Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 18 (1854)
- Issue
- Heft 49 (4.12.1854)
- Date
- 1854-12-04
- Page
- Seite 623 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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623 rühmen swerther Ausdauer seinen Functionen vorsteht, sowie für die Gemeinde selbst, die in dem ihr gehörenden Garten mit herrlicher Aussicht auf die Mosel und Umgebung Gelegenheit hat, sich zu erfrischen und von Neuem zu sammeln. Dadurch allein konnte dem fortwährenden Herein- und Hinausgehen während des Gebetes, wie es leider noch an vielen Orlen Sitte ist, vvrgebeugt werden. Daß die Einführung dieses geregelten und zeitgemäßen Gottesdienstes dem Rabbiner nicht leicht geworden, daß er manchen schweren Kampf zu bestehen hatte, kann man sich henken. Galt es ja bei dem Scheiden aus der alten Synagoge, den alten Schlendrian mit seinen Unsitten zu verbannen und zu vergessen, eine starre Orthodoxie mit ihrer sieten Opposition zu belehren und den Indifferenten, die nirgends fehlen, für die heilige Sache des Judenthums Interesse einzuflößen. Daher-überragt auch die verhältnißmäßig kleine Anzahl dortiger Glaubensbrüder alle andern größeren"Gemeinden am Rhein, wie Düsseldorf, Bonn, Cöln u. s. w. Ja, an letztgenanntem Orte mußte sogar an ©jn von der Polizei die Synagoge wegen Baufalligkeit geschlossen werden! Welch ein trauriges Zeugniß für eine so reiche Gemeinde! Wohlthuend und erfreulich für die Glaubensgenossenschast zu Koblenz wird daher gewiß die Anerkennung sein, die ihr bereits zu Theil wurde. Verschiedene Deputationen aus nah und fern, zuletzt die aus Mannheim mit ihrem Rabbiner an der Spitze, beweisen dies zur Genüge. Sie waren alle gekommen, wie uns berichtet, um den Lor-» tigen Gottesdienst als Norm für den ihrigen zu nehmen, und waren voll des Lobes, nachdem sie demselben beigewohnt. — Zum Schluß möchte ich mir noch erlauben, den Verwaltungsrath auf einen Uebelstand aufmerksam zu machen, der sich mit geringen Opfern leicht beseitigen ließe. Ich meine den schmalen Gang von der Treppe zum Haupteingang. Durch das Entfernen der zwei anstoßenden Zimmer würde der Gang in einen weiten, hellen Platz umgewandelt und etwaigen Unglücksfällen sicher vorgebeugt werden. — Anzeigen. Zu Ostern 1855 wird die Stelle eines ReligionSlehrers, Vorbeters und Schächters bei der hiesigen Gemeinde vacant; außer freier Wohnung und Beköstigung ist das fire Gehalt 120 Thlr., und trägt die Stelle im Ganzen circa 150 bis 160 Thlr. ein. — Die hierauf Resiectirenden haben sich der Approbation beim hiesigen Landesrabbinat zu unterwerfen und wollen sich mit Einsendung ihrer Zeugnisse über ihr moralisches Betragen und ihre Fähigkeiten bei beut Unterzeichneten melden. Der Vorstand de.r israelitischen Gemeinde. Ludwigs ln st, im November 1854. Vaeanz. Die Stelle eines Lehrers, Predigers (auch Vorbeters in den Festtagen) an hiesiger Gemeinde ist fördersamst, spätestens zu Ostern 1855, ju besetzen. Dieselbe bietet außer freier Wohnung und Heizung, 200 Thlr. Gehalt pro Jahr. — Geeignete Resteetanten belieben ihre Zeugnisse frankirt an mich zu senden. Der Vorsteher hiesiger israesitischer Gemeinde M. Maß. Güstrow (Mecklenb.-Schwerin), im November 1854. Hauslehrergesuch. Die Herren Gebrüder Bloch in Feuerthalen vis ä vis Schaffhausen in der Schweiz, suchen einen mit guten Zeugnissen versehenen Hauslehrer, der im Stande ist, in den Religionslehrgegenständen sowohl, als auch in deutschen Elementarfächern Unterricht zu ertheilen, zu engagiren. Ein anständiges Salair nebst freier Kost und Logis wird zugesichert. Der Eintritt wird wo möglich auf kommende Ostern gewünscht. Hieraus Reflectirenden ertheilt auf frankirte Anfragen die erforderliche Auskunft L. Haarburger, israelitischer Hauptlehrer in Wa'ngen, Bez.-Amts Radolfzell (Großh. Baden). Ein Mann, der seit längerer Zeit als Rabbiner, Cantor und Schächter sungirt hat, wünscht seine jetzige Stelle aufzugeben, um dieselbe mit einer besser dotirten zu verwechseln. Ueber seine Tüchtigkeit wird sehr gern Herr Ober-Rabbiner Mallim zu Kempen (Pr. Posen) auf Verlangen nähere Auskunft ertheilen. Hierauf resiectirende Gemeinden werden ergebenst ersucht, sich an den genannten Herrn Ober-Rabbiner zu wenden. Ein geprüfter Lehrer, Schächter und Cantor, der einen Chor leiten und deutsche Vorträge halten kann, eine Reihe von Jahren in einer nicht unbedeutenden Gemeinde sungirt hat, und gute Zeugnisse beibringen kann, sucht sofort oder zum Mai k. I. eine Anstellung. Auf frankirte Anfragen wird Herr Rabbiner Leffer in Preußisch Stargard näheren Bescheid zu ertheilen die Güte haben. Eine Wittwe in Berlin, die bereits über dreißig Jahre junge Mädchen mosaischen Glaubens in Pension hatte, ist gesonnen, wieder zwei Mädchen aufzunehmen, die unter guter Aufsicht stehen und stets im Kreise gebildeter Menschen leben würden. Die häusliche Einrichtung ist nach den Gesetzen unsrer Religion geordnet. Die