Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 20 (1856)
- Issue
- Heft 19 (5.5.1856)
- Date
- 1856-05-05
- Page
- Seite 258 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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258 Landtage hat einen mächtigen Wiederhall in allen deutschen Landen gefunden, und durste auch auf unsere Kammern nicht ohne Einfluß geblieben sein. Es muß von allen Wohlgesinnten dankbar anerkannt werden, daß Sie, verehrter Herr Redacteur, durch Ihr energisches Eintreten auch bei dieser Angelegenheit dieselbe wesentlich gefordert haben, trotz des scheelsüchtigen Ausfalls vom Niederrhein in einer der jüngsten Nummern der Augöb. A. Zeitung. Lassen Sie den plumpen Neid immerhin verdächtigen, er richtet sich selber. DaS „Institut zur Förderung der israelitischen Literatur" findet immer wärmere Theilnahme, und dürfte die Zahl der Abonnenten für was laufende Jahr sich bedeutend vermehren. > Noch habe ich eine sehr erfreuliche Erscheinung aus« dem Gebiete der Cultusreform zu erwähnen. Auf einer Reise besuchte ich vor Kurzem den Gottesdienst in Mannheim, und gereichte es mir zur großen Freude, das günstige Urtheil, das über denselben besteht, vollkommen gegründet zu finden. Die Theilnahme, welche der Gottesdienst seit der Einweihung - des prachtvollen Tempels gefunden hat, steigert sich fortwährend 'sowohl von Seiten der Cultusgemeinde, als auch der fremden Besucher. Es ist eine bis jetzt seltene Erscheinung, daß' eine ganze Gemeinde vonwer' Bedeutung wie Mannheim, sich an einem Gottesdienste, dev die wesentlichsten Reformen, wie Orgel, Auslassung' der Opfergebete-, Piutim u. s. w. in sich ausgenommen hat, -betheiligt, und zwar mit nachhaltiger Begeisterung betheiligt/ und ist es herzerhebend/ wahrzünehmen, wie -sie - Alle ohne Unterschied wer religiösen Richtung in gleicher Weise Erbauung finden. Stadtrabbiner Präger, als tüchtiger Kanzelredner besannt, hatsich durch die Herstellung dieses Gottesdienstes um so verdienter gemacht, als dieser bereits den Impuls gab, daß auch andere Gemeinden ähnliche Anstalten treffen. ' - Frankfurt am Main, im März. (Privatmitth.) Die in der vom Rabb. Hirsch gegründeten Schule dieser Tatze stattgehabte Prüfung legte wieder das günstigste Zeugniß ab von den Fortschritten der Schüler, sowohl in den Realien wie in den specieÜ'jüdi^ schen Lehrfächern. Diese'Schule steht nunmehr dem Philanthropin würdig zur Seite, und findet'auch all^ wärtS die verdiente Anerkennung; auch^zwtscheN den Lehrern beider Anstalten besteht ssinigermüßen ein col* regialrifd^eö drtni^; bte Cßtüfungöpcogramme ipurW den gegenseitig mitgetheilt und wie 'Prüfungen von beiden Seiten besucht. ,/Wo Bildung ünl> Mffenschaft eine zeitgelNäße Pflanzstätte aufschlägt' sö^jpxach ein würdiger Lehrer — '„ob nun unter dem Rectorat von Hirsch oder Stern, da ist der Boden heilig und die kleinen. EifersüchLeleien und Parteirücksichten müssen wegen des großen Zieles — Jügendbildung — unterdrückt werden." Zum Schmerze übler denkenden Männer wer hiesigen Gemeinde würde diesem humanen Grundsatz von einer Seite/ entgegen-/ gehandelt, wo man 'dies am wenigsten erwarten spllte, und wie schon'oft-wem Selbstdünk'el und dem/mat e ri e l len I n t e r e sse Friede, Eintracht und alle/hohern Rücksichten geopfert. Zum Glück istw'iese Erscheinung eine isolirte und nur die Folge des'individuellen Charakters' und wie Rabbiner als solche'sind nicht veräntwörtlich für die ckrummen Pfade eines'ihrer,Mllegen. 'Herr Rabb/ St ei N' hat' bekanntlich bei seiner Anstellung sich schriftlichverbindlich gemach^ sich'vom Religionsunterricht in der Schule ganz'fern gälten zu müssen; nach wie vor fand daher auch die Consirmationsfeier' in Wer SchUleMte^^ Ob. Auerbach statt.'/Da nun abex einige Kinder in der' hiesigen Gemeinde' christliche Schulen besuchten,^ so ertheikte/ Stein WeNselben' einigen' Religionsunterricht und cönsirmirte Mstlbm in der Shnagoge.'/Her größere Glanz/ mitwem Stein'Wiese Feier zü umgeben verstand; unvcher Äüsivandan /Rühruygsscenen, der hier vorherrschte,/ Mo^m nach ' unch nach der Schule ihre ConsirmandeN,; so daß sich /Stem dieses Jahr der Zahl von' Ä Schülern zü erfresien hat.// Da Nun der regelmäßige Religionsunterricht bevSchule und/ die Organisation' der Lehrstunden überhaupt dadurch/zu leiden hatte, so suchte der Neue Dberleh/rer Herr s>r. Stern dieser Desorganisation zu steuern'und der Schulrath' erließ folgende Beschlüsse: ///// // 1) Der gesammte Lehrgang des Religiönsunierrichtes wird' in Wer Weise geordnet / dass die/Schüler und Schülerinnen, welche diesen' Mterricht/'bzs//zur obersten Claffe genössen Hüben / .einer/ besondern,/ von dem Religidnslehter Neben dW'MaDnüÄerricht'/M ertheilettden Vorbereitung /nicht bedürfen.,.' UH, ander Evnstrmütivnsfeier'M Schule Theil uehmen^n/ könnest/ Der flichev' bestandene besondere^Cön^rwand^n-! unterricht hört daher auf.