v. .Wurzbach.. In der Rubrik „Kalendertvesen" wird das Jahrbuch, für Israeliten von. Herrn Wertheimer als das vorzüglichste unter dem in Oesterreich ers chienenen Kalendern bezeichnet.. Deinem Jahr/ gang befindet sich bereits unter der Presse. -Er env hält unter:Anderm: Beiträge: von .Grätz, rRqpopE, vr.! Wiener, Beer, A. Kohn, Rabbiner vr. Poflack, Leibarzt des -Schach von Hersien u. s. w.u>irftÄii Die-heutigen Journale.bringen eine telegraphische Depesche aus Konstantinopel,-worin/es heißt,' idaßider Israelit Hatom Sitz und Stimme in den-MedfchltS?- berathungen erhalten hat. Jetzt wird dochdieTürkei entschieden von. der verehrlichen Kreuzzeitungmls bankerott erklärt werden. In Deutschland aber wird?man es nach wie vor als Humanität (!) auSpofaunen, wenn ein Jude da und dort ein Aemrchen erhalten wird. . Wien, 6. Juni. (Privatmitch.) Lustig-flattern bereits die Fähnlein auf dem neu zu erbauenden Gotteshause in der Leopoldstadt. Es findnämlich bereits die Mauern aufgeführt und es werden jetzt die beiden Thürme gebaut. Es dürste, also-der ^Tempel doch früher vollendet sein, .als : man anfänglich dachte. .Aber welche Fragen sind bis. dahin.noch?zu lösen!). Der Prediger ist noch nicht/gewählt/,, dies weniger der Cantor, und doch glauben,wir, däßuuch diese Frage nicht: so schnell gelöst werden kann Und zwar der Prediger tritt allein auf; bei dem Cantor handelt es sich aber zugleich um das. Chorpersottaledas eingeübt werden muß. Zudem haben wir Sommer. Schwer drückt in den heißen Tagen die Atmosphäre in der Stadt. — Brünn hat sich endlich aufgerafft und. hat Sendboten an Herrn Rabbiner A. Schmied! in Proßnitz geschickt, um denselben , zu gewinnen. Doch, die Wirksamkeit des Herrn Schmied! in Proßnitz ist. so segenreich, daS Verhältniß zwischen Gemeinde und Rabbizner so. schön, so. herzlich, daß derselbe.sich jetzt/ trotz der gewissermaßen chöhern Stellung und der bedeuten-