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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1854-11-27 · Heft 48 (27.11.1854) · p. Seite 605

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
18 (1854)
Issue
Heft 48 (27.11.1854)
Date
1854-11-27
Page
Seite 605 (sequence 7)
Language
German
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m undein Theil von dem Ergebniß den durch , Herrn A. Cohn 'hervorgerufenen Anstalten, ein anderes aber dem von Ihnen bezeichneten Werke zuzuwenden wäre. Gleichzeitig soll noch ein Weiteres in derselben Richtung in'S Werk gesetzt werden. Jährlich gehen große Summen — durch das HauS Rothschild allein an 30,000 Fl. — aus Galizien nach Jerusalem, um zu bestimmten frommen Werken verwendet zu werden. Der Vorstand will sich nun bei den Spendernverwenden, damit wo möglich die neueren Zeitrichtungen von dem milden Sinne , der Geber in gebührender Weise beachtet werden. Die Opferfreudigkeit,: womit die Israeliten aller Kronländer sich an dem letzten Nationalanlehen in hervorragender, Weise betheiligt haben, hat die Erfüllung ihrer so lange in der Schwebe gehaltenen Hoffnungen um nichts, näher gerückt. So ist das neue schon seit Jahr und Tag auf den Erwerb unbeweglicher Güter gelegte Jnterdict noch immer nicht aufgehoben, und das stillschweigend gehandhabte auf neue Anstellungen, namentlich im Lehrfache, dauert fort. Unter den talentvollen Männern, die hierdurch um eine Existenz verkürzt werden, erregt Simon Spitzer, der durch vier Jahre die Ässistentenstelle in der hohem Mathematik am k. k. polytechnischen Institute bekleidete, große Theilnahme. Die Tüchtigkeit dieses Mannes ist von den Sommitäten seiner Wissenschaft — eben so wie . allgemein, sein allseitens untadelhafter Charakter anerkannt. Allein während der Jude Burg, trotz seiner vom hochseligen König Friedrich Wilhelm IH. wiederholt beanstandigten Glaubenstreue, zum Lehrer an der vereinigten Artillerie- und Ingenieurschule in Berlin, so wie zum königl. preußischen Major der Artillerie avancirte, scheint sich für Spitzer die Aussicht auf Civil- oder Militairanstellung im Lehrfache immer mehr verschließen zu wollen.— Selbst in der Ausübung des bürgerlichen Handwerks scheinen sich neue Anfechtungen zu erheben. Wir haben hier einen Schloffermeister, der zehn Jahre lang als Geselle bei einem unserer ersten Meister arbeitete. Es gelang ihm endlich, das Meisterrecht zu erwerben, allein bis jetzt hat sich die Innung geweigert/ihn als Meister aufzunehmen und gegen das Erkenntniß des Magistrats weiter recurrirt. . An solchen dedauernswerthen Vorgängen erfahren wir, , wie unsere Feinde trotz ihrer Bornirtheit und Schlechtigkeit nur allzu erfolgreich Unkraut unter, den Weizen zu säen vermögen. ES führt mich auf das Schicksal zwei solcher Hamane, die viel BöseS durch ihre gehässigen Angebereien und Verleumdungen angerichtet haben. Ebersteig, der judenfeindliche Redacteur der außer Oesterreich wohlkaum bekannten Zeitschrift „Der Zuschauer" wurde vor einigen Wochen von. der Cholera ereilt. Seine Beschränktheit war so groß, daß man ihm während eines ganzen Jahres Stellen aus unsem ersten Dichtern (Schiller, Goethe u. A.) als Anfänger-Proben zur Beurtheilung vorlegte, bis..dieMystifikation durch Abdruck eines solchen Gedichts in seinem Blatte an den Tag kam. — Quirin Endlich hieß ein anderer Pamphletist, der im Jahre 1848 die beweglichen Volksmaffen zur höchsten Gehässigkeit gegen die Juden aufwiegelte. Diesen hat nun die menschliche Strafe — wenn gleich wegen anderer Unthaten — erreicht. Wir lesen in öffentlichen Blättern Folgendes hierüber: „Am 7. November 1854 wurde in Wien der erste Strafaet nach der neuen strafgerichtlichen Procedur verhandelt. In derselben wurde der im Jahre 1848. offen genannte Pamphletenfabrikant Quirin Endlich von der Anklage des Betrugs losgesprochen, jedoch wegen deS. Verbrechens der öffentlichen Gewaltthätigkeit durch Erpressung und zwar in Berücksichtigung vieler mildernden Umstände zu drei Monat Kerker verurtheilt." Alles aber weist darauf hin, daß wir mehr als jemals der innern Befestigung, der Erweiterung und Vervollkommnung unserer religiösen und Humanitätsanstalten bedürfen. Dieses Thema würde mich aber heute zu weit führen; es genüge, zu erwähnen, daß der Bau unseres neuen Tempels bereits in Angriff genommen ist und zu Ostern 1856 eingeweiht werden soll. Demnach dürfte auch an die Ausschreibung der damit zu creirenden neuen Stellen bald gedacht werden. Aus Galizien, Mitte November. (Privatmitth.) Geehrtester Herr Redakteur! So oft ich in Ihrer mit jedem Jahre intensiv und extensiv wichtiger werdenden Allgemeinen Zeitung des JudenthumS Ihre hochherzigen Bemühungen im Interesse deS wahren Judenthums kennen lerne, Bemühungen, die wie die Jakobsleiter im Herzen des deutschen Judenthums wurzelnd, ihre Aeste und Gezweige weit

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