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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1856-04-28 · Heft 18 (28.4.1856) · p. Seite 238

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
20 (1856)
Issue
Heft 18 (28.4.1856)
Date
1856-04-28
Page
Seite 238 (sequence 2)
Language
German
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<\Ä£' »r * i!| j j'l! 'n der Aehrenmonat, es kann am zweiten Peßachtage bei unS keine^ erste Garbe geschnitten werden, kaum daß. die^ Spitzen^ per ^zukünftigen Erhte^ durch-'die Erddecke gedrungen find uns ist es v'ielmehr^3>L>N"n, rn der Blüthenmond, der Monat des "erwachten Frühlings, wo die goldnen. Strahlen wärmend auf die Erde fallen, und diese mit ftischem, saftigem Grün sich ^^ide^ MHue Lüfte MWpje Ede.streichen und an Strauch und' Baum Knospe, Blüthe, Blatt hervorlocken, wo die Schwalbe, die Lerche, die Nachtigall zurückkehren und die einsamenzGebüsche bevölkern undHem - stillen Wald mit ihren Gesängen durchtönen, wo die Saat... der tiefgezogenen Furche anvertraut worden und ihrezarten Halme heraufschickt an Licht und Luft. —■ ~ tlnb so vereinigt sich u n S im Peßach der Gott Erlöser aus dem knechtenden Aegypten' mit /dem Erlösen aus den Fesseln und der Erstarrung des Winters, der Gott Erretter aus jedweder Moth 'und Drangsal mit dem Retter aus den Nöthen und Bedrängnissen der rauhen Sturms- und Frosteszeit, der Gott,, der die..Freiheitgsebtz unMdrüchten Völkerstämmen, mit . dem Gort, der den Sonnenstxahl und den Düst, und die Blüthe. undHm.-Gesang, des. Lenzes verleiht,, der Gott, der dre. Brust, auch. des niedergetretenen und geheügtey..MenHen.mit^'tzoffnuygen,der. Erlösung wie mit neuen, süßen Hoffnungen des.Frühlings schwellt!.... Und darum giebt dieses Peßachfest im Blüthenmonat,' giebt und erneuet. ■ 1) eine Bürgschaft für die ganze Mensch - .. ... H eine Bürgschast für I spael und 3) eine Bürgschaft...für, jedweden Einzeinem ä>tcfe";Xa^fet ünö vor das forschende Äuge, des, .Geistes bringen und ihren Werth prüfen mit Ergste,, . I. Die menschliche Gesellschaft ist auch eine Schöpfung Gottes, ein Werk Gottes, wie draußen die Werke seiner Hand in der Natur. Er hat diese Menschenwelt geschaffen, theilS wie. er den Menschen,..selbst. schuft mit.diesem Triebe zur Geselligkeit, mit dieser. Nothwendigkeit der Gesellschaft , mit diesem, Hang zur Persönlichkeit. in. Eigenthum und Geltung, mit diesen Leidenschaften und, Begierden, theils wie seine Vorsehung die Menschen,. Völker pnd Menschheit durch die Jahrtausende leitete, von .weitem, e,s anspann und zu immer neuen Zielen führte.— waß aus der Menschheit geworden, sie ist es durch ihn und unter seiner Leitung. Da heißt es nun oft genug: es ist Winter geworden in der Menschheit! Da geht durch die 4 ii 1 4 -..-..- •”* Menschheit ein Gefühl, eine Ahnung, eine Sage: daß die Menschhe.it altere, daß es ^abwstrts mst ihr worden, bis fie schon Nrolvern, daß ihre Säfte stocken und :fote Zellen sich schließen. Und es ist wahr, ein rauher Herbstwind fähr^ da über,die. Fluren der Menschheit; was dfes JcchrhMer^EiEGchweißle^ der MHik Ägebaut und errungen, scheint abgestanden, zum Wegfall; Stumpfheit, Egoismus, Verhöhnung von Vernunft und Gefühl, Rechts- )veMchung,Msulstichkeit-iHd.uchelei neben bodenloser Sittenlosigkeit scheinen in solcher Zeit an die Stelle alles Strebens, allex Aufopferung für das Große, Schöne und Wahre, für'das Göttliche zu treten; der Lurus und die sinnlichen und weltlichen Bedürfnisse erheben sich zu nie gekanntem Maße, und deren Befriedigung ist. der Abgrund, in den alle Höhen und Gipfel des Menschlichen' nird'ersthkest.'ut»d . .verschwinden. . .. Ach, und das ist ja die unendlichste Trostlosigkeit-ich kann an mir, an meinem Volke, an meiner Zeit verzweifeln -rr aber das Gpeisenalter der Menschheit ,. das Absterben -des Göttlichenin ihr ^gekommen -zu glanben — -das ist unsäglich und'treibet ins'Verderben.... Da erhebet sich dieses Peßach im Blüthenmönat und leget Zeugnis davon ab,' ünd'.rüstet'Dir 'zst vpr Allem:/ „Sprich nicht:. was war doch,, daß die früheren.Tage besser-als diese gewesen?, denn , nicht. aus^Weisheitfrägst Du so." (Pred. Schel. 7, 10.) Ueberschätze nicht die Vergangenheit, die Leidenschaften , der Menschen Maren wach zu aller Zzit, ihr Herz "zum Bösen geneigt vom Beginn an. (1 M. 8, 21.) Was wisset Ihr? Dein Auge ist auf Dieses und Jettes gerichtet^ über überblickst Du das Ganze? Die Menschheit -ist heilig,; em HeiligthuM) Gottes wolle sie nicht schmähen und antasten, denn Du umfassest sie nicht mit Deinem Geiste.' Dein Äuge ist umflort und darum, siehst, Du so dunkel und, trübe...; Und-ferner: wenn es nun auch so ware: .tpeißt Du, .ob es picht bl.os ein rauher Tag ist, rvie er bisweilen mitten in d^y,schönsten Frühling,. in.Heu.!heißesten Sommer, eintritt, wo der eisige Nord die, Blüthe.n abschüttelt und in. den <§taub wirft? viele fallen,- aber mehr. noch..bleiben, fest em Lebendigen Zweige». aber harre pur chis zum,andern Margen, siehe: Du öffnest das Auge und der-Himmel,ist wie? der geklärt, und die Sonne glänzt und, feuchtet und -es treibt und-.sprießt und blüht .und reift, wie vorher Und-endüch:wenndi.es nichttväre, stehes das.Peßach erhebt sich und sagt: - ichhin.Dir dennoch Bürgschaft und Pfand, daß. die Menschheit nimmer altept pnh-pe,r^

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