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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1856-03-03 · Heft 10 (3.3.1856) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
20 (1856)
Issue
Heft 10 (3.3.1856)
Date
1856-03-03
Page
[Seite] (sequence 17)
Language
German
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Jahresbericht -des - ■ Instituts zur Förderung der israelitischen Literatur ■ "' . v- > über “ * ' ■ . w ' . das erste Jahr 1. Mai 1855 bis I.Mai 1856. . Denn wir auf das nun vollendete erste Jahr unseres Instituts zurückblicken,; ,wcnn wir im Stande find, den Förderern.und Thellnehmern desselben einen Jahresbericht vorzulegen :. so können wir/nichts Anderes, als eine wahrhafte und nachhaltige Freude empfinden. Äie Schnelligkeit,, mit!jwelcher,der kaum angeregte Gedanke,in's Werk,gesetzt, ward,: die allgemeine BereitwiÜigkeit, welche,, ihm entgcgenkam, .und die Anfangs: gedachten Grenzen weithinausrückte,^ die vollständigeUebereinstimmung Dererwelche die Leitung, übernommen, .das Vertrauen,-.welches uns wackere sind,bewahrte Schriftsteller hethätigten, und das nunmehr -für die Zukunft'dem Institute so gesichert ist,, daß - wir dem Publikum vdrzüglich.eiArheiten,v sq lange es nur nach diesem begehren wird, verheißen Dünen, 7?die emsige Thätigkeit, mitwelcher im Zeit-! raum, weniger Monats .die beiden Druckereien neun Schriftwerke zu'.Tage schafften;,unddie.. so überaus , schwierige Versendung zweimal.vollbrachten,., —. alles Dieses bietet ein so überraschendes, l^rgebniß., daß.Niemand es. als wahrscheinlich voraussetzen würbe/ wennes 'nicht als.Thatsache vor uns läge.. Mehr aber noch.beglücket uns ,d.ie Befriedigung, welche uns. von vielen Sei-, ten hinsichtlich der dem Publikum .überlieferten Schriftwerke zu erkennen gegeben wird, .und die sich über allen Zweifel dadurch bethatigte, daß vor dem großen Andrange nachträglicher Meldungen, und wir wollten rn diesem ersten Jahre um der wachsenden Ausdehnung des Instituts willen von strenger Regel Nachlassen, die ganze Auflage von. 2500 Exemplaren erschöpft ward, und Viele zürückgewiefen werden mußten. Freilich! sehen wir auch auf . ein Jahr der angestrengtesten Mühewaltung zurück; nur eme/völlt Hingebung, und die aufopferndste Ausdauer konnte das Resultat.erzielest. Denn es galt hier eine Sache zu betreiben, der keine Hrfghrung, keine Praxis.jur Seite stand, wo eine unermeßliche Cörrrspondenz unermüdlich zu führen, wo übdr Großes Und kleines ausführlich zu verhandeln — denn wir hatten es mit dem Publikum, mit Autoren und Druckern zugleich .zu thun — es' war so viel zu erwägen, anzunehmen und zurückzuweisen, bald , energisch zu beharren, bald freundlich nachzugeben, daß in der That nur die Ausficht, in diesem ersten Jahre zugleich für viele.nachfolgenden.vorgearbeitet.zu. haben, und. daß in diesen nach den gemachten Erfahrungen und gewonnener Ordnung Alles viel leichter von Statten , gehen werde, dafür, entschädigen kann. Za,wenn.die Directoren des Instituts, unterstützt von vielen Männern, die sich dessen angenommen, etwas Tüchtiges zu Stande gebracht haben, so vermochte nur die Begeisterung für die Sache, ffür, ein, eine neue Aera der israelitischen Literatur begründendes Werk/ durch,das.zugleich eine neue Beeiferung für die Rettglon, für geiftigeä Leben in derselben hervorgerufen, und ein neues Band um die zerstreuten Glieder Israels geschlungen wer.de/nur diese.Begeisterung in so Vielen vermochte es zu vollbringen! .Wohl, so hegen, wir die Ueberzeugung in uns, daß diese Begeisterung. nicht erkalten, daß sieviele Jahre hindurch immer .Heller aufflammen immer Mehre entzünden werde! Im Februar des verflossenen Jahres wurde folgender Aufruf erlassen: ■'/, . ,',Wenn.wir abermals an das deutsch-israelitische Publikum mit einer Aufforderung zur Gründung eines gemeinnützigen Instituts treten, so geschieht es lediglich: aus dem Bewußtsein, welche drängende Nothwendigkeit darin liegt, und welch' große Erfolge durch die Vereinigung weniger Mittel erzielt werden können. .Wir empfehlen daher den folgenden Entwurf' mit -allem Nachdrucke Denen zw aufmerksamster Beachtung, welchen überhaupt das! Aufblühen: und Wiedererbauen unserer Gottesgemeinde am Herzen liegt. -■ .v-/. : . Das Judenthum bedarf der -Erkrästigung. Wenn' mit religiöser Gleichgültigkeit-.mitdem-Vorherrschen materieller Genüsse und Interessen, - mit der zersetzenden Einwirkung / des -weltlichen Lebens und andren feindlichen Einflüssen -sich - wachsende Unkenntniß, Geistesleere und Abwesenheit: aller religiösen-Anregung verbinden-p so kann die Folge/-für:zahllose Einzeln-e/und für das Ganze nurtraurig sein. - -Die Mittel zu dieserErkräftigung sind nicht.allein Synagoge und Schule, sondern.auch"die Literatur./ Ja, wenn von Vielen der' Gottesvienff nur selten -besucht, wenn die Wirkung der Schule -im Leben bald-wieder verwischt wirdso tritt hingegen die Literaturfortwährend/und immer wiederholt an die-Menschen-, spricht zu -ihnen-in einer für sie jetzt anziehendern und anregendern Weise-: sodfiß: ihre Wirksamkeit .unstreitig das bedeutsamste Mittel aurh:süv -ras -religiöse Leben in -der Gegenwart ist. - - Sieist. Mzumal- - die- -Pflugschaar, welche den Boden auflockert, . der Säemann,' der dm Samen ausstreuet,: Thau und Regen-, die/die Erde befruchten/und die Sonne, die sie erwärmt und die Keime, sprießen macht/ > Dies haben andere Confessionen wohl begriffen!, - -und ' zahllose Vereine wirken-mit außerordentlichen Geldmitteln'«und den großartigsten Anstrengungen in ihrem Dienste "zur' Verbreitung von - Schriften, - Bibeln, . Tractaten - u. dgl. Was - geschieht aber in den. Kreisen des Judenthums in derselben Weiset Es ist den unermüdlichen -Anstrengungen! Einzelner überlassen,: /Mit unerschöpflicher Selbstaufopferung ein-' paar Zeitschriftenzu erhalten, von denen-die meisten einen -höchst-unbedeutenden Leserkreis haben, und eine Anzahl Bücher an das Licht, zu schaffen, von welchen die Mehrzahl: zuletzt ihren Sammelplatz wieder da findet, von wo sie ausgegangen.' Wer, wie der Unterzeichnete/ mit so Bielen in Verbindung steht, weiß am besten, wie viele der würdigsten und. tüchtigsten Geistesproducte jüdischer Schriftsteller in den Pulten derselben vergebens die Veröffentlichung verwarten. Wir haben in diesem Augenblicke allein neun Manuskripte verschiedener Autoren vorliegen, von! welchen wir mindestens sieben den Werth -der Veröffentlichung und -eine heilsame Wirkung für das .Judenthum und seine Bekenner-zusprechen müßten, ohne die Aussicht .für sie .zu haben, daß sie. jemals: das Licht der Welt erblicken werden. Denn bas jüdische Publikum, / im ■ Allgemeinen zum Lesen wenig und,-zum Kaufen von Büchern -noch ' weniger geneigt, giebt. den Buchhändlern -nur selten die -Bürgschaft, daß das Buch seine Kotten abwerfen/ oder gar einen Gewinn erttagen werde. Alle Bemühungen der letzten zwei Decennien haben nur dabin geführt,- die Aussichten für die jüdische Literatur eher trüber als Heller erscheinen zu lassen:. / :> - Es. find daher in zwei-Beziehungen die größten Anstrengungen zu machen: 1): den jüdischen Schriftstellern die Möglichkeit, ihre Werkezu veröffentlichen- und einen guten -Lohn dafür, 2) den Büchern einen größtmöglichen Leserkreis zu schaffen. Beides ist auf die. leichteste-und dauerndste Weise durch den folgen» den Entwurf zu bewirken, dessen Hauptgedanken wir zwar schon

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