Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 20 (1856)
- Issue
- Heft 2 (7.1.1856)
- Date
- 1856-01-07
- Page
- Seite 15 (sequence 3)
- Language
- German
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15 die Zerstörung Jerusalemshistorisch!- dramatisches' iwMer.Acten^ — Wir?geben- Äm.dies. gleich-vom vorn-t herein^ zu sagen,, zu-,- daß dieses-Werk: vom künstlerrfchen Standpunkte, - auch .mehrfache Schwächen bietet. " ist nicht!lkigentlich iein Drama-n sondern? ein''dramatisches?Ge-l mälde-jenes großen'.Kampfes , zwischen Occident und Orient) ja-Much zwischen! dem über die.Welt und in fiemuSwan^ dernden Judenthum und;-dem .seinen-väterlichen -Sitzseine Freiheit -und Selbstständigkeit-.vertheidigendewiJudenchum Auch-, ist. -eine, besondere psychologische /EharakteMik nicht seinei Aufgabe-/'- obwohl / die darin - - auftretenden - Personen ihren.Charakter conseguent idurchfühpen.- /.AM? die kunstgemäße -Abründung- / und die- -Charakterzeichnung-/!) welche von- -jedem-.wahren -Drama gefordert.werden -muffen/ fehlen : dem - --Titus", und rechnen j wir hinzu,: Paß der 'Dichter vVn./dev Mlle --seiner-historischen Fprschungeni .stch^vrrleitent-ließ , --bisweilen laugegeschichtliche-iBesprechungen zwischen die ' redenden. -Personem tzettheilen --^fo '/habest wir, mm ^unsererUnparteilichkeit zudocumentiren-: -Alles schon! gesagt): wEfich an diesem Werke tadeln.läßt-. /Aber genau genommen, , lag Jenes -auch nicht inber-Absichtides Dichters, .'sondern feinem?"Leser/ein, umfaffendeDGemälde jener!gigantischen Tage, jener -so erhabenen wie--furchtbaren , Katastrophe - vvrznführen. -Und, wir - sagen - 'es-) freudig/ Dies - ist: dem Dichter/invielfacher Beziehung gellnigen...-!;KvßarBki.?hat die Sprache' ünLdet-1Gewalt) .sein Vers baut sich - leicht', - -seine B jld.er. sind reich/ rtreMnh" und zart zugleich, und hiermitverbindet uer.'.ein sorgfältiges Studium.seines Gegenstandes, wie sich dies schon in der „Wallfahrt" zeigte. Hiermit ausgerüstet, .pachte er den Kampf JüÄ's Mrt Äoin^ ^rtt^'ägmstäsi MHenstand seines Gedichtes, und-- obscl^oi^.^onndem^8ewußtsein beseelt, daß das Judenthum mit Jerusalem und dem Tempel nicht fällt) kitttir! in dieser Niederläge/tder' GM Juda's seinen -Trisimphzug' über die - Welt beginnt f faßt - er - diesen Kampf vom'demrechten,, von -dem nationalen .Standpunkte-/von dem aus im Sturzedes' Tempelsdie jüdische Nation. -begraben wird,? faßt 'er ihn: mit - der) Gluth! eines zelötischm-!Heerführers auf,- sind läßt von diesem H'elden- Scheiterhaufen die rothesi Strahlen » aus.'alle'-Personen, alle Gruppen, alle^Facten 'fallend -Dah-er" hier', nichtst von eitter lLiebes Räche -1 und Mordgeschichte! "-Mie. wären auch diese Leidenschaften der Individuen wördher weltgeschichtlichen Tragik dieser Vorgänge': als-kleinlich izusammengeschrumpft-'.-wie' Schminke zerflossen!^ Wäs von Liebe vorhanden); .zwischen - Titsitz - und "Berenike,gehört, integrirend zur Stellung der Parteien, zwischen-Johannes von Giscäla usid> Marime , dckläüft so'Unfach' utrd' natürlich und /ist:' wiederum in'der' Gerstesrichiuwg' selbst' so'be'grüiidet'/- daß es.-wie. von selbst!-erscheinen!W& Dichtet'vertheilt die -Rollen -sehr Etchtitz';-- wir-' sehen« die kiimpfbegei^ sierten Zeloten, nimmer weichend, nimmer entmuthigt- S'chrrdö voruSchritt "vertheidigdsid, deNk-Priestesi, der in den i.WammewiveS'!TMpelsseiM'' Tod sucht/dew'Politiker, der. an^ Rettung/ früh/ verzweifelt) "Über dennoch > der Nationalsache treu "bleibt-(den «Verräther) der nicht nur zünden, Römern ' -übergeht - n sondern "am -Untergang d'eö Nation! Mitarbeiterdie-iabg^efallenen Fürsten," welche, aus Haß--gegenudas/-ihnen nbelgesinnmVdlk 'dett Römern den Weg- -geebnet- -m i ünh hierzu -kvevstehL -der'Dichter noch >elnen-'.-hdM Magischen? Hintergrund 'ün» hen s/Chälda<!rwrsitib den Wildern, .die/ste-heraUfheschwöten/ die Titus« vor Jerusalem empfangen-, und? beb-seinM/Töde in« Röm-nmstehen-,?uzü /zeichnen.' . Wer-»daher ein Bild jener 'größten Zeit unseres Stammes/gewinnen will/ ohne ill' diä 'Shicialitätew - der - - geschichtlichen Forschsing? - sichzu - v erlietdännd i-dazu-ein''recht lebendiges/ dom'Hauche dev Dichtkunst/beseeltes-"in -der Wirklichkeit der? Erscheinungen verkörpertes Wild -^/demwird! es imtz-Titus" finden/-"Vor diesem /großen -Gewinn- - 'endlich? eine »von? j ü d i s cheM --Gerste erfüllte Schilderun g, "jener- '.Tage - zu haben / schivrndew ble oben geMchnetenMängel, für Uns' wenigstens/bahrü.^ r. Di eSagen: des) Morgenlandes'^ find eine: SammlüUg rvon - Midraschim!,: in- "einfacher. Prosa nnächchzählti D-kkl.Ausw'ahLt istr gut) undl/die "Behandlung zutreffend - Bei- -der/regern) Verbreitung! «VN. Midraschimwelche-seitdem .-durch das - «/-jüdische i VoMblatt",?? geweckt -?wMesi,' sind «dieimeistey-rPiecenibereits udech 'Publikum bekanntet! Endlich-der.!:„Mönch von!MePM^!igehörtueigentlich:nicht hierher, sauchs;gehensiwirn0.ffen(7zu erkennen-- daß wir Persönlich .für-solche Thräyodierr ckeintn'rechten Geschmack ha- Len.'s /Gin rercher''.Erhe ist.Won; seinem treulosen Vormund bestimmt - wordrw/^iMönchjlzu.werden cchMit-sein^Sohst die dem. Erben. von.Kindheit. an,»verlobte reiche .'Bafe?-herrathe^ruDer ,Mönch/und seine Base?-treffen sichsmber/E Len--'sich>)und5:ssterb>ni vor Gram! u;>-Der.- Dichter ^befindet sich ian: der) Etsch, -eimHühnchch -sällt shinein,: m rettet/es der trauernden Henne; dies sieht lvex Mönch,? beichtet-chm deshalb?»sein-ganzes? Leipnünd'i stirht-lin;;■ seinen!)Armeü! In > einer iieuenBearbeitung läßt s der .Dichter^ drei Mönche ihn? fragen/lobuer/? derdem Mönch imSterhett beigestan»« den/'ern Kach,olik'sej./worausLer fich alsi-Juden? zu erkenuen giebt/?"Dieser'«neue.Schluß müßte'/aber durch/irgend eine-Ändeutung "im Anfang/ des. Gedichtes vorbereitet sein. 2*