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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1854-11-06 · Heft 45 (6.11.1854) · p. Seite 568

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
18 (1854)
Issue
Heft 45 (6.11.1854)
Date
1854-11-06
Page
Seite 568 (sequence 8)
Language
German
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568 Änd ein geführt zu werden. Ueberall hört manvom Einfordern der Statuten von Seiten der königlichen Regierungen. In einigen Gemeinden - sind sie bereits genehmigt, wenn auch nur provisorisch. Es Hilst also, wie vorauszusehen war/ alles Protestiren nichts. Als Lehrer säh' ich daher.gern-, daß..heim Entwerfen der Statuten ein besonderes Augenmerk auf tue Stellung her jüdischen Lehrer gerichtet würde.. Es müßte dafür. Sorge getragen werden, daß. die definitive Anstellung darin ad mininmm angebahnt würde, damit der jüdische Lehrer, her ja bald geworden, nicht wie bis heute noch in. den meisten Gemeinden den Launen Einzelner preisgegeben bleibe. . Denn ich behaupte fest und steif: auf d er d efinitiv e n A nstellung der jüdischen Lehrer beruht das Heil der Sch ule, d i eg a n z e F o r t e n t w i ck e l u n g, de S Jud en th um S. Bei, dieser - Behauptung > mag vielleicht Mancher den Kopf..schütteln und sagen: das ist eine gewagte Behauptung! Und dennoch wiederhole ich sie und, sage: die Schule ist die Trägerin der jüdischen Masse, sie ist es, die zur Hebung und Fortentwickelung des Judenthums den Grund legen muß. Soll die Schule aber diesen schönen Zweck erreichen, dann ist eS nothwendig, sehr nothwendig, daß der jüdische Lehrer anders als biSheran seine Anstellung finde. Man betrachte ihn nicht ferner als außerhalb der Gemeinde stehend, sondern ermuntere ihn vielmehr für seinen schweren Beruf, daß er mit Freuden, mit warmem Herzen in den Kreis der ihm anvertrauten Kinder"ireten kann. Dadurch wird die jüdische Schule immer-mehr Und mehr erblühen und mit ihr und durch sie das Judenthum. — Man fasele mir nur nicht von Beruft Ich habe auch Beruf; bin auch bei Meinen KinderN wohlgelitten, und dennoch kann ich den fatalenGedanken nicht los werden, wie sehr schwankend und beweinenswerth die Stellung'der jüdischen Lehrer ist. Da denke ich denn stets: ach , wie lange noch! Hast du ein Jahr oder zwei Jahre und wenn es hoch geht, drei, vier oder fünf Jahre an einer Stelle gewirkt, so mußt du vielleicht fort, fort um Atter Sache willen/ die mit der Schule gär Nichts zu schaffen hat. Dieses '„vielleicht fort" löscht aus jeden Funken von Liebe zum heiligen' Berufe. Ich stehe nicht allein da mit solchen und ähnlichen Gedanken. Solches und AehnlicheS und leider! viel Schlimmeres noch fühlen undempfinden wohl alle b eru f s g e tr eue n'College«. Gerade diese. Die den heiligen Beruf Handwerksmäßig 'betreiben, denen mag eS wohl-ziemlich gleicht gültig sein, ob sie ihr Brod so oder so verdienen', wetinP SS-' nur v e r-d i en e N: - Bon einzelnem Aufnahmen kann hier keine Rede sein, da hier das Ganze, das Allgemeine in's Auge zu fassen ist. Ich xathe deshalb den Gemeinden, ja nicht so ängstlich und befangen dabei, zu sein. Beiden, der Gemeinde wie dem Lehrer, gereicht eS zum Vortheill Das muß zu Gunsten der definitiven-Anstellung schwer.in die Wagschale fallen. Wie aber ist die Anbahnung zu diesem Ziele zu erreichen?; Zu diesem Behufeschlagt ich vor, Folgendeswelches ich als Schemavorlege, mit in das Statut aufzunehmen: - ' §. 1. Der Religionslehrer, der auch Cantor sein kann,-ist''besoldeter Beamte der Gemeinde. Er mutz das Staatseramen bestanden haben und die in-den §§. 52 - und! g2 des Gesetzes vom 23. Juli 1847 vör!- geschriebenen Eigenschaften besitzen. - u - §. 2. Der Lehrer wird auf den Vorschlag des Vorstandes mit Zustimmung der Repräsentantenversammlung angestellt. ''')K §. 3. Vor der Einführung in sein Amt hat er die Concesfion der königlichen Regierung einzuholen. Nach zweijähriger Amtsführung wird der Lehrer, wenn 'er seiner Verpflichtung pünktlich, den gesetzlichen Anforderungen entsprechend, nachgekommen/ auf zehn Jahre engagirt. Hat er sich nunwährend dieser Zeit seinem Berufe pflichtgemäß hingegeben, dantt istdie Gemeinde verpflichtet , ihn definitiv anzustellen. ' : Natürlich ist Obiges noch sehr zu erweitern und auszuführen. Ich wollte hiermit nur einen Anfang gemacht haben. Der Schwerpunkt fällt auf denletzten Paragraphen. — Sie, Herr Redacteür, werdest zur' Verwirklichung dieses Vorschlages-' gewiß gern und freudig das Ihre beitragen. Die Uebevzeugttng laß - ich ' mir nicht nehmen. -Mögedenn' mein Vorschlag' recht 'bald: zur fruchtbringenden That si ch verwirklichen! ) In Cöln'-'würde vor Kurzem die' alte baufällige' Synagoge durch die Polizei geschlossen/" Jetzt sind-. die Kölner - gezwungen, an- -den Bau dernettest Synagoge zu schreiten,- trotz allenSchaitirüNgdtt ustb ManciruNgen^der religiösen Ansichten der'rsrablitischen Einwohner-dieser mächtigen Handelsstadt) - Einst/ weilen haben sie sich ein Local gemiethet zur- Abhaltung des Gottesdienstes. Daß das - neue GotteShttuS

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