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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1856-01-01 · Heft 1 (1.1.1856) · p. Seite 9

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
20 (1856)
Issue
Heft 1 (1.1.1856)
Date
1856-01-01
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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Jekumperkanophilen gegen ihn in den Zeitungen geführte! Polemik^ Diese Demonstration der reformirenden Freunde zeigt von Klugheit nächst der Freigebigkeit, denn die Gegner müssen nun ein Gleiches und noch mehr für die Herren Rabbiner Oettinger und Rosenstein thun. Es erinnert dies an die herrliche Stelle im Talmud (Tractat Sabb ath 116, b.), wo ebenfalls von der einen Partei ein kostbarer Leuchter gewidmet wurde, die andere aber dann ein werthvolleres Geschenk opferte und damit die Wirkung des Leuchters abschnitt. Ich rathe der Gegenpartei, den altern Rabbinen nicht etwa einen Esel wie dort, sondern ein Fast, oder meinetwegen 1000 Flaschen Tokayer zu schenken, damit dem Worte nach mit Rabbi Gamaliel gesagt werden kann:! ni'iteb tfani anran ndn Der lächerliche Streit über die kleine Reform wird freilich durch Geschenke an den Reform-Vollstrecker nicht im Geringsten gefördert, denn die Frage ist d ad u r ch nicht wissenschaftlich gelöst, daß die auf der einen Seite derselben stehenden Kämpfer beweisen, sie seien reich und freigebig, und es erinnert das an einen ähnlichen Fall, wo dem Leuchter-Empfänger gesagt wurde: ' mm 1BÖ573 rnana aa hi'« irYiirV *6 timte *<nn zu deutsch : „Freu' Dich des Ehrengeschenks von Bundesgenossen geweihet, Haben beleuchtert den Punkt, wenn auch beleüch- * tet noch nicht!" " Indessen ist es jedenfalls ein Hieb und eine Verlegenheit für die Opposition, wenn sie hört und lieft, wie der angegriffene Gegner von einem anderen Theile der Gemeinde gefeiert wird. — Dr. M. Veit hat an dem Tage, wo die Nr. 49. der Allg. Zeit. d. Jud. zu seinem Gesicht kommen konnte, glücklich Gelegenheit gesunden, sich amtlich an mir zu rächen. Der ueuorthodvre Vorstand 'kostete mir bekanntlich fünf Thalkr, der neuorthodore Veit allein kostet mir viel mehr, obgleich ich nicht verbürgen kann, daß er so viel mehr werth ist. F. Lt. Berlin, 20. Deeember. (Eingesandt.) Der Unterzeichnete war in seiner Eigenschaft als zeitiger Schriftführer des Vereins zur Unterstützung jüdischer-Lehrer in Preußen eben beschäftigt, Ihnen einen ausführlichen Bericht über die Entwickelung und die nunmehrigen Verhältnisse unsres Vereins zuzusendenals ihm in der eben hier angekommenen Nr. 51. der Zeitung des JudenthumS ein den Verein betreffender Artikel aus Berlin zu Gesicht kam, über dessen Inhalt, so wie insbesondere über den- Inhalt der von der löbl. .Redaktion hinzugefügten Nachbemerkung Sie gestatten wollen, noch vor dem Abdruck des Ihnen baldigst' zukommenden .ausführlichen Berichtes vorweg einige Bemerkungen zu machen. Was zunächst den Artikel Ihresbekannten geistvollen, dabei aber auch oft zu scharfen und bittern hiesigen Correspondenten betrifft, so muß dieser, trotz der großen Anerkennung, -die darin dem Verein und seiner Wirksamkeit ausgesprochen wird, doch durch die Hineintragung eines scharf zugespitzten Parteistandpunktes und eines auf andern Gebieten hervorgerufenen, gleichviel, ob berechtigten oder nicht berechtigten scharf gereizten Gefühles auf ein so harmloses und nur der Wvhlthätigkeit gewidmetes Gebietzunächst auf den Vorstand des Vereins, sodann aber auch auf jeden Unbefangenen einen unerquicklichen, peinigenden Eindruck machen. Der Correspondent selber spricht es in seinem Artikel äuS: „Die achtbarsten Männer aller Stände, unabhängig von ihrer religiösen , politischen oder socialen Richtung widmeten ihre' Theilnahme und Beiträge einem Institute, welches allseitig für eine Wohlthat und für ein großes Bedürfniß gehalten wurde." — Wenn dem nun, nach den eigenen Worten des Correspondenten, so ist, so geht wohl daraus am klarsten hervor, daß von allen Seiten unser Verein als neutraler, heiliger Boden betrachtet wird, der von sonstigen persönlichen und Partei-Anschauungen und Kämpfen auf ganz andern, den Zwecken des Vereins ganz fern liegenden Gebieten völlig unberührt bleiben kann und bleiben muß. War es da wohl rechte m einem Bericht über einen solchen Verein kränkende Parteibenennungen, bittere Bemerkungen und verletzende Anspielungen zu häufen? —in einem Bericht, der zweifelsohne in der Absicht geschrieben, dem Vereine zu nützen , aber so geschrieben ihm nothwendig schaden muß?! Diese Frage sollte von Herrn F. Lt. um so unbefangener und vorurtheilöloser inS Auge gefaßt werden, als sie an ihn, wie er aus der Unterschrift ersehen wird, von einem Manne gerichtet wird, der ihm durch vieljährige Beziehungen als College und Freund mähe stand, der manche Lanze für ihn einzu- 1

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