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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1856-01-07 · Heft 2 (7.1.1856) · p. Seite 25

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
20 (1856)
Issue
Heft 2 (7.1.1856)
Date
1856-01-07
Page
Seite 25 (sequence 13)
Language
German
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25 keine Toleranz herrscht, dort kann auch nie etwas gedeihen!" — Wie uns so eben von Reisenden auS Lemberg Mündlich mitgetheilt wird, wird dort von Seite der Polizei auf Druckwerke mit jüdisch-deutschen Lettern in polnisch-jüdischem Jargon Jagd gemacht. Die dortigen Verleger und Buchhändler werden streng beaufsichtigt und erfreuen sich des öftern Besuches von Polizeimännern, die ihnen schon so manches corpus deJicli abgenommen haben. Wir wissen zwar nichts Genaues über diese Sache, aber so weit wir von der polnisch-jüdisch-deutschen Lösch-Papier-Literatur Kenntniß haben, wären wir durchaus nicht geneigt, uns über diese Maßregel zu beklagen. — Aus Galizien, im December. (Privatmitth.) Dem rühmlichst bekannten Landes -Advocaten Herrn Di-. Marimilian Landesberger wurde die Ehre zu Theil, daß seine Ercellenz der Minister von Kraus ein eigenhändiges, sehr verbindliches Schreiben an ihn richtete, worin er ihn mit der fernem Besorgung seiner Geschäfte hinsichtlich seines Hierlands liegenden Gutes betraute, und ihn hierzu mit der ausgedehntesten Vollmacht versah. Alle Recurse der Lrmberger Israeliten wegen Betreibung ihrer Gewerbe im unbefugten Bezirke, wurden bis jetzt trotz der Gehässigkeit der untern Behörden von Seiten des hohen Handelsministeriums zu Gunsten der Petenten entschieden. Lemberg, 16. December. (Privatmitth.) In dieser Woche wurde die zu Gunsten der Cholera-Verwaisten veranstaltete, und die Summe von 6000 Fl. C.-M. erreichende Sammlung unter 126 Wittwen und 96 Waisen vertheilt. Auf Verwendung des christlichen bürgerlichen Seifensieders, Herrn Adam Sidrowitz, Ritters des Franz - Josephs - Orden mit der Krone, wurde auch eine Wittwe betheiligt, deren Mann nicht an der Cholera verstorben. Unter anderen zahllosen Wohlthaten, vertheilt dieser edle Menschenfreund jeden Freitag unentgeldlich Schabbeslichter an sehr viele Arme, die sonst der Erfüllung dieser religiösen Pflicht nicht Nachkommen konnten. Lemberg, im December. (Privatmitth. Von einem andern Corcesp.) Am 9. December um 8 Uhr früh ist von den zwei für Lemberg höchsten Orts bewilligten deutsch-israelitischen Trivialschulen eine, und zwar unter dem Namen: Lemberger vorstädtische deutsch - israelitische Trivialschule, eröffnet worden. Unter den bei der Einweihung Erschienenen erwähnen wir besonders: den Herrn Hofralh, Kreisvorsteher von Krater, Herrn Gubernialrath und Bürgermeister Ritter von Hepflingen-Bergendorf und den Herrn Vice-Kreisvorsteher von Philipp, welcher Letztere zugleich Oberaufseher der Lemberger deutsch-israelitischen Schulen ist und um dieselben sich sehr viele unverkennbare Verdienste gesammelt hat. Nachdem alle Anwesenden die Localitäten besehen, und einige der anwesenden Schüler angesprochen hatten, versammelte sie sich unter Vortritt der hohen Gäste, dann des Gemeindevorstandes, des Gemeindeausschusses und des Lehrpersonales der deutsch-israelitischen Hauptschule, im größten mit dem Bildnisse Sr. Majestät geschmückten Schulzimmer. Hier stimmte der Chor des deutsch-israelitischen Bethauses im Ornate den 24. Psalm in hebräischer Sprache an. Darauf sprach der De. Bernhard Sternbergder verdienstvolle kräftige Leiter unserer Hauptschule, gehaltreiche, anregende Worte an die Jugend, wie sie die Gelegenheit und der Augenblick eingaben; vom Zwecke und Nutzen der Anstalt, von der Pflicht der Dankbarkeit gegen die hohe Regierung, die unfern Bildungsanstalten ihren Schutz angedeihen läßt. Hierauf sang der Chor den 24. Psalm ab, stimmte unter Begleitung der Jugend die Volkshymne an, worauf die Versammlung, bewegt von der weihevollen Stunde, auseinander ging. Wir sehen der Eröffnung der zweiten, nämlich der städtischen deutsch-israelitischen Trivialschule entgegen, und erwarten vom Eifer und der Energie der Herren Trivialschul-Jnspectoren Abraham Mises, Gemeindevorsteher, und Eugen Raketi, daß sie im gemeinsamen Zusammenwirken mit der Direktion unserer Hauptschule für das baldige Jnslebentreten dieser Trivialschule das Nöthige zu veranlassen nicht verabsäumen werden. Frankreich. Paris, im December. Die .4reb. israsi. äs Fr. melden, daß wegen ihrer Verdienste um die Jndustrieau s ste l l u n g zu Rittern der Ehrenlegion ernannt wurden: Herr Michel Alcan, Mitglied der 7. Claffe der Jury, Professor am Konservatorium der Künste und

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