Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 18 (1854)
- Issue
- Heft 38 (18.9.1854)
- Date
- 1854-09-18
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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18. Jahrgang. All g e m e i tt e JW 38. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. HerausgegeLen von Rabbiner Dr. Ludwig Philippson in Magdeburg. Leipzig, den 18. September 1854. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird jährlich 78 Bogen in Quart incl. des Titels, Registers u. s. w. umfassen. In Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, Ist der Preis äußerst niedrig: mit 3 Thlr. für den Jahrgang; — t Thlr. 15 Ngr. (1 Thlr.^ 12 gGr.) für sechs Monate — 22'/r Ngr. (18 gG.) für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungs-Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die königl. sachs. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. I N h a l t. Leitende Artikel: Gaben für die armen Israeliten in Palästina. — Jüdisch-religionsphilosophische Briefe. V. Zeitungsnachrichtenr Deutschland: Dresden, vom Mein. Preußen: Kempen, aus dem Großherzogthum Posen. Oesterrei chischerKa iserstäat: Siklos, Wim. Die Schweiz: ans dem Aargau. Holland: Rotterdam. Dänemark: Aalborg. Rußland: Brody. Türkei: Constantinopel, Nordamerika: Cincinnati. Literarische Nachrichten: aus Mähren. Correfpondenz: Fulda. Eine Reiseskizze. Leitende Artikel. Magdeburg, 10. September. Als Gaben für die armen Israeliten in Palästina erhielten wir durch Herrn Lehrer I. G o l d sch m i d t in Hammelburg 17 Gulden K. A., und zwar 7. G. durch eine Sammlung am 9. Ab und 10 G. von Herrn Bonheim Katz aus H. in Weston in Nordamerika. Wir bemerken hierbei, daß durch einen Druckfehler in Nr. 36 als die zweite von uns nach Jerusalem versandte Summe 600 Thaler angegeben worden, während es 671 */2 Thlr. (nämlich 100 Livr. Sterl.) waren. Jüdisch -religionsphilosophische Briefe V. Je interessanter es ist, aus den Schriften längstverfloffener Jahrhunderte zu ersehen, wie die Menschen stets an denselben Fragen arbeiteten, und wie sie diese Fragen aus selbstgesetzten Prämissen in verschiedenster Weise beantworteten, desto mehr befriedigt eS, zu erkennen, wie gerade in der großen Reihe der denkenden und forschenden Juden nur sehr, sehr Wenige in ihren Resultaten von dem abwichen, was sowohl Inhalt der heiligen Schrift ist, als auch immer mehr als Resultat der menschengeschlcchtlichen Entwickelung sich darstellt. Eine bedeutende Ausnahme macht hiervon eigentlich nur Baruch Spitt oza, indeß auch dieser nur in seiner Kritik und Methode — sein Endresultat ist jüdischer, als eö die gewöhnliche Ansicht ist, ja als er es selbst sich bewußt war. Um dies zu erweisen, und überhaupt daS Dir gegebene Versprechen auch nur annäherungsweise zu erfüllen, nehme ich heute das treffliche Werk des R. Saadja Fajumi Lmunot ws-vsot zur Hand, geschrieben im Jahre 933, ein Werk, welches zwar nicht darauf, von der Hand eines Denkers ersten Ranges geschrieben zu sein, Anspruch machen kann, das aber den Vorzug hat, die Lehren des JudenthumS, wie sie sich auf dem Felsengrunde der hei» ligen Schrift aufbauen, mit großer Schärfe und Klarheit auch von Verstandesseite zu begründen und gegen andere Meinungen mit Glück zu vertheidigen. Ich verschweige