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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1854-12-18 · Heft 51 (18.12.1854) · p. Seite 645

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
18 (1854)
Issue
Heft 51 (18.12.1854)
Date
1854-12-18
Page
Seite 645 (sequence 7)
Language
German
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645 Die Schweiz. Aus Aargau, 7. December. (Privatmitth.) Mehrere aargauische Israeliten sind bei dem Regierungsrathe mit einer Beschwerde eingelangt, darüber, daß sie zu den Wahlversammlungen in den Nationalrath nicht eingeladen werden. Es ist gegründete Hoffnung vorhanden, daß die hohe Behörde zu ihren Gunsten entscheidet. — Am 28. November ist der Große Rath im Clinton Thurgau über eine Gesetzesvorlage, betreffend die Beschränkung des Verkehrs der Juden, obschon er eine solche in früherer Versammlung verlangt, hinweg- und zur Tagesordnung geschritten. — Der Kampf der Bessergesinnten und Freisinnigen war also nicht umsonst. Sie haben dem besseren Geiste den Sieg verschafft. Merkwürdig ist es, daß dieses ohne Hinzuthun der Juden geschehen und daß sich besonders die aargauische Regierung hiebei betheiligt hat. Dr. Donaufürstenthnmer. Bucharest, 21. November. Die Pforte hat den moldauischen Israeliten eine Belohnung für ihre stets bewiesene Loyalität zu Theil werden lassen. Alle Israeliten, welche zur Zeit der russischen Herrschaft unfreiwillig in die moldauische Armee gesteckt worden, sind in Gnaden entlassen und außerdem ihre Steuern vermindert. Amerika. New -Uvrk, 17. November. (Privatmitth.) Die „Deutsch-hebräische Wohlthatigkeitsgesellschaft" feierte gestern ihren 11. Jahrestag mit einem glänzenden Diner in einem dazu festlich geschmückten „City Assembly- Rooms.“ DaS goldgeschmückte Banner der Gesellschaft zierte die Rückwand, vor welcher zunächst die erhöhte Tafel deS Vorstandes sich befand. Von hier aus liefen in vertikaler Richtung die reichbesetzten Tafeln der Mitglieder und Freunde des Vereins, deren Zahl sich über zwölfhundert belief. Der Vorsitzende der Gesellschaft, Herr Jos. Seligmann, präsidirte. Die geachtetsten Kaufleute und Mitglieder unserer ersten Geschäftshäuser gehören theils zum Vorstände, theils hatten sie für diesen Abend sich freundlichwillig der anordnenden Thätigkeit unterzogen. — Der Zweck des Vereins, die armen, durch religiösen und bürgerlichen Druck auS Europa hierhergetriebenen, Hülfe suchenden Einwanderer mit Rath und That zu unterstützen, zeigt genügend das höhere Streben und bekundet die wahrhaft wohlthätige Gesinnung, von welcher der Verein beseelt ist. Daß der Verein hierbei praktisch zu Werke geht, zeigt sein vorjähriges Jahresdiner, welches 5000 Dollars einbrachte, von welchen . 4400 Doll, für Unterstützung und 500 Doll, zum HoSpitalfond verwendet werden. Mehr noch aber bezeugen es Hunderte von Unterstützten, die durch den Verein die ersten Mittel und Rathschläge erhielten, denen sie ihr späteres, besseres Fortkommen verdanken. In ergreifender Weise schilderten dies die Herren Redner I. Seligmann, Rev. Jsaacs, vr. Lilienthal, Davison, Philipp Frankenheim und Wilh. Seligmann. Die mit stürmischem Beifalle aufgenommenen Reden wurden mit den betreffenden Toasten begleitet, welche der Tagesfeier, unserer neuen Heimath, dem Wohlthätigkeitssinn, der Erziehung, der. bürgerlichen und religiösen Freiheit, den Behörden, den Schwestergemeinden, den unterdrückten Brüdern im Auslande und endlich — den Damen galten. Die nach der Tafel veranstaltete Collecte brachte nahe 4000 Doll, ein. Der Verein ist, wie Thatsachen zeigen, kein ausschließlich religiöser, wenn man nicht seine Handlungen und sein Streben als den Ausfluß jener Religion anerkennnt, die man die „Religion der That" neuerdings nennt. Wir wünschen dem Vereine, ferneres Gedeihen und Wohlergehen. Herr Rabbiner vr. I. M. Wise, früher Prediger in Albany N. N., ist ungefähr vor sechs Monaten in gleicher Eigenschaft nach Cincinnatieiner der größten israelitischen Gemeinden Amerika's, berufen worden. Dies Ereigniß hat uns freudig berührt, daß das Verdienst eines so hohen und seltenen Mannes Anerkennung gefunden, und ihm ein größerer Wirkungskreis offen steht. Während der kurzen Zeit feines DortseinS hat er schon manch Erhebliches geleistet. Die Knaben- und Mädchenschule, die ganz im verwahrloststen Zustande war, hat er bedeutend verbessert und gehoben, und leitet persönlich den Religionsunterricht. Auch in den Gottesdienst hat er mehr Ordnung und Verbesserung eingeführt, und billigte die von der Gemeinde gewünschte Chor-Einführung. Herr Dr. Wist hält abwechselnd jeden Sonnabend einen Vortrag in deutscher und englischer

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