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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1854-12-11 · Heft 50 (11.12.1854) · p. Seite 638

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
18 (1854)
Issue
Heft 50 (11.12.1854)
Date
1854-12-11
Page
Seite 638 (sequence 14)
Language
German
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heben, aber um diesen seinen Zweck zu verbergen, auch noch zur kurzen Schilderung einiger anderen Gemeinden überging. So gern wir auch diese letzten Mittheilungen, besonders das aus unfern sehr geehrten Oberrabbiner Herrn Kahn sich Beziehende anerkennen, so sehr befremden muß es uns, wie der Berichterstatter dazu kommt, über unsere Gemeinde und Verhältnisse so wahrhe'itswidrig sich zu äußern, indem er bemerkt, daß hier der Jndifferentisntus zu Hause sei, so daß aus dem Gründe sogar die Predigt verschmäht würde, selbst eine Gemeindeschule nicht gut zu Stande käme. Es ist demnach unzweifelhaft, daß der Berichterstatter damit beabsichtigt hat, unsere Gemeinde in schlechtes Licht zu stellen. Daß hier Indifferentisnrus zu Hause sei, können wir, Gott Lob! in Abrede stellen. Es ist hier wie fast überall in jeder Stadtgemeinde, alt -— und neu. Die Gemeinde ist weder eine neologe noch eine orthodore zu nennen. Sie huldigt dem vernünftigen Fortschritt, sie bestrebt eine gemäßigte Reform auf liberalem Wege. Während der Predigt ist die Gemeinde stets mit Aufmerksamkeit und Andacht in der Synagoge versammelt, nicht aber wie der Berichterstatter; es lügenhafter Weise ausposaunt. Unser Prediger und Lehrer Herr Rosenthal predigt an den geeigneten Tagen regelmäßig, und müssen wir bei dieser Gelegenheit gestehen, daß wir dessen Predigten sehr gern hören, indem sie in der Regel gut und populair ausgearbeitet sind, und schön Horgetragen werden. Was unsere Schule betrifft, so besteht sie seit einer Unterbrechung von einigen Jahren, in ihrer neuen Einrichtung zwar erst feit verflossenem Frühjahr, nämlich seit dem Hiersein unseres jetzigen Lehrers, aber bereits ist sie in bester Ordnung organisirt, und ist die Gemeinde über die guten Fortschritte ihrer Kinder sehr zufrieden. Herr Rosenthal wirkt in seiner Schule mit treuem Flciße und Amtseifer, so wie mit sichtbar gutem Erfolge. Unsere Gemeinde Saarloüis aus höchstens 40 Familien braucht jährlich für ihre besoldeten Beamten circa 600 Thlr. Schon diese pecuniairen Opfer könnten als Beweis dienen, daß von Jndifferentismus keine Rede sein kann. Jenen Artikel über Saarlouis müssen wir also als eine böswillige Verleumdung charakterifiren. Was die kleine arme Gemeinde Nalbach in unserer Nachbarschaft betrifft, deren vor einigen Wochen stattge» fundenen Synagogen-Einweihung der Berichterstatter erwähnt, so ist es wirklich tadelhaft, daß ein Lehrer aus obengenanntem Orte Saarwellingen für den abgehaltenen Einweihungs-Gottesdienst außer seinen Nebenaccidentien von dieser armen Gemeinde nicht weniger als 20 Thlr. nehmen wollte, jedoch nach Unterhandlung mit 18 Thlr. sich begnügte. Der Vorstand der Gemeinde. Tuchel.Berichtigung. Nach einem Referate in Nr. 44 dieses Blattes soll ich mich mit dem Dr. Bendir, nachdem wir uns längere Zeit in den Haaren gelegen, dermaßen ausgeföhnt haben, , daß ich ihm sogar eine ft'aKih rrnnii ertheilt habe. Dieser Bericht ist durchaus falsch. Obgleich Dr. Bendir im vorigen Jahre nur von einem kleinen Theile der hiesigen Gemeinde als Prediger ausgenommen wurde und dessen Anwesenheit Hierselbst eine Spaltung in der Gemeinde herbeizuführen drohte, so habe ich mich doch niemals gegen denselben intolerant gezeigt.. Was. aber die nfcrnfi rnniri betrifft, die ich ihm gegeben haben soll, muß ich bemerken, daß er mich zwar mehrmals darum ersucht, aber niemals eine solche von mir erlangt hat. Jedoch hat er, wie ich genau überzeugt bin, eine n/irin in hebräischer Sprache mit meiner Na m en s u nte rschrift und meinem Siegel in Flatow behufs seiner Aufnahme daselbst vorgezeigt, die ich hiermit öffentlich für falsch erkläre. — Ich begnüge mich hiermit, da ich noch andere ThatsacheN anführen könnte. S. Horwitz, Rabbiner. UM" Abonnement zum Isten Semester (1. Januar 1833). Leipziger mit ca. 100 zweisp. Text- Allgemeine Modenzeitung f®T'ul!" stichen. Preis halbj. 4 Thlr. oder, nur mit den Modestichen, 3 Thlr. In allen Postämtern, Zeitungserpeditionen und Buchhandlungen zu haben. Baumgartners Buchhandlung. So eben ist bei Heinrich Hunger in Leipzig erschienen : ' Zions-Klänge. Religiöse Dicht»ngeu. Von Dr. I. Schwarz, Rabbiner. Ein Confirmations - und Festgeschenk. Miniatur-Ausgabe. Brosch. 12 Ngr. Die Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des JudenthumS. Unter Mitwirkung mehrerer Gelehrten heraußgegeben von Oberrabbiner Dr. 3. Frankel, Director des jüdisch-theologischen Seminars zu' Breslau, erscheint auch für 1858 als 4'. Jahrgang. Ladenpreis für 12 Hefte 3 Thlr. Pränumerationspreis (gültig bis Ende März 1855) nur 2 Thlr. Alle Buchhandlungen nehmen Bestellungen an. Leipzig, im December 1854. Herrrrich Hunger. Jüdisches Wolksblatt No. 8. Erziehe Deine Kinder jüdisch! II. — Das Abenteuer eines Pilgers. 3. lForts.) — Notizen des Tages. — Anfragen und Antworten. — Kleinigkeiten aus der jüdischen Geschichte von Ema- . null Hecht. — -NB. Durch alle Buchhandlungen und Postämter zu beziehen. Jährlich; 1 Thlr. Vierteljährig '/< Tblr. Verantwortlicher Rcdacteur: K. Nabe. Verlag von Baumgartners Buchhandlung in Leipzig. — Druck von I. B. Hirschfeld.

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