Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 18 (1854)
- Issue
- Heft 41 (9.10.1854)
- Date
- 1854-10-09
- Page
- Seite 520 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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>20 Mikmrer. nennen hörte-. wie^MMagnuHDUsWvr. Oesterreich, GaSpary u. s. w. ES ist-auffallend, hörte man i^ier: und^da, daß die Einheit Ln diesem^ Wahlkampfe chies Mat; durch Nichts gestört,: daß nicht der Neid und.die Verleumdung -einzelner Parteigänger im Stande waren, den Man^rn entgegen zu treten, von deren getreulicher und unparteiischer Wirksamkeit man im Voraus)überzeugt war. -Man hatte aber zu ffrüh: gejubelt > der Verleumder -schlief durchaus nicht, .er) erwachte nochzur - gehörigen Zeit/ und hat, wie ein kluger, schlauer- Banquier heut zu Tage, den günstigen Augenblick abgewartet und speculirte in Bezugauftchrn^Borstaüh.,".Ja baisse. Und dieser Verläumder, wollte ich sagen: dieser schlaue Banquier, rechnend auf. seine hohe-Stellung innerhalb der Gemeinde-trat-mit folgender Denünciation-gegen MagnuS auf: „ES gehörte derselbe 1848 ber; Umsturzpartei an; eS habe derselbe in einer öffentlichen Versammlung folgende Worte, gesprochen:» 'Die Emancipation der Juden - müsse durchgesetzt werden, eS koste, was es wollet Das ist.der Inhalt dieser Denunciation, die bis in? die höchsten Regionen gedrungen sein soll. — Und wer hat diese Denunciation eingereicht? — Ein Jude, der.sich einen frommen Israeliten nennen läßt, weil er die Synagoge fleißig besucht, sich schüttelt und die Augen verdreht und nicht einmal erröthet vor diesem Schandfleck, der ewig auf ihm haften wird./ Und: wessen, klagt ereinen Mann an? der Liebe zu einer gedrückten GtaubenSgenossenschaft,. dtp Liebe zum Judenthum, deren sich der fromme Denunciant nicht rühmen kann. ES wurde inzwischen -höhern OrtS bei der städtischen Behörde, bei den Bezirksvorständen/ hei vielen achtbaren-Bürgern Erkundigungen über den rc. Magnus eingezogen, und einstimmig wurde dieser Charakter als ein ehrenwerther bezeichnet. Die Begeisterung der^ Gemeinde für-die schon vollzogene Wahl zeigte sich so - eclatant, -daß: eine Petition.an den Polizeipräsidenten, mit den Unterschriften der bedeutendsten Mitglieder, gerichtet wurde, und. wie man ebenfalls -erfährtwird der gute Sinn der Gemeinde siegen und die intelligenteste Gemeinde'in Preußen endlich einen ihrer würdigen Vorstand ' erhalten. GS wäre sehr ergötzlich , wenn sich -dererbärmliche Denunciant, der klu ge B anq nierdiesmal in seinen Speculationen verrechnet hätte? und die Differenzen auf eine so fried-- liche Wesse ausgeglichen würden. Denn eö. ist^kein Zweifel, daß der nochmaligen -Wahl auch , die Bestätigung folgen wird. . ,. . Eo r r e sp o n d e n z. München, am 'Vw üiL,' 25. Septbr. 1854. To-esschrecken und neues Leben. . . i $M&v ifftt Gco&avTo; twv j noviov {zefivijG&ca.. i .; ■.. ■ ■ ,; Euripid. ' . Süß ist's, ein ^Geretteter, der Leiden gedenken. -- Die .große Pest zu Athen hat, in. Thucydides., das Sterben zu Florenz hat in Boccacio seinen clasfischen Darsteller, gefunden. .Selbst Eugen . Sue. hat : es -mnternommen, mit aller Fertigkeit seines. düsteren Griffels dii Choleraschrecken zu Paris zu schildern.- —. Wenn /ich/'nun mit minderem Geschick es unternehme, die Leiden', einer Stadt zu zeichnen, die seit. Wochen unter: einer ähnlichen Zuchtruthe geseufzt, so geschieht es nicht, aus der unheimlichen Lust, das Dämonische und Schreckliche, zu malensondern weil schönere und lichtvollere Aussichten am Grabe der - Opfer den schreckenbleichen Mund zur Sprache des Dankes und der Hoffnung eröffnenweil es süß ist, ein Prophet 'schönerer Tage zu sein; weil es endlich eine Rechtfertigung Gottes in der dunklen Räthselsprache feiner Schrecknisse gilt. — Diese Blätter habenvielleicht eine Berechtigung auf einen Platz in Ihrer Zeitschrift; und wäre es auch nur,, als eine Apotheose - der.-Opfer-, welche der schnelle Tod aus dem Schooße unserer israelitischen Gemeinde gefordert) hat. ' . . ) , . Die ersten Wochen der Münchener Industrie-Ausstellung waren heiter:undbelebt genug. Münchenseit vie^ len/Jahren ob seiner: unvergänglichen Kunstschätze -das/ ersehnte- Wanderziel Tausender, der Tempel des edelsten Kunstgenusses durch die gebotene wonnige Anschauung des Schönsten, was alte - und - neue Zelt zur Verherrlichung. des menschlichen Daseins darbieten; München.sah seit?- vielen Jahren nicht! so'viele Gäste,- als - seitdem - der Palast der Industrie und - der Künste neue-Feste: den freudigen Herzen der Fremdlinge versprach. Es -war Än)-Wogen und Drängen durch die Straßen, ein festtäglicher Glanz in - den Zügen der Menschen.: - Ja selbst die .'Gebäude hatten fast fämmtlich einen neuen Firniß angezogen-num ihre Gäste-schöner und heiterer zu empfangen. KeinHauSwar ohne Gäste;, ja: das Familien-' und Freundesleben war für einige. Zeit durch: -diese Störenfriede: aufgehoben,.