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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1856-02-04 · Heft 6 (4.2.1856) · p. Seite 72

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
20 (1856)
Issue
Heft 6 (4.2.1856)
Date
1856-02-04
Page
Seite 72 (sequence 4)
Language
German
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n de- Vereins: bei dem Vorstande eingegeben werden, welcher jedes Gesuch gründlich zu prüfen^ hat. §;-21'.' r Eine Abänderung der Statuten kann nur in der Generalversammlung durch eine Majorität von zwei Drittel Stimmen erfolgen.; Derartige Anträge eines Mitgliedes müssen spätestens acht Tage vor der betreffenden Generalversammlung bei dem Vorstände eingereicht werden , welcher sie in der Generalversammlung vorzutragen und entweder: zu befürworten oder sich dagegen zu erklären hat.: Die' Entscheidung gebührt der Generalversammlung.: §. 22; Auch die Auflösung des Vereins kann nur von der Generalversammlung mit einer Majorität von zwei Drittel Stimmen beschlossen: werden. In diesem Falle hat die Generalversammlung mit absoluter Majorität über die weitere Verwendung der vorhandenen Gelder zu verfügen. Zeitungsnachrichten. Deutschland. Leipzig, 25. Januar. (Privatmitth.): Wenn diese- Blatt schon oft Veranlassung genommen, das tüchtige Leisten und gedeihliche Wirken unseres Predigers, deS Herrn vr/Jellinek, zu regiftriren, so dürfte auch daS anerkennenswerthe Gebühren seiner Gemeinde, ihm gegenüber, nicht unerwähnt bleiben. Bei Gelegenheit der Schlußrechnung über den hiesigen Tempelbau nämlich votirte dieselbe ihm, als dem moralischen Erbauer dieses Prachtwerkes und in Rücksicht auf die Zeitverhaltniffe, eine namhafte Geldsumme als Ehrengeschenk und erhöhte zugleich seinen Jahresgehalt um 5V pCt. der bisherigen Ziffer. Es. gewährt dieses um so mehr- Befriedigung, als das BudgetPerlG'emeinde durch die Erweiterung'aller taufenden Bedürfnisse wirklich bedeutend schwerer belastet ist, und' geben die Form und die Einstimmigkeit: der betreffenden Beschlußfassung beiden,Theilen ein ehrendes Relief. 7 : . , M—z. Hamburg, im Januar. (Privatmitth.) Die neuliche Anfrage (Nr. 2.) in Bezug auf den Sing-Chor * im hiesigen yeuen Tempel beantworte ich mit Vergnügen etwas ausführlich, in der Absicht, Anlaß zur Discüssion und ihren Früchten zu geben. Dieser Chor, welchen, so wie die musikalische Partie deS^ Gottesdienstes wir zu vervollkommnen gerade jetzt beschäftigt sind, besteht aus 16 Knaben aus dev hiesigen Freischule, welchen für gewöhnlich 2 erwachsene Sänger für den Baß, an den höchsten Festtagen ein einfaches Männer-Quartett .(besoldete Juden) beitrittt Blos bei der Todtenfeier am Jom Kippur, welche übereine Stunde dauert und eine ebräische(Ad/meh adam), eine deutsche Candate („Was ist der Mensch?^), sodann den berühmt gewordenen, jetzt von-mehreren Freimaurerlogen adoptirten Choral „Seele was betrübst du dich?" enthält, lassen eS sich einige/ zum Theil christliche, Dilettanten nicht nehmen, den Chor zu verstärken. Diese Auriliaire können wir um so unbedenklicher annehmen, als bei den meisten christlichen Kirchenmusiken auch unsere Dilettanten Mitwirken^ - u : Von unseren 16 Knaben, welche jährlich 12 Mark und die ausgezeichneteren noch Prämien erhalten, sinLgen - 8 Sopran und 8 die Altstimmen; doch ist zu bfc* achten, daß der ganze Gesang von unserer kräftigen Orgel dominirt wird und der Organist (ein-Christ), auch einen tüchtigen Baß mitsingt, auch im Ebräischen, welches er seit 1830 im Amte— sehr geläufig liest und correct betont. , Hier habe ich nun auf einen Mangel (meiner Meinung nach) hinzuweisen, der sich bei den meisten neuern Synagogen wiederholt. Nämlich die-Placirung des Chors und der Orgel (wo eine ist) oben über der Vorhalle und also eigentlich außerhalb der eigentlichen Kirchenmauern*); Dies, nebst der Höhe des Chorlectors über dem Damenlector bewirkt, daß die Knaben, trotz ihrer Zahl, fast immer - fortissime singen müssen, um den Gesang der Gemeinde-zu übertönen. Es ist wahr,, den Chor soll der Prediger im Gesicht haben, wenn er feinen Vortrag/ den Gesänge einleiten und schließen, bisweilen auch in der Mitte verzieren,: diesen adaptiren will, allein hier kommt wieder die Frage: ist denn die fast durchgängig beliebte' Placirung der Kanzel der Eingangsthür gegenüber,' dicht vor: oder /neben dem Hechal die richtige? Ich: möchte dies verneinen, schon in dekorativer Beziehung; denkt erst concentriren *) In ,der Magdeburger .Synagoge/find, Chor und Orgel 'auf der Gallerte rechts von derhesligen Lade, d. h. an der Nordwand' angebracht, weshalb in der That die fteiW Orgel den großen Raum vollständig' ' füllt. Redact.

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