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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1854-11-13 · Heft 46 (13.11.1854) · p. Seite 577

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
18 (1854)
Issue
Heft 46 (13.11.1854)
Date
1854-11-13
Page
Seite 577 (sequence 5)
Language
German
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m tiger feit 1833, endlich ununterbrochen seit 1842 find die Bemühungen der Londoner Judenmisfionsgesellschafr in Jerusalem im Aufschwünge. Es wurden eine Art Hochschule, ein Proselytenhaus, eine Handwerkeranstalt und ein Krankenhaus gegründet. Die Hochschule fand Herr Graul „bereits wieder eingegangen." Die Handwerkerschule bestand aus 8—9 Zöglingen. Was er im >,Proselytenhaus" d. h. wo die angehenden Proselyten faullenzen, fand — sagt er nicht. DaS Hospital, daS gut eingerichtet — stand für Jedermann offen. Hingegen bestand daS Missionspersonal selbst auS — 12 Personen, die von der Gesellschaft reichlich erhalten werden. Der Verfasser fahrt fort: „Auf meine Frage nach den bisherigen Erfolgen der Mission erhielt ich die Antwort, daß die Zahl derer, die seit Anfang der Mission die Taufe empfangen haben, sich etwa (!) aus einige siebzig belaufen möge (!) —diejenigen mit eingerechnet, die in Folge offenkundiger Schande nachher wieder ausgeschlossen wurden, oder aber von selber abfielen. Das jährliche Rundschreiben deS Bischofs Gobat von 1850' läßt in daS geistliche Elend der Mehrzahl.einen traurigen Einblick, thun, und selbst die bessern Ausnahmen erscheinen' in dem Berichte deS so milden ManneS immer noch in einem ziemlich dunkeln Lichte." Da meint Graul selbst, daß dies „geringe Erfolge in Vergleich mit den vielen Kräften und Mitteln sind, die zur Erzielung derselben in Bewegung gesetzt werden!" Er erzählt weiter. „Von den Sephardim, dem ehrbarer» Theile der jüdischen Bevölkerung in Jerusalem, ist auch noch nicht Eine Seele gewonnen. Unter den Aschkenasim, die meist mehr oder minder den Auswurf bilden, stießen die Almosen geringer, daß ein Auskommen kaum möglich ist. Was Wunder also, daß sich von dorther Dieser oder Jener in die Arme der reichen anglikanischen Mission wirft. Zu meiner Zeit konnte man mir auch nicht einen einzigen Proselyten nennen, der nicht der Kaffe der Mission oder sonstigen christlichen Kaffen in dieser oder jener Form zur Last gefallen wäre." DaS heißt doch deutsch gesprochen. Der Verfasser ist daher dieser Erfolglosigkeit wegen sehr geneigt, zu rathen, die ganze Mission in Jerusalem aufzugeben, und lieber in Damaskus die Mission zu betreiben, kann es aber auch hier erst von der Zukunft abhängig machen, ob sie vortheilhaft fein werde. Also blos der Erfolglosigkeit wegen? Hat nicht Herr Graul fast mit eigenen Worten gesagt: eS ist Alles nur ein R e lig i o n S sch a ch er? man gewinnt einige verdorbene Menschen für schweres Geld, und, nachdem sie getauft sind, ist „ihr geistliches Elend" immer noch unsäglich, wenn nicht noch unsäglicher? Haben diese Männer nicht so viel Erleuchtung, einzusehen, daß eine für Mammon erkaufte Seele ein „stinkendes" Opfer ist, für welchen Gott es sei? daß der Religionsschacher der erbärmlichste Schacher ist, dessen sich Gott sei Dank! die Juden, diese „privilegirten Schacherer des Mittelalters," nie haben zu Schulden kommen lassen? Nein! wollet Ihr ehrlich und Gott gefällig sein, so gründet meinetwegen Missionen wie viel Ihr wollt, aber mit dem unerschütterlichen Grundsatz: kein Proselyt erhält, unter keinem erdenklichen Vorwände, auch nur einen Pfennig, keinem Proselyten wird auch nur der geringste irdische Vortheil gewährt— wenn Ihr das thut, dann seid Ihr lobenswerth, dann wollen wir aber auch weiter sehen! Der ÄVLe-ereLntxLtt -er Irrten in Spanien« Die Eröffnung der Cortes nahet sich. So weit die öffentlichen Nachrichten gehenhat daS Ministerium keinen VerfaffungSentwurf abgefaßt, ihn den Cortes vorzulegen, sondern überläßt dies den Cortes selbst. Es kann dies verschiedentlich beurtheilt werden; uns interefstrt es in so fern, daß damit dem Grundsatz der ^Glaubensfreiheit, der Aufhebung der VerbannungSdecrete vom 31. März 1492 viel leichter der Eingang gegeben ist, als wenn ein vorliegender Gesetzentwurf schon sich dagegen aussprrchen würde, daß damit sofort klarer und unmittelbarer sich aussprechen wird, wie weit die Versammelten von jenem Geiste durchdrungen-find. Nichts desto weniger verstand es sich von selbst, daß wir unS zuerst an das Haupt des königlichen Ministeriums, an ESpartero, Herzog von Victoria, wandten, und seine und des Gesammtministeriums Befürwortung mit bescheidenen, huldigenden und eindringlichen Worten erbaten, und zugleich daS (in Nr. 39 d. Bl. abgedruckte) Memoire an die Cortes beilegten. Alsdann ist dieses Memoire selbst, höchst elegant gedruckt, in 500 Eremplaren mit einem Schreiben an den Präsidenten der Cortes abgegangen. Alle diese Piscen sind mit großem Fleiße und Geschick in's Spanische übertragen, und bürgt für die correcte Sprache der Name des UebersetzerS, des kö-

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