Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 18 (1854)
- Issue
- Heft 43 (23.10.1854)
- Date
- 1854-10-23
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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18. Jahrgang. Allg e m e i n e Zeituna -es JW 43 Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Herausgegeben von . Rabbiner Vr. Ludwig Philippfon in Magdeburg. Leipzig, den 23. October 1854. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird jährlich 78 Bogen in Quart incl. des Titels, Registers u. s. w. umfassen. In Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Berbreitüng zu geben, ist der Preis äußerst niedrig: mit 3 Thlr. für den Jahrgang; — l Thlr. 15 Ngr. (1 Thlr. 12 gGr.) für sechs Monate — 22 V2 Ngr. (18 gG.) für dasi Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und'Zeitungs-Erpeditionen nehmen Bestellungen an; derHauptspedition für beideLetztere hat sich die königl. sachs. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. I n h a l t. Leitendev Artikel: Der Cultus. Zeitungsnachrichten: Palästina: Jerusalem, Jerusalem, aus Palästina. D e u tschlan d: Leipzig, Stuttgart. Preußen: Berlin, Berlin, Posen. Oesterreichischer Käiserstaät: Wien, aus Ungarn. Türkei: Constäutinopel. Nordamerika: Cincinnati. Correspondenz: München. Israel und die deutsche Kunstausstellung in München. Leitender Artikel. Magdeburg,. 17. October. Der Cultus. So sehr man sich auch gewöhnt hat, die.Cultus - reform nicht mehr als die wesentlichste Frage des gegenwärtigen Judenthums, zu betrachten, , so darf, sie doch nicht aus den Augen gelaffen, werden, und von. Zeit zu Zeit ist ein Bericht über neue ,Erscheinungen , auf-diesem Gebiete sicher willkommen. Es . liegen einige Gebetbücher vor uns, und d.iese.sind doch, zugleich der Typus des auf Grund derselben gehaltenen Gottesdienstes. Diese Gebetbücher find, ein sehr voluminöses, von Geiger in Breslau, und.ein sehr.dünnes von Rothschild in Aachen; das erstere ist ganz und.gar.hebräisch? und hat die Übersetzung unter dem Strich, .für . die' stille Andacht). das zweite fast ganz deutsch,, undchatdqS Hebräische unter dem Strich für die stille Andacht. Hiermit haben wir denn den Anhalt für folgende Bemerkung. Es ist jetzt factisch durch das Leben entschieden, was wir in den Rabbinerversammlungen immer aufrecht erhalten und vertheidigt haben: die Beibehaltung des Hebräischen als Gebetsprache fürdie feststehenden Theile unseres Gottesdienstes, die Muttersprache für die beweglichen Theile des Gottesdienstes. Es sind bis jetzt, so viel wir wissen, nur noch die Reformgemeinde in Berlin und die Aachen er Gemeinde, welche das Hebräisch auf einige wenige Sätze beschränkt haben, und nur im hohen Norden ringt in diesem Augenblick eine Gemeinde in ihrem Schooße darum (zu Gorhenburgin Schweden). Sonst ist überall das Hebräische beibehalten worden, und in der Jetztzeit zeigt sich nirgends weiter eine vorherrschende Neigung, das Hebräische zu beseitigen, vielmehr haben sich die Geister der heiligen Sprache wieder zugeneigt. Behält doch die katholische Kirche in Frankreich und- Spanien, in Deutschland und Polen, in Irland und Syrien die lateinische Sprache als Cultussprache bei — und die hebräische Sprache ist nicht blos die einmal angenommene und angewöhnte Cultussprache, sondern die Sprache unseres Stammes, die Sprache der heiligen Schriftderen Kenntniß zugleich die Wächterin gegen verfälschende Auslegung ist, die Sprache unserer ganzen Geschichte und Literatur! — Wir waren stets und find um so mehr jetzt der.Ansicht: daß stehende Gebete