Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 20 (1856)
- Issue
- Heft 6 (4.2.1856)
- Date
- 1856-02-04
- Page
- Seite 74 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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74 scher-Gesang-, Semirot- And 'SeliPöt-Bücher (letztere .namentlich' im süddeutschen Minhag:merklichabweichend'.' vom polnischen), -noch-die'SjddürM der:4 Kehillot (Avignon,-Lünelrc/)/:-dann'die Gebetbücher nach dem Gebrauch dex- Chassidim in Konstantinopeh derer in - Palästina/ derer ln Litthauen,- in 'Wolhynien u.-s. und' von -diesenwieder.eine ^Menge Unterabtheilungen -mitkabbalistischen/Meditationen (llev'anot) und .Formeln.. Was' schadet das? - In früheren Jahrhunderten wagteman'' sich ja selbst an Ceremonien, Leren - Uniformitätweiter / zu störenjetzt, nämlich seit dem, Käffelschen Eonststorülm,- Niemandem mehr einfällt, z. B/ die Peßach-Speisegesetze, die: Schechita und die Tesillin- Anlege-Zeiten '.-.drei Gegenstände von einem ganz andern noli me tangere, als die liturgischen Stücke, und die noch heute die Sefaradim in. wichtigen Punken „schöner noch als wir imlrauhen- Norden" handhaben.' - Ich- : kann-nicht -schließen,', ohne mein eaeteram eenseo, nämlich die immer schreiendere Nothwendigkeit der Erziehung türkischer Judenknaben in unfern europäischen -Gemeinden,- damit - sie vorerst -wenigstens ordentliche Kaufleute, werden können („Kaufmann, doch an -dein Schiff knüpfet das - Gute 'sich-an." Schiller)/ Ist-' es nicht--ein Jammer/ daß bei dem zeitigen Kriege in beiden Türkeien nicht ein einziger Jude Äs-Ban-- fiev, Lieferant, Fuhrunternehmer u. dgl. genannt worden ist l 28$k sollen da die bürgerlichen Rechte Helsen?' Und wie-können da. Schulen an Ort und.Stelle helfen/ wo nicht einmal die bekannte orientalische Frage ,/wo verdient man was?^ die Menschen aufregt! t Neulich 'behauptete Jemand in - diesen Blattern, wenn die' Chaliza-Ceremonie wegsiele/ so ginge damit auch,-der beste Theil/von unserm schönen Familien-, und. ehelichen Leben verloren :.. Was . soll man-dazu/sagen?' . Preußen. - Berlins 27.' Januar.7 (Privatmitth.) Von zwei Seiten -istan das Polizeipräsidium der Antrag gerichtet worden , den jetzt in. Wirksamkeit getretenen öffentlichen Speise-Anstalten eine specisisch jüdische hinzuzufügen, d.: h.' eine ^solche, welche den Jore Dea zu ihrem.Kochbuche'macht; die Behörde.'.war auch-geneigt, den- Antrag zu genehmigen -und - das Unternehmen zu--begünstigen, - aber . es. scheint,.-daß. die beiden-vo'ü entgegengesetztenRichtuttgeU^ausgegüngeL nen Anträge ' sich wechselwirkend tompromittirteN, 'Wttll das2 Polizeipräsidium veranlaßten/ Mden ^die Ausführung :zu versagen.- -Der eine- Anträg forderte-unL ter/Anderm -auch verzinnte KochkiM?-. für die-Spep sen, die Von - Freitag auf'dem Sabbäth erhalteNk-werden > müssen - (vulgo": Schalet), -und/ die Behörde - Wbllte wahrscheinlich keinen Keffelstaat im Keffelstäate - haben) eben - so-/wenig, wie - sie! den Karholikew -einenbesondern-Kessel für Fastenspeisen gewähren würde/Dass diese Kofcherküche nicht zä Stande-gekommen ist/ mag fein / denn es - ist. sehrzu zweifelw, - oll die Frequenz stark - gewesen/-wäre ,--da die' fromme' Zunge meiner jüdischen Mitbürger" im Läufe derbösen- - Zeit den Geschmacksinn - fitr- - derartig zubereitete Speisen fast unwiederbringlich verloren hat, uNd'vön den erwarteten 300 Gästen hätten - sich vielleicht ‘ feine 30 eingefunden. - Nach solcher Erscheinung dev Dinge Härten -die--Vertreterder Neüorthodo'ren -sich gefreut/ sagen zu können, die'Ausbleibenden-machen/gerechte Demonstration 'gegen den- Schulchän Aruch-n dör-Vertreter. der- Neustettiner aberhätte sichgefreut- - in "der Abgeordneten-Kammer - sagen. zu können/ die Juden haben - alles - G eld ,- /sie brauchen nichts - v oll - wohlthätigen Speiseküchen, und sie verschmähen 'deshalb-die würzigen Gerichte/ nach welchen gute' Christenso eßlustig streben.-— Auch im „Brüderverein-/ sind-,'jetzt Zerwürfnisse - hervorgetreten und deren Besprechung (oder Bestngung) den Zeitungen mitgetheilt worden/ ES gilt, den zeitigen Direktor des Vereins, vr. Posner, zu Gunsten des Herrn Reichenheimzüverdrängen. Ich bin nicht .in der Lage, Ihnen die Vorgänge im Schoße der Gesellschaft zu beschreiben, Uber ich kann sagen/ -daß'vr. Posner allgemein als ein-genialer, durch . hervorragende Geistesgaben und Energie imponirender Mann anerkannt ist, und auch in der Verwaltungder- Gemeinde an einflußreichen' Stellen wirkt. Der Brüderverein zählt die gebildetsten und wohlhabendsten Männer' der - Gemeinde unter seinen Mitgliedern, er steht zwischen -den ^angesehensten Vereinen-: ,Gesellschaft der Freunde" und -Maginne Re-^im" mitten inne, überragt < sieaber beide! an Zahlreichthum, und es wäre-sehr zu-bedauern, wenn die. eingetretene Spaltung .sich erweiterte. Der Brüderverein war eS, der dem. edlen Prediger Auerbach ein jährliches Ehrengehalt von; -300 Thlrn..-reichte, nachdem der Gemeindevorftand von - 1849 den im