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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1856-03-10 · Heft 11 (10.3.1856) · p. Seite 145

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
20 (1856)
Issue
Heft 11 (10.3.1856)
Date
1856-03-10
Page
Seite 145 (sequence 5)
Language
German
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145 Weisheit Und dem Maße seiner christlichen Vollkommen- * heit giebt,je mehr er in Deinem Reiche auch Nichtchristen Duldung' und Berechtigung zu verleihen vermag. „Ein eben so vergebliches als berüfswidriges Begin- ' nen dürfte es für den Staat sein, Gottesläugner aus seinemiBereiche ausschließen zu wollen. : Die Unmöglichkeit, i dierMerknrale derselben sicher zu bezeichnen und wahrzu-? nehmen, wird leicht zu . fanatischer Willkür führen. - , -,Da dieselben ohnehingottesfluchtiger Natur find, j fo;i werden fie ein gotresfürchtiges Regiment auch mög-! lichst meiden. ' > „Der, bessere, doch nicht. gerade der vornehmere Theil: der Juden glaubt an den alten lebendigen, dem irdischen i Wissen verborgenen, wunderbaren Gott. >'. ,Diesen Juden ist erfahrungsgemäß Wort und Eid so heilig als den'rechtgläubigsten Christen; diese geben sohin für die staatliche Gesetzlichkeit: eine weit positivere; Gewährals blos schön denkende Christen. - „Durch eine politische Begünstigung werden aber auch; die Juden nicht: außer oderüher-:das christliche Staatsi gesetz : gestellt, sondern sie werden und' müssen gleich den ( Christen denselben Gerichten, .denselben Gesetzen und denselben Strafen unterliegen. Es werden sich aber die Juden denselben eben so wenig entziehen können und wollen. „Und was soll endlich das Christenthum, vornehmlich dasjenige,. dessen Zukunft wir im Schooße der rö- < misch-katholischen Kirche geborgen glauben — was kann; dieses von dem Judenthume zu fürchten haben? „Auf keinen Fall mehr, als es sich durch Versündigung an den Juden selbst zuziehen würde; denn jeden andern ftevelhasten Angriff auf die Seinen wird der Herr, bei dem allein die Rache steht, nach seinen Verheißungen, mit eifernder Liebe und mit mächtigem Arme zurückweisen." Zeitttttgsnachrichte». Palästina. Magdeburg, im Februare Oefteren Anfragen und wiedetholtewZufendungen gegenüber verweisen wir auf unsere Erklärung vom 6. Novembev v/ I., daß wir keine Gelder für Jerusalem mehr annehmen. Es find sehr triftige Gründe, welche uns hierzu bewegen, die wir - aber, urn Niemand in wohlthatigen Werken wankend zu machen, mit Stillschweigen übergeben. Daß jeneErklärung nicht aus dem Mängel am Vertrauen des Publikums hervörg.egangerr, ersteht' man aus den vielfachen Zurücksendungen und Ablehnung von Geldern, die wir seitdem zu machen Hatten, -. 15 Thlr. vom löbl. Vorstande in Gleiwitz- 17 FviedrichSd'or aus Modena, 52 Thlr. von Herrn Schloß-in Speyer, 8 */2 Thlr. von Rabb. Herrn Millstätter in Carlsrube, .170 Gulden vom Mabb^Herrn 0p. Levk u^ m. vgl., die wir nicht angenommen. Von den noch in Händen habenden Geldern habenw ir einen Th eit an Sir Moses Montesiore zum ^ppesti-k'unck kor tks Holland, einen Theil dem Herrn vr. L. A. Frankl zum sofortigen: Vertheilen in Jerusalem, je nach den Bestimmungen der Spender übersandt. , ' Deutschland. Leipzig, 24. Februare (Privatmitth.) Vor einigen Tagen Langte hier ein Brief an unter der Adresse: ,-An den Oberpriester der Juden in Leipzig." Die k. Post schickte denselben dem Prediger der.Gemeinde zu, und was war dessen Inhalt? Ein jünger Mann in einer sächsischen Stadt/ wo die Vorurtheile gegen Juden in vollster Blüthe sind / schüttet sein Herz aus, daß er in der Kirche keine Befriedigung finde uüd — zum Judenthum übertreten wolle! Auch /,ein Zeichen der Zeit! " — Ein Gegenstück zu dieser Vortiebefür daS Judenthum bildet die Rede eines hiesigen-'Predigers am letzten Bußtage, worin wieder -einmal gegen Juden und Judenthum, trotz aller christlichen Liebe, losgezogen wurde. ES ist aber erfreulich, daß unsere aufgeklärten Stadtverordneten der Stimme des Fanatismus kein Gehör: geben/ und in letzter Zeit wieder mehrern fremden Juden das hiesige Bürgerrecht ertheilt haben. ~ Am 17. d. M. fand die erste Trauung, und zwar die einer armen Waise, im neuen Tempel statt. Es waren mehr denn Tausend christliche Zuhörer anwesend, was allerdings nicht im Sinne unserer fanatischen protestantischen Wortführer sein mag. Der liebe Gott'findet aber mehr Wohlgefallen daran, wenn die verschiedenen Confessionen in Frieden und Eintracht Zusammenleben. — Vom 9. Band Kerem Chemed sind bereits vier Bogen gedruckt. — Von der hebräischen Koran-Uebersetzung deS Herrn Reckendorf ist die erste Lieferung (5 Bogen) fertig. — Von dem strebsamen Gelehrten Sal. Buber in Lemberg wird hier eine Biographie deS EliäS Levita oder Bachur erscheinen.!

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