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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1854-12-11 · Heft 50 (11.12.1854) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
18 (1854)
Issue
Heft 50 (11.12.1854)
Date
1854-12-11
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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18. Jahrgang. Al lg e m c ine JW 50 , : . ' ■■ EiN unparteiisches Drgan für alles jüdische Zntereffe. Herausgegeben von Rabbiner Br. Ludwig Philippsou in Magdeburg. - Leipzig, den 11. December 185^. Diese.Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird jährlich 78 BogeN in Quart mcl/desÄitels, Registers u. s. w. umfassen. In Gemäßheit des Zweckes, derselben die allgem ein ste Verbrei tung ^« geb en, iss der Preis aüß erst ni edri^ : mit 3 Lhlr. für den Jahrgang; — l Thlr. 15 Ngr. (1 Thlr. 12 gGr.) für sechs Monate— 22>/r Ngr. (18 gG.) für das Wiertxljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und-Seitungs-Erpeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die königl. sachs. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. '■ Inhalt. Leitender Artikel: An alle Rabbinen und jüdischen Lehrer in. Preußen. Zeitungsnachrichten: Deutschland: Hannover. Preußen: Berlin,Berlin. Oesterreichischer Ka iserstaat: Brünn, Wien. "... Abhandlungen verschiedenen Inhalts : Geschichte Diego de Aguilar's. Von LuLw. Aug. Frankl in Wien. Correspondenzenr Pariser Skizzen. XI. — Offenbach. Bericht über eine Rabbiner-Conferenz, abgehalten zu Wiesbaden am 8. und 9. November 1854. Leitender Artikel. Magdeburg, 4. December. An alle Rabbinen und jüdischen Lehrer in Preußen. Wir haben in Nr. 48 unsre Ansichten über die Stellung der jüdischen Lehrer in Preußen ausgesprochen und ihre beklagenSwerthe Lage, so wie deren Heilmittel bezeichnet. Wir sind dabei nicht aus den Grenzen des Praktischen und Möglichen hinausgeschritten. Wir haben seitdem von vielen Seiten beistimmende Zuschriften erhalten, so wie Aufforderungen, in irgend einer Weise Etwas zu thun, daß es besser werde. Wir haben dabei von vorn herein ausgesprochen, daß uns hierbei nicht allein und nicht sowohl die Lage der Lehrer, als vielmehr die wesentlichen Interessen des Judenthums leiteten, da einentheils unter dem Verfall des jüdischen LehrerwefenS, anderntheils durch den eintretenden Mangel an tüchtigen Subjekten die heilige Sache, die wir verfechten , außerordentlich. leiden muß. Wir beregen hier nicht die große Frage der jüdischen Elementarschule,- eine Frage, welche wiederum am besten durch das Leben entschieden wird. Denn bei der streng specifisch christlichen Gestaltung der Volks- und Elementarschule kann —- mit Ausnahme seltener günstiger Lokalitäten — die Noch» Wendigkeit der. jüdischen Elementarschule nicht bestritten werden, und das Leben ruft sie hervor und erhält sie, nicht bloß in kleinen Landstädten, sondern auch in-Hamburg, Berlin, Frankfurt u. s. w. Wir haben vielmehr besonders das jüdische Religionsschulwesen oder den Religionsunterricht im Auge, und da kann es denn um nichts kläglicher stehen, als um dieses in Preußen. Wir kennen ganze Striche, in welchen die Kinder unsrer Glaubensgenossen eben so wenig, hebräisch lesen, wie die zehn Gebote lernen; eben so wenig die Satzungen, wie ihre Bedeutung, eben so wenig die Bibel, wie die Geschichte: Bei einem solchen Zustande , thut es wahrlich Noch, daß es besser werde, und darum begegnen sich , hier die Interessen des Judenthums und der Lehrer. Wir haben gesagt, daß diesen Verhältnissen nur durch ein Gesetz abgeholfen werden könne. Wir sagen es offen: Es ist sicherlich nicht der böse Wille der Gemeinden, es ist auch nicht der vielverschrieene JndifferentismuS der Einzelnen, der diese Zustände herbeigeführt habe; denn wir wissen es aus Erfahrung, daß die jüdischen Wern

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