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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1856-04-21 · Heft 17 (21.4.1856) · p. Seite 230

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
20 (1856)
Issue
Heft 17 (21.4.1856)
Date
1856-04-21
Page
Seite 230 (sequence 8)
Language
German
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Handlung, um mein LeichenbegänMiß'zü feiern.'--' Dieser Wunsch ist nicht der schwäche- Willeeines Freigeistes; feit vier Jahren habe ich allenphilosophMen Stolz abgelegt und bin wieder zu religiösen Ideen-übergegangen^ Ich ster-e, glaubend aü einen'und ewigen Gott, Grschaffer de* Wett, dessen Barmherzigkeit ich anrufe für meine unsterblich e Seele. Ich bedauere, in meinen Werken von heiligen Dingen oft respektlos gesprochen zu habenaber ich wurde hierbei weit mehr von dem Zeitgeist förtgeriffen ' als durch eigenen Trieb. Wenn - ich ohne mein Wissen die güten Sitten "und" die-' Moral'-beleidigt habe, welche die wahre Kraft alles Glaubenssind', mein! Gott, so bitte ich dich und die Menschen um Verzeihung! — Ich verbiete,' daß eine Rede , sei es deutsch - oder französisch, an meinem Grabe gehalten werde. -Gleichzeitig erkläre ich, daß -'ich nicht wünsche,' daß meine Asche nach Deutschlandgebracht werde. Die große Aufgabe meines Lebens war der Versuch , ein herzliches Verhältniß zwischen Frankreich und Deutschland herzuftellen." Mehr bedürfen wir wohl Nicht, um behaupten zu können, daß der im Judenthum geborene Heine auch als Jude gestorben ist. L’Univers israelite enthält einen Artikel von G. Mäher, dererzählt: Heine habe zü einem Freunde, erneu; berühmten Schriftsteller, wenige Tage vor seinem Tode gesagt: „Je suis revenu ä Jehovah!“ (Ich bin zurückgekehrt zu Jehova.) , V Nekrologe. - Von der Warthe. GS war der 13. '-Januar einer von jenen' tief winterlichen Tagen dieses Monats, die Sonne brach mit sichtbarer Anstrengung durch die schneestarrenden Wolketrmassen, und mit ihrem blaffen Strahl, dem wärmelosen, führ sie über das bunte Treiben der Erdenkinder,: sank dann zurück in ihr schneeiges, weißes Wolkenlager mit der stillen Verheißung einer mächtigen Auferstehung. — Was da oben so gtoß vor sich ging, das hat hier-unten sein Wiederspiel gefunden: ein Himmel voll milder Ruhe, liegt ein Greis, das Haupt umsäumt von schneeigen Locken, auf seinem Lager, mit Mühe bricht der Strahl,-der klare, aber wärmelose, noch einmal ausdem stlberumliederten Auge , blickt mit Liebe auf die Schaar der Semen , und zieht -sich zurück mit der ftillen Verheißung eines seligen WiederschaurM! «r^aiVni qua l Zweimal zog die lange Winternächt - übrr dM niedere Häuschen, wo derirdischen Schmerz, seine! heißeuThränen über den himmlischen Frieden ausströmte, datrugen sie einen-Sarg«heraus, voran - drei Männer mitr Folianten (dieschriftlichen Werke -des Verblichenen) auf den! Armen, zwölf Männernachfolgend' mit brennenden ^Wachskerzen, und durch die trauerbehangenen Straßen bewegte-fich der stille Zug nach der Synagoge. Vor das- Allerheiligste ward die Hülle des Mannes 'gesetzt, der im Leben sooft dessen - Stufen r. bestiegen} ■ und von da i auSmibmachtigem Geiste die Kraft des Glaubens ausgeströmt und der Lehre Milde! über eine! große Gemeinde- und. jene-Töne> deren schmerzdurchschauerten Klänge um die: Ruinen von Zion gegangen, -rauschtendurch: die-weiten Hallen deS TempelSi Drei Räbbinen,' und. ein Laie, ein -ehemaliger SchülewdeS Geschiedenen, betratendie-Kanzel und' feierten den Namen und die Erinnerung-' das! Leben und Wirkendengewaltigen Geist und den edlen Charakter des Verklärten und seine Frömmigkeit. r : . - Schon zogen die Schatten des' frühen Abends über das Schneegefilde, als' das - Leichengefolge an den Berg des Friedens kam; einige Minuten weilten sie untenauf dem Lieblingsplätzchen deS Geschiedenen, das ihm theuer geworden durch so manche schmerzliche -Stunde- und' dem et selber den Namen gegeben N22N und finster war's schon, als der Zug, sich den schmalen Gang hmaufwindend, beim Grabe ankam. '' - -Da standdüs' zahlreiche Trauergeleite zerstreut zwischen dunklen Baumgruppen,- die ihre blätterlosen Zweige zum grauen Himmel! erhoben/ -und' wenn die im Nachtwind kämpfenden Flämmchen der schwarzen-Kerzen die Finsterniß der Erde dichter noch erscheinm ließen,-so ergoß' der Mond sichmit voller Strömung auf das Grabein Zeichen der-Verheißung, daß, wenn irdisch-eS^Licht daS große Räthfel nur dunkler erscheinen läßt, voN oben die Lösung hell und licht sich ergießt Dichter und immer dichter schaarten die Lebenden sich um den Todten, -tiefe Stille-herrschte über der -ganzen^ Versammlungnur -mit leisem Haüche - rauschte der Geist des Abends über den Berg; da ertönte wie dir Posaune durch die Nacht der Auferstehung, noch' einmal das mächtige Wokt des Pfalmisten: - arcv*, weit hingetra^ gen durch die stille/Lnst;-nicht mehr Schmerz und Trauer erfaßte die erschütterten -Gemuther; Worte der Verheißung; die tief - gewaltige-, deftligende Ueberzeugüng der UrrsterV»

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