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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1856-03-03 · Heft 10 (3.3.1856) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
20 (1856)
Issue
Heft 10 (3.3.1856)
Date
1856-03-03
Page
[Seite] (sequence 20)
Language
German
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3) Alle speciell dogmatischen, allehomiletischen- und . alle, neuv. n -.: hebräischen (d. h. von lebenden Autoren verfaßten) Schriften . . werden.vorerst ausgeschlossen.. ,. u-ü j n 4). Nachdemdie Anzahl der Abonnenten Aber 2000 „geworden, wodurch Zeines-, Theils - die . Kosten - jedes: Werkes „durchdie enormen Papier-, und- Drnckkosten (denn -nur -der -Preis des ,. .„Satzes" bleibt.sich bei. größerer oder kleinerer Auflage gleich) n ungemein vermehrt wurden, andern.,Theils. der M-eis der .. Theilnchmer ein soallgemeiner geworden, daß voraussichtlich strengwissenschaftliche Werke nur einen sehr kleinen Theil :,f. derselben interesfiren,. also die Kosten für diese wie-weggeworsen. sein würden sollte die Wirksamkeit des- Instituts , , eine zwiefache, sein r 1) allgemein interesfirende - Schriften , selbst herauszugeben, 2) strengwiffenschaftliche, -die wegen des . i kleinen Kreises von Käufern schwer an's Lichti-zu fördern - sind,, zu subventioniren, - d. h. nach den vorhandenen Kräften und Bedürfnissen Summen , an Verleger' oder Drucker , zu zahlen, daß, ein solcher auf Grunddieser Unterstützung sie zur Herausgabe übernehme. . Während die: ersterenden Abonnenten ■ des Instituts, für ihren Jahresbeitrag geliefert, werden,! sollte der Ankauf der zweiten Kategorie den.Abonnenten.frei stehen, hingegen im Verhältniß zum eigentlichen Ladenpreise . bedeutend ermäßigt werden.. - -- Nach Feststellung -dieser Grundsätze gingen die Directören des Instituts an die Prüfung der eingelaufenen ' und angetragenen Manuscripte. So schmerzhaft es für sie war-, mußten sie dochschon , um jener wohlerwogenen Grundsätze willen, Vieles ausscheiden, und es kann daher von keinem Autor,- der uns sein Manuskript anvertraut hatte, die Ablehnung d ess e l b e N a l S e i n v e r w e r f e n d e s U rk h ei l a n g esehen werden. Nut einige Bemerkungen mögen hier Platz finden. Im Fache der erzählenden T)ich tungdieses für das jetzige Publikum so überaus einflußreichen und unentbehrlichen Literaturzweigeswaren nur zwei Ma n üscripte eingelaufen, und diese an Inhalt und Form so entschieden-verfehlt, daß es gar keinem Zweifel unterlag, daß sie abgewiesen werden mußten Aber um so entschiedener drängte sich der Verwaltung die Erwägung auf/ daßsie gerade diesen Zweig der Literatur in der ersten Sammlung nicht unvertreten lassen durfte. Er'ist dem bei weitem großer» Theile der Abonnenten lebhaftes Bedürfniß, und der Fortbestand des Instituts erschien geradezu von dessen Befriedigung bedingt Herr - vr. Jellinek erkannte hierin eine dringende Mahnung, den Urheber-des Instituts- Herrn Dr. Philippson, zu bestimmen , daß er die seit langer Zeit nothwendig gewordene-und schon vorbereitete zweite Arrflageseines ,/Saron^ dem- Institute überließe, und Herr vr.' Jost fand dies ebenfalls angemessenso daß Herr vr. Philippsön sich entschloß, etwaige Mißverständnisse zu übersehen und seinen beiden Freunden hierin nachzugeben. --- Ferner bedauert wurde es insonders, daß von Jugendschriften gar nichts eingelaufenwar — für das zweite Jahr find mehre angezeigt — mit Ausnahme einer Sammlung, -dieso brav sie war, doch'hinter der Zeit zurückgeblieben war, und in der Anordnung Vieles zu -wünschen ließ, so daß sie dem Verfasser, zur Umarbeitung zurückgegeben werden mußte. - 1 Dies ist es , was wir im Allgemeinen über die, in vielfacher Weise schwierige, in Mancher Beziehung peinliche Prüfung und Wahl zu sagen haben. Wir haben sie ohne Vergunst und Abneigung getroffen, und müssen jedenfalls auf die Erwägung rechnen, daß auch das Institut aus seinen Anfängen herauswachsen müsse. Mit diesen Verhandlungen war aber, da noch einige hindernde Umstände dazwischen gekommen, viel Zeit vorübergegängen, und erst im Oktober vermochte der Druck zu beginne». Aus diesem Grunde, und weil die Vollendung eines größern Werkes (Grätz' Geschichte) noch zu lange anstehen würde, wurde eine zweimalige Versendung beschlossen. Die e r st e' im Januar siattgefundene bestand in: - - - 1. Dr. Geiger, Parschandatha. Deutsch und hebräisch. 5Vr Bögen. - " / // " 2. Julius Koffarski, Titus. Ein dramatisches Gedicht. i2v. Bogen. , 3. Ov. Phöbus und Ludwig Philippsön, Saron, erster Theil: Novellenbuch, erster Band. 26'/i Bogen. . 4. vr. Ludwig Philippsön, Reden -Wider den Unglauben. . - - 8 Bogen. , , 1 -!. ' -;i 5. Dr. Geiger, Jüdische Dichtungen.. Deutsch und hebräisch. . . 6'/» Bogen> . - . - - - - . 6.: tvillstälter, Worte der Ermunterung-; .2 V* BöMN? .. 7: Alphabetarische Liste-- der Abonnenten 2Vr.Bogm. Zusammen 63V»Wogen.-: . - . - - -Die zweite Sendung besteht inr - ^' - - ' --- <> 8... vr. Grätz;, Geschichte der Juden von dem Tode Makkäbfls bis .rr: . zum Untergang des jüdischen Staates. 36Vr Bogen . 9. Levisohn, Geschichte und-System des jüdischen-Kalender Wesens.. 6 Bogen und: 7 Tabellen.:- --! - 10. Erster Jahresberichtnebst Nachtrag zur -Abonnentenliste, IV» Bogen. ' u - Zusammen 43?/» Bogen. ... . -- Wir waren also -im Stande, dem Publikum für ein Abonnement von 2, Thalern -107 Bogen selbstständiger-Schriften - zu liefern.; - . ---; ü i - ■ r - Was nun die subventionirten Schriften betrifft, ' soist bereits, erschienen: - -' - 1 y , Sefer lia-llilrwa, ein grammatisches Werk ausdem XI) Jahr- /X > - hundert von Jona den Günnäch) zum ersten-'Male her- . > - . - ausgegeben von B. G o ldller - > - - - - - - •"' Dieses werthvolle Werk -warallerdings schon gedruckt--schmachtete aber im Gefängniß -des Druckers, weil - ein bedeutender Theil der Druckkosten nicht gezahlt werden, konnte.• Wir erlösten es durch eine namhafte Summe , aus der Haft.- - Das Werk, kostet-im La- , denpreis!.l: Thlr.. 20-Sgr., jedem Abonnenten >des Instituts steht x es aber für 1 Thlr. zu Gebote, zu beziehen von'B. Goldberg in / Paris/ -Buchhändler I. Kauffinann in- Frankfurt -a- M--,- oder durch einen -der-Directören des Instituts. -n m v::;; - Außerdem wurde durch eine Unterstützüngssumme'ermöglicht die Herausgabe des. ,i-4 - neunten Bandes des llerem Lbemeä von-Senior'Sachs in Berlin; --- - ferner erscheint durch Unterstützung des Instituts: --- - - - . Vorlesungen über die-Offenbarungslehre: von!'vr^ Stemheim .-bei Leo pold-Schnauß -in-Leipzig,!.u: .? .: - und wird das Nähere nach Vollendung desselben in der?-Allgemeinen Zeitung des Judenthums^ und dem „Jüdischen Bolksblatte". bekannt gemacht - werden: >-Endlich:- Jedermann weiß, welch ein eigenthümliches Geschick die Auslegung des unsterblichen Hartwig Wessely, zur Genefis - erfahren hat; vor -Jahren -war das erste Heft einmal in Hamburg gedrucktworden;: dann'nahm sich der verewigte Reggio derselben an, und besorgte?zwei Hefte zum Druck,- aber ehe diese in.die Welt hinausgelangten/ wurde Reggio von der Erde abgeruftn. - Wir beschlossen - -die Sache möglichst zu Ende zu führen, noch aber find die desfallsigen Verhandlungen nicket-geschlossen, da hier die Erben Wessely's und die Erben- Reggio^s zugleich-interessirt find. - . - - > Allerdings -sind noch viele Anträge zur - Subvention eingelaufen; für dieses Jahr mußten, wir uns hiermit begnügen. Denn vor Allem darf nicht vergessen werden, daß gerade das erste Jahr viel mehr Nebenkosten verursachen mußte als voraussichtlich die folgenden. Manche Erfahrung mußte theuer erkauft werden. Die Korrespondenz, ehe die Sache ins-Geleis gebracht ward, machte enorme Portis u. s. w. . . - Wir. find zu Ende. Mögen unsere Leser diesen Bericht mit so vieler Billigung unseres Verfahrens aus den Händen legen, wie wir die Feder, mit der Ruhe des Bewußtseins, nur in den reinsten Absichten, nach bestem Wissen und mit ganzer Kraft - an der Herstellung eines großen Werkes gearbeitetzu haben. Wir danken dem Publikum für sein, allerdings seltenes Vertrauen. Empfindet das Publikum einigen Dank für uns, so bethätige es diesen durch, die erneuerte und ausgedehnte Theilnahme am Institute; vor Allem aber bitten wir die Agenten und Alle, welche das Institut durch Empfehlung gefördert haben, nicht zu ermüden, damit das Werk: nicht nur sortdaure, - sondern immer weiter und größer.werde. - - ' Möge der - Segen Gottes, der so sichtbar bisjetzt überdem Institute gewaltet, es fürder und lange hin zur schönsten Blüthe bringen! - . - Magdeburg, Leipzig und Frankfurt a. M:. im Februar 1856/ v ■ / . Ipljtiiypfon; - LeUinek. Iojt. A Druck von I. D. Hirschfeld in Leipzig

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