Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 18 (1854)
- Issue
- Heft 51 (18.12.1854)
- Date
- 1854-12-18
- Page
- Seite 647 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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647 I) Dr. Grüne bä um aus Landau, eingesandt: Abfassung eines Buches zum Unterrichte inderisraelitischm Religion und Religionsgeschichte für gelehrte unb höhere Bürgerschulen. , 2) vr. Adler in Alzey, im Namen des israelitischen LehrerS'Hecht zu Hoppstätten: Abfassung eines allgemeinen deutschen Lesebuches für israelitische. Schulen. 3) Stein: Einigung, zunächst der benachbarten Gemeinden, auf dem Gebiet der Liturgie. 4) Derselbe: Einigung der Rabbiner über eine gemeinsame Trauungsagende. 5) D er selb e: Einführung eines deutschen Formulars für eine allfakbathliche Seelenfeier der in der verflossenen Woche (des laufenden Jahres oder früherer Jahre) Verstorbenen und zwar: „der Herr gedenke in Barmherzigkeit (rrtS'O der Seele N. N. und nehme die Spende, welche zu deren Andenken in — hier wird die betreffende Anstalt genannt — gestiftet worden ist, mit gnädigem Wohlgefallen -auf. 6) Derselb e: Aufforderung zur Abfassung einer Geschichte der jüdischen Cultus-Resornt vom Beginn dieses Jahrhunderts bis äuf unsere Lage. 7) Prä grr: Ausarbeitung einer Encyclopädie der jüdisch-theologischen Wissenschaft. (Vgl. unten.) 8) Derselbe: Abfassung eines Buches, hebräisch und deutsch, zum Votlesen (Lernen) bei religiösen Zusammenkünften (Chebroth). 9) Derselbe: Einrichtung einer Feierlichkeit in der SynagogeMr Namensnennung der Neugeborenen bei Aussegnung der Wöchnerinnen (wobei bemerkt wurde, daß solche bereits in verschiedenen Gemeinden bestehe). 10) Derselbe: ®ie Konferenz wolle sich übet die Art und Weise religiös fortbildender Catechisationen für die confirmvrte Jugend aussprechen. II) vr. Levi: Ausarbeitung eines geeigneten Leitfadens beim Confirmationsnnterrichte. 12) Derselbe.: Aufgabe für die Cantoren zur geeigneten Modernifirnng der antiken Regina. 13) Derselbe: EinrichkKng eines gleichmäßigen Ornates als Amtskleidung der Rabbiner. 14) vr. Rot.h schild: Bearbeitung des religiösen Ceremoniells in Haus und Leben. 15) Perselb e: Bearbeitung eines Buches zur häuslichen Andacht und_Erbairung. 16) Derselbe: Bearbeitung eines geeigneten Predigtbuches für Gemeinden, die des Rabbiners ermangeln. 17) De,rselb e: Bearbeitung eines geeigneten Religionsbuches für. israelitische Elementarschulen. 18) Derselbe: Bildung von Vereinen gegen daS jüdische Bettelwesen und Zusammenwirken der einzelnen Vereine; insbesondere.: Verpflichtung der Rabbiner, Niemanden an die Mildthätigkeit der Glaubensgenossen zu empfehlen, den sie nicht persönlich oder durch zuverlässige, an sie ergangene Empfehlungen, als empfehlenswerth kennen. (Stein erweitert diesen Antrag dahin, daß derartige Empfehlungszeugnisse nach Außen gar nicht gegeben werden, sondern Jeder sich in dieser Beziehung auf den Kreis seiner nächsten Umgebung beschränken soll.) 19) Derselbe: Einigung in Betreff einer gleichmäßigen Agende zur Vollziehung der Confirmationsfeier. 20) vr. Lewhson: Einigung in Betreff einer gleichmäßigen Agende zur Vollziehung der Confirmationsfeier. 21) Derselbe: Ausarbeitung einer Geschichte der Minhagien (nach talmudisch-religiösem Brauche). Die Conferenz beschließt hierauf, dem Anträge S t e i n 's, Einigung auf dem Gebiete der Liturgie betreffend, die Priorität zur sofortigen Berathung zu geben. — Der Antragsteller setzt sodann auseinander, wie dringend eine solche Einigung geboten sei; wie selbst Rabbiner und Gemeinden, welche gleiche Gesinnungen und Bestrebungen haben, bei Feststellung des CultuS in trennender Weise auseinandergehen, so daß fast jede Gemeinde eine eigene Liturgie habe, was sich bereits durch eine ziemliche Anzahl verschiedener Gebetbücher störend genug geltend mache. Die Einigung aber scheine ihm nicht blos wünschenswerth, sondern auch ohne große Schwierigkeit ausführbar; es müßte nur denjenigen Gemeindemitgliedern, welche auf dem Gebiete der Cultusreform am weitesten gehen, dadurch Befriedigung geboten werden, daß für sie ein Theil des , Gottesdienstes, welcher die Predigt enthalte, ganz in deutscher Sprache eingerichtet und am besten an den Schluß des Gesammtgottesdienstes verlegt werde. In diesem Falle wird dann eine gleiche, billige Rücksichtstheilnahme auf diejenigen, welche dem hebräischen Gebete anhängen, geltend zu machen sein, so daß jedem Theile auf seinem eigenen Gebiete in Frieden Rechnung getragen werde. So hoffe er es bei dem für die neue Synagoge in seiner Gemeinde abzufasseuden neuen Gebetbuche durchzuführen,, mit anderen, namentlich benachbarten Rabbinern Hand in Hand zu gehen. In dem deutschen Theile des neuen Gebetbuches müßte dann ganz vo.rzüglich die häusliche Andacht berücksichtigt werden, wobei wiederum eine Einigung und Gleichmäßigkeit von unberechenbarem Nutzen für die Pflege des religiösen Lebens -sein würde. Den Antragsteller aber dränge dix Zeit., und. sndem er.-denke, 51