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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1856-05-19 · Heft 21 (19.5.1856) · p. Seite 287

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
20 (1856)
Issue
Heft 21 (19.5.1856)
Date
1856-05-19
Page
Seite 287 (sequence 11)
Language
German
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287 eine Polemikgegen? sie geschrieben hat. So polemisirte ersuch -'ganz'wio eiw Käräer gegen die 'Tradition '(B. Jehuda zu Jebamath. 24.)'' bei ^det''.' talmüdiMn. .Lehre von 'der'Leviratsehe, und' erhebt die Kragen'. ,Marüm muh der älteste Bruder , die Leviratsehevollziehen? . Wie erklär^-der, Talmud, -die Morte der Schrift' „daßdessen Name"nicht erlösche"^ tveM.der aus dieser Ehe Äebo- Iene..uWL^M.M'aM.LN,.v.e.S^ verstorbenen Bruders führen, sondern nur dessen Erbtheil erhalten soll? Wie ist es, wenn' der ^verstorbene Bruder nun kein Vermögen hinterlaffen hat? % Die Auflösung giebt er mit dem Bibelverse (biriri k’ieeV) i‘iörv/fi6 'sri : il" Wie Äit sehen, hat Modena selbst in einer Schrift, die er selhst edirt hat, seine innere Herzensmeinung nicht verschlossen^ sondern sie nur etwas weniger sichtbar ge-» macht als in dem pseudonymen Kol Sekel, und sicher seine Ueberzeugung nicht zurückgehalten,so daßer nicht nur das Lob angesprochen. „nicht von den. Gefärbten" zu sein (Geiger S. 6.), sondern ihm-dieses Lob auch wirklich von. seinen Zeitgenossen ertheilt worben ist. So schrieben ihm mehrere Gemeinden ttt' Betreff des unter Androhung des Cherems ertheilten Spielverbots (Pachad Jzchak): „Wir wissen, daß Du nicht zu den Gefärbten oder zu Denen gehörst,, die ihre Gemeinde wie einen dummen Esel an den Weinstock binden,- um sich nur verherrlicht zu sehen"; und so setzte au^'w^seW'in seinem Antwortschreiben seiner Unterschrift die Worte vor: mys dind 17S Geiger's, Tadels daß er „ein Mann von doppeltem Antlitze" gewesen fei, ist daher nur darauf zu beschränken, daß er die Wahrheit nicht mit vollen Händen ausgesäet — und wer sich' von diesem Fehler frei dünkt, der möge zuerst den Stein auf. ihn werfen — und es meisterhaft verstanden hat, ohne eine gewisse Broschüre gelesen zu haben, den Literaten vom Rabbiner und Prediger zu trennen. Als' Prediger hat er mit keinem Gedanken, mit keinem Laüt seine rationellen Grundsätze verrathen, als Rahbiner hat. er seiye Berufspflichten nicht durch" die kleinste Nachgiebigkeit und Zugeständniß verletzt und hat z. B. die Anfrage, ob die Riemen der Tefillin gegerbt werden müßten, ganz nach der*talmudischen Lehre beantwortet' (Debär Schemuel Nr. 19.), obgleich er in seineir ^Schriste^ gegen dieses Gefttz heftig geeifert hat. Älh, Literat. hat aber noch Keiner seine eigene Religion so verhöhnt und zerfleischt, ohne sich ihr früher oder später sactisch entfremdet zu haben, und Reggio und Geiger :habett^ durchpie. Edirung und Popularifirung seiner Ansichten sich' höchstens' das Verdienst erworbendie Charakterlosigkeit--dieses Gelehrten - ans Licht gezogen zu haben. - - Wenn wir auch keine geschichtlichen Belege fanden, daß Leo wegen seiner laren Ansichten Anfeindungen zu erdulden gehabt hätte, so deutet doch darauf hin seine bittere Aeußerung gegen die Gefärbten (zu Joma 49.); der unmoralische Grundsatz, daß die Zuhörer und Lernenden nur auf das Vorgetragene und nicht auf den Vorttagenden zu achten haben (zu Erubin); es scheint sogar, daß Leo's Nachfolger, S. Abuab, auch ihn.gemeint habe-wenn er sagt: daß Mehrere in unserer-Zeit Zweifel und Bedenken erregen gegen die mündliche Lehre und die Behauptung aufstellen, daß unser Verfahren im Civilrecht sich blos auf den Gebrauch stütze, ohne alle gesetzliche Basis (Geiger in diesen Bl. S. 630. v. I.); denn Leo hat zu einer dem Gegenstand fern liegenden Sache in Moed Katan auf seine gewöhnliche ironische Weise die Bemerkung angefügt, daß unser Verfahren im Civilrecht in der Thora begründet sei und das Beth-din sich keine unbefugte Autorität angemaßt hätte. Daß nun aber Modena, wenn auch angefeindet, denn doch geachtet und geehrt als Prediger und Rabbiner in Venedig sunctionirte, ohne daß ein Ketzergericht ihn zu verdammen versucht hätte, dies würde uns allerdings unglaublich, scheinen, wenn wir nicht wüßten, daß in Italien im 15. und 16. Jahrhundert Kunst und Wissenschaft unter den Juden geblüht und der Wissenschaft das Recht der Kritik nicht verkümmert wurde. Dort wurde der Sohar bei seiner ersten Verbreitung durch den Druck gleich bekämpft, als falsches Product erkannt und die ganze kabb. Wissenschaft verworfen, wie dies der Herausgeber des Sohar, Emanuel, in seiner gram. Schrift Lifjath Chen S. 3. und 4. und im Vorwort zum Chajut erzählt; Arun Alrebi aus Sicilien, Verfasser ein.es Super - Commentars zu Raschi, der in Konstantinopel gedruckt wurde, stand auf gleichem Standpunkt mit Modena, wie dieser polemisirte er gegen das Christenthum, gegen die Karäer und gegen die Tradition, und selbst die heilige Schrift blieb nicht unverschont von seinen epigrammatischen Stichen. Zu Leo's Zeiten wurde ein Commentar zu Hiob und Koheleth gedruckt, worüber S. Abuab (Gutachten Nr. 37.) schreibt: „Wehe dem Zeitalterin dem eine solche Schrift erscheint" und tadelt die Rabbiner, welche ihre Approbation dazugegeben Haben Auch Aff. de Rossi, Verf. des Meor Enajim, den man seines ernsten, streng wissenschaftlichen Sinnes wegen nicht mit den Vorgenannten in eine Kategorie bringen darf, war ein Sohn jenes 21**

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