Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 18 (1854)
- Issue
- Heft 36 (4.9.1854)
- Date
- 1854-09-04
- Page
- Seite 452 (sequence 2)
- Language
- German
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452 dem wird eine besondere Gabe für die Srü*'®'' bestimmt. Diese Gelder werden so vertheilt, daß-die bedürftigen Familien notirt, und dann mach ihrer Personenzahl fämmilich ihren Antheil -erhalten, - so daß jede Familie nach der Zahl ihrer Personen erhält. Diese Bestimmungen haben dort vollen Beifall gefunden. Es geht immer dann erst eine neue Summe ab, wenn die Quittungen über die voraufgegangeye in unfern Händen sind. Diese Quittungen müssen von den fämmtlichen Mitgliedern der Vorstände der Gemeinden unterschrieben und unterstempelt sein. Wir sandten Anfangs Juni die damals in Händen habende Summe von 455^/z Thlrn., worüber die Quittungen bei uns zu aller Zeit für Jedermann einzusehen find, und sandten zu zweit 600 Thlr., die dritte Summe wird im November abgehen, um in der Zeit des Winters Abhülfe zu reichen. — Es sind daher einige Vereine in Deutschland, welche ihre Sümmchen auf besonderm Wege hinsandten, von Jerusalem aus ersucht worden, ihre Gelder an uns zu schicken, und wird über Herrn Oberrabbiner Bodenheim er geklagt, daß er laut Anzeige in iftr. 30 d. Bl. die von ihm in Deutschland gesammelten Gelder nach London an Sir Moses gesendet, in dessen Händen unter Anderm z. B. das ganze Judah Touro'sche Vermächtniß ist, so daß es nicht recht scheint, von den Paar Hundert Thalern aus Deutschland die deutsche Gemeinde in Jerusalem nicht theilweise, wenigstens im Vorzug zu bedenken*). 2. -Die Stiftungen. In einer Korrespondenz in Nr. 34 lsind bereits flüchtig die Stiftungen angegeben, welche Herr Albert Kohn in-Jerusalem zu Wege gebracht hat. Er hatte von den Gebr. Roth sch ild 50,000 Frcs. 113,3332/3 Thlr.) erhalten, und er selbst, wie er uns schreibt, fügte 40,000 Frcs. (10,6662/3 Thlr.) hinzu. Hiervon wurden nun 1) am 26. Juli (28 Hh) das jüdische H o s p i t a l eingeweiht. Dasselbe enthält 18 Betten, nämlich 10 für Männer, 8 für Frauen, und es ist für ärztliche Hülfe, Apotheke und Bedienung gesorgt, auch die Verwaltung durch ein Comite von 24 Männern -geordnet**) ■;•' 2) eine Leih ca sse errichtet, aus der die Armen zinslos gegen Verbürgung eines KomitemitgliedeS zwischen 100 und 500 Piaster (62/3 —33'/3 Thlr.) *) ES sind dies ausdrücklich Worte des Vorstandes der .deutsch-holländischen Gemeinde in seinem officiellen Schreiben, so daß wir persönlich nichts damit zu thun haben. Redact. : **) Für eine Bevölkerung von 8000 Juden sind freilich 1-8 Betten noch wenig! Redact. geliehen erhalten; 3) wurden 40 Lehrjungen bei Meistern untergehpaHt; 4) eine Mädchenschule ewichtet; 5) für 25 arme-Möchnerinneneine ÄntHUtznugW^ jede 50 Piaster (3^3 Ählr.) an Eldld Äkleiduüg M fix Md das Kind; 6) eine zwelssrälige Vrodvertheilung die Woche; auch in Jaffa stellte er einen Lehrer an. Es ist dies fürwahr! Alles schön und gut, und wer diese Bemühungen und .Gaben nicht mit Dank anerkennt, wäre eben undankbar. Jndeß gerade das Gedeihen des Unternommenen legt uns die Prüfung desselben auf. Oft genug, haben .wir, im Orient namentlich, Dinge gründen sehen, die nach kurzer Zeit spurlos verschwanden, weil die wirklichen Verhältnisse und vorhandenen Mittel durch den sich selbst bestechenden Enthusiasmus nicht genug erwogen wurden — wir erinnern an die von Montefiore und Rothschilds in Alexandrien 1842 gegründeten Schulen, welche sehr blüheten, aber — nach zwei Jahren eingingen, weil Rothschilds müde wurden, die ungeheuren Kosten zu tragen. Die erste Frage ist demnach: sind diese 6 Anstalten fundirt? Und die Antwort lautet: Nein. Mit einer so kleinen Summe läßt sich so etwas nicht machen, das erfordert Millionen Francs. Die Sitzungsprotocolle liegen vor uns, und wir sehen daraus, daß für das HoS^- pital und die Lehrjungen die Unterhaltungskosten auf 4 Monate, für die Mädche^A-rrle auf ein halbes Jahr, für die Brodvertheilung auf 17 Wochen, für die Schule-in Jaffa auf 4 Monate, für die Leihcasse circa 7000 Thaler übergeben worden. Was dann? Mit dem Monat Kislev sind die Gelder absprbirt, und woher dann das Weitere? — Wir hätten bescheiden gewünscht, es wäre vorläufig weniger gegründet, dies aber desto fester. Doch wir wollen uns der Freude über das Geschehene nicht entschlagen, und hoffen, daß es Hände geben werde, um es zu pflegen und vor dem Verdorren zu schützen.... Freuen wir uns, daß abermals eine von uns im Jahre 1843 zuerst ausgesprochene Idee, in.Jerusalem ein jüdisches Hospital zu gründen, wozu damals schon so energische Schritte geschahen, bis die Rabbinen und Vorstände in Jerusalem damals mit dem tnn für unS antworte^ ien, der Verwirklichung nahe ist. Man steht abermals ist die Idee gut, bedarf es nur Zeit-und Ausdauer! - Vern castel a. d. Mosel, den 22. August.1854. In Ihrem geschätzten Blätw vom 31. Juli Nn 31 findet sich ein Schreiben, d. d. Jerusalem, den 25 Mai 5614