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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1854-08-28 · Heft 35 (28.8.1854) · p. Seite 448

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
18 (1854)
Issue
Heft 35 (28.8.1854)
Date
1854-08-28
Page
Seite 448 (sequence 12)
Language
German
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448 Erklärung einzelner Wörter hin,' die durch den Verkehr mit den eroterischen Elementen oft ihre ursprüngliche Bedeutung gänzlich verloren haben. „Die bisher verzeichneten Beispiele weisen auf bestimmte Thatsächen, Vorstellungen und Ansichten der Zeit hin, und verrathen entweder durchs das Object, auf welches sie sich beziehen, oder durch eine gewisie Fremdheit der Physiognomie, wenigstens in manchen Fällen, einen entlehnten Ursprung. Feiner aber und unmerklicher drückt die Macht der Umgebung sich der eigenen Sprache im Gebrauche der Wörter, in der Bildung von Redensarten und sprichwörtlichen Formeln ein. Nur die Einsichten in die Gewohnheiten und Sitten erklärt oft das einzelne Wort gerade in dieser bestimmten Nüance seiner Geltung. Vergeblich wird aus der Grundbedeutung eines Stammes eine Gebrauchsweise gesucht, die nur auf dem sehr verschlungenen Wege, den die einzelnen Sprachelemente nehmen, oft nur durch ein ganz Nebensächliches, außer dem Bereiche der etymologischen Forschung Liegendes sich ihm anhängt." So ist z. B. (Licht) in der mischnischen und talmndischen Sprache „Abend des folgenden Tages" dem Ausdruck 7iiQi Xvyvcov a(paq, sub lumina prima, post primam facem, nachgebildet u. s. f. Oft verbreitet andern Theils die Beachtung des talmndischen Idioms nach andern Seiten hin Licht und Verständniß, was dem Verfasser für einzelne Wörter und Sprichwörter sehr gelungen ist (Seite 88 ff.). Einige bisher nicht richtig oder doch ungenügend erklärte Wörter und Stellen dienen zum Schluffe dieses Abschnittes , auch ist manches Naturhistorische, namentlich Botanische hinzugefügt, um die Aufmerksamkeit der Forscher nach diesen Quellen zu leiten* *). Manches ist hier schon bekannt, z. B. über bis (ägypt. Bohne)**). Die Pflanze heißt übrigens nicht Aelumlrius speciosus, sondern Mlumbium speo. Im sechsten Abschnitte handelt Vers. über die Beschaffenheit des Textes der Midraschim, ihre Entstellung zuschen und mit Anmerkungen in Betreff der talmudischen Stellen zu versehen. Dr. PH. *) So eben sende ich meinem verehrten Gönner und Freunde, Herrn Geh. Regierungs- und Medicinalrath Andrea in Magdeburg das vierte Heft der Wunderbar'- schen bibl.-talm. Medicin, um ihn, den Verf. der trefflichen „ältesten Geschichte der Augenheilkunde" auf den diesen betreffenden Abschnitt in jenem freilich zu aphoristischen Merkchen aufmerksam, zu machen. **) Vgl. meinen Aufsatz über Landwirthschaft der Hebräer, Literar. Beiblatt z. A. Z. d. I. Jahrg. 1838. durch Auslassen von Buchstaben Verwechslung ähnlich * scheinender u. s. w. Da die Abschreiber meistens kundige Leute waren, so waren sie leicht der Versuchung ausgesetzt, durch Emendation nachzühelfen und das Ursprüngliche zu verdrängen (S. 158). Daher ist für' die Behandlungsart der. abzuschreibenden Terte das Verfahren der mittelalterlichen Mönche weniger eine entsprechende Parallele, als das der Scholiasten und Glossatoren. Besonders wird aber die Verbesserung der vielfachen Ver? .derbnisse, die in den Fremdwörtern erscheinen, ein wesentliches Geschäft der wissenschaftlichen Behandlung der Midraschliteratur bilden müssen. Es sind demnach einige. Beispiele zur Herstellung verderbter Wörter und Redensarten hier angeführt. So wird z. B. 2 und 2 verwechselt in (tribunus), was selbst Vurtorf nicht erkennt und von ableitet! Der Forscher findet hier viel Scharfsinniges. . Im siebenten Abschnitte giebt der Verfasser noch Erläuterung syrischer Wörter. Es gilt hier dasselbe, was von den andern Idiomen aus einander gesetzt wurde: „Die mächtigen Einflüsse des biblischen Idioms auf die Phraseologie, die der griechischen und römischen Cultur auf die Einbürgerung der Wörtermassen aus diesen beiden Sprachgebieten, das Verhalten der willig diese Zuflüsse ausnehmenden Sprachen, die nicht bloS das Fremde einbürgerten in fremder Form, sondern es oft mit ihrer eigenen Lebenskraft zu neuen Bildungen und Gestaltungen groß zogen — Alles das ist in dem Zweige deS Aramäischen, den die Synagoge zum Organe ihrer reit* giöS - wissenschaftlichen Geistesarbeit ausbildete, wie in dem von der orientalischen Kirche zur Entwickelung ihrer Literatur vorzugsweise benutzten (syrischen) in dersclbigen Weife zu erkennen und zu beachten. Aber ein volles und reiches Erkennen wird nur der nach den Denkmälern beider Diskette mit gleicher Schärfe sehenden Betrachtung sich erschließen und nur die unablässige Rücksicht auf die zur Ergänzung einander unentbehrlichen. Idiome.wird demEinzelnen sein ganzes Recht gewinnen, so wie für Würdigung und Ueberstcht des GesammtbestandeS der Sprachen und Literaturwerke den rechten Gesichtspunkt einnehmen können." > Wir brauchen zur Empfehlung des Werkes, nach, dieser Darstellung, nichts hinzu zu fügen und fteuen uns dieser neuen Perle in dem neuen Schmucke unserer von classischem, Geiste und. mit classischer Kenntnisse dmcharbeiteten jüdischen Literatur.,.■■■■ - Dr. med. P hilip pson.

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