Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1856-01-21 · Heft 4 (21.1.1856) · p. Seite 51

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
20 (1856)
Issue
Heft 4 (21.1.1856)
Date
1856-01-21
Page
Seite 51 (sequence 11)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
86% known words query
IRI
…/3224737-3225985-3225990--15095-3243866
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

51 ihrem herben Verluste in Kenntniß gesetzt, eilten herhej, UM dem; zärtsichsten der - Väter das letzte Geleite zu-geben. An dem. Sarge des.Verklärten sprachder ältere; Sohn, deffelben, der Herr Rabbiner Sch mied l zu P r o ß n i tzMit beredtsamen>; alle Herzen erschütternden Äorten jftinen kindlichen- Schmerzaus. .Nach zhm ergriffen mehrere gelehrte Freunde -und Verehrer deS -Verblichenen-;daS- Wortum derallgemeinen Trauer Ausdruck zu geben.. , - .Douaufürsteuthümer. ,r . ÄuL der Moldau, 5.. Dexember. (Privatmitth.) Da Me neulich in, Ihrer geschätzten. Zeitung die Notiz brachten, daß hie hohe Pforte das Gesuch der hiesisten.Israeliten, sich hier liegende Güter ankaufen zu können , dem Fürsten Ghika. angelegentlichsti anempfohlen hat, worauf aber der. Divan einstimmig dagegen -protestirte; befinde ich mich in der unangenehmen.Lage,, dieses Gerücht aufs Förmlichste zu desavppsrM; indem die von hier abgesandte Deputation stchsüur. ausschließlich in Betreff der Recrutirungsfrage beschäftigte, und außer dieser so zu sagen bren- Mhm .Frage! beim Sultan '.nichts mehr petitionirt wurhe^ $8. Märe aber auch vielleicht ein großer.Unsinp,..'ja..faff Anmaßung,. daß -es. uns. schon'nach dieser, leider auch in civilisirt.er.n Ländern verbotenen Frucht gelüste, ehe noch alteMü.MlichM..JMisMSWy abgeschafft sind. Ja, Herr Redacteur, so lange noch das:' Jesch afari inöi Jidani (d. h. Packe Dich, Du Jude), das zur Umgangssprache der.hiesigen Bojaren gehört, und welches sehr oft dem armen Juden, bet jmnfl&i-T b? yvs seine Schulden einzukasstren ^pmmt.sso gehieterisch entgegentont,, ist - hier noch, an keim Gleichstellung -zu denken.- . Gelegentlich -muß ich aber.auch von dem wohltätigen Streben einiger wohlhabenden Jaffyer Juden berichten. Sie kauften naüWtsich ein Üuäntttm Mehl auf, Uck es'dänn zu. den Einkaufspreisen an unbemittelte -Judenzu -verkaufen, Wodurch - .der -drückenden Roth - bei der. hier herrschendes -Theuerung ein -wenig abgeholfen' ists - Näis les Äitddmeg 80, touedent, denn währendman dort fo AotHeH.lkitze Werke' stiftet, Mußte ich' ^mit Bedauern vernehmen,,,daff in Niamtz, wo rein sogenannter Rebbi als Seelsorger. haust, ein - Anathema über alle diejenigen aussprach/' dieetwa eS.wagMsollteN^ Brot mit' Kartoffelmehl vermischt zu backen, um nicht die Benedietion: otib als rtbbab zu verrichten, und. indem er wiederholt.äußerte, daß die Zuwiderhandelnden der Gefahr ausgesetzt seinwerden, ihre Kinder- Hinsterben zu sehen, so muß natürlicherweise die dadurch erschreckte Gemeinde sich dem. Willen ihres fanatisirten Rebbi unterwerfen.' Derselbe Rebbi äußerte auch einst, als.'er-bemerkte,.daß in den Zwischentagen von Peßach jüdische Maurer bet dem Bau der dortigen Synagoge beschäftigt waren, daß, wenn nicht: der Bau gleich eingestellt werden wird, die Synagoge binnen einem Jahre einstürzen muß.. Ueberhaupt muß ich mit Beschämung gestehen, daß sich hier, seit einiger Zeit mehrere solcher Rebbis eingeschmuggelt haben. — - So zwei Sprößlinge des großen Rebbi.Israel aus Sadagura, die das Ufer des Prutb occupirten, hoffentlich nicht um.die Russen zu beschwörenden Pruth nicht nochmals - zu. überschreiten, wohl. aber um die schweren Säckel der russischen Juden: in Empfang zu nehmen,, diesie wahrscheinlich den Manen des seligen Rebbi weihen. — WaS die Abhandlung deS Herrn vr. Julius . Barrasch über die- Verhältnisse, der Moldau-walachischen Juden, die in dem heurigen. Jahrbuck für Israeliten von Wertheimerabgedruckt: ist, betrifft, kann - ich nichtumhin, einige Fehler, die. sich dort eingeschlichen haben,. zu berichtigen. Nur-ist. es zu verwundern, .wie Herr vr. Barrasch hei allenseinen. gediegenen Kenntnissen so. unpraktisch: urtheilen konnte. Herr Barrasch schildert namentlich:im! benannten. Jahrbuche Seite 255 das MKrtyrerthum der hiesigen; Dorfschänker und freuet sich des . so. schönen Zuges deS alten Judenthums, deren strenggläubige Bekenner sich lieber einer..GefahrauSsetzen, :als ckaß die jüdischen Reisenden in Versuchungkommen -sollten,, bei einem Nichtjuden zu essen. Dafür aber, meint der Herr Professor,.Haben sie den Lohn, wenn sie von Räubern überfallen werden, so'werden gewöhnlich ihre Söhne-als - Lea hakodesch zur Thora aufgerufen. , Gleichwohl kann ich nicht umhin, bei ein wenig!Unbefangenheit:zu gestehen, daß besonders.die erwählten Dorfschänker keineswegs auf.einer so. sittlichen! Stufe stehenum sich solchen religiösen Zwecken zu opfern. Und der Umstand, daß einst ein Dorfschänker am!Sumchas i Thora. mit. seiner.Popuris nach der nächsten. Stadt:-M, Mm stesausi-den kommenden Jom Kipurahzuschlachten,^Wt-gar uicht aus ein derartiges Zartgefühl-hoffen. -Was aber das

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.