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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1854-08-28 · Heft 35 (28.8.1854) · p. Seite 438

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
18 (1854)
Issue
Heft 35 (28.8.1854)
Date
1854-08-28
Page
Seite 438 (sequence 2)
Language
German
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438 bannt worden, so nahe wohnen, uns bald möglichst die folgenden Fragen zu beantworten:, \ . 1) welchesind wohl die geeigneten Schritte, die zu Hinr^ssnb, chm einen glücklichen--'Erfolg inoben^gedachte^ Angelegenheit hervorzurufen? 2) würde daß Consistorium es wohl übernehmen, sich uns anzuschließen, wenn wir eine desfallstge Denkschrift an die nächste ns zu b er ufcnden CorteS richteten, und sie an die geeignete Instanz und die passenden Männer zu übersenden?" „Es wäre anmaßend, wollten wir noch ein Wort der Empfehlung für unser Gesuch, uns obige Fragen baldmöglichst zu beantworten, hinzufügen." „Mit vorzüglicher Hochachtung und den Segen des Gottes Israels für Sie, meine Herren, und uns Allesammt erbittend, rc." Zu gleicher Zeit richteten wir auch Privatschreiben an den Herrn Großrabbinen Cahen und den Herrn Consiflorialpräsidenten Delpuget in Marseille, so wie an den Herrn-Großrabbinen Marr und den Herrn Consi- 'storialprasidenten Leon in Bordeaux, sich dieser wichtigen Angelegenheit wacker anzunehmen. Mit dem Entwurf zu gedachter Denkschrift sind wir bereits beschäftigt: eS stehen uns einige wenig bekannte spanische Schriftwerke zu Gebote. Naturwissenschaft — Philosophie — Theologie — Judenthum. >,Jch fürchte die Atheisten nicht!" rief neulichst ein Freund mir zu. — „Diese ganze Reihe von naturwissenschaftlichen Artikeln, fo schön und zweckmäßig sie sind, wozu geben Sie sie in der „„Zeitung des Judenthnms?"" schreibt mir -ein anderer. — Ich bin Beider Meinung nicht. Die atheistische und materialistische Ansicht und Anschauungsweise macht sich jetzt ungeheure Bahn. Das alte Heidenthum in moderner Gestalt ergreift die gelehrte und gebildete Welt in sehr großen Bruchtheilen. Namentlich ist es die Jugend, welche ihrer verführerischen Stimme das Ohr leiht. Nichts dörrt aber mehr in gemächlicher Weise aus, ■ als diese materialistische Ansicht, und wenn daher auch das spätere Alter wieder davon zurückkehrt, so ist doch die Flur des Geistes unterdeß verödet. Das Judenthum nun hat eine solche Geiftesepidemie darum sehr zu fürchten, weil ihm viele, seiner edelsten Glieder dadurch leicht verloren gehen können, daß sie, von dem Materialismus gegen alles Religiöse abgesiumpft, ja feindlich gestimmt,.Mchts mehr zu überwjnden haben, um von ihmÄzüMttl^ ihnen .ist jede KirM so-gleichgültig, daß sie mO* derftlbkn Gleichgültigkeit -in jede sich^vetlierdn. Dies dem Einen. — Dem Andern: Unsere Weisen sagen : rr» Es kommt dabei Alles darauf an, sie mit ihren eigenen Waffen zu schlagen, und der' Jugend zu zeigen, daß sie trügen, wenn sie den Boden des Positiven zerschlagen, aber nun den ihrigen als einen tragfähigen ausgeben, daß sie trügen, wenn, sie ein Mehreres zu vermögen vorgeben, als zu verneinen. Bekämpfe sie also wo und wie Du kannst. Andererseits ist es wohl überaus nothwendig, unseren Rabbinen und Lehrern, älteren und. modernen, Winke darüber zu geben, oder doch sie daran zu erinnern, daß es außer ihrem Kreise noch große Gebiete der Menschheit giebt, in die hinein zu blicken, auf welche den forschenden Geist zu lenken, von denen irgendwie Kenntniß zu nehmen, sehr nothwendig ist, theils um selbst nicht zu versauern, theilS um hinter dem großen Culturgange nicht zurück zu bleiben. Dies aber sollte uns nur zur willkommenen Veranlassung dienen, um einige Betrachtungen über die großen Richtungen deS menschlichen Geistes, deren Erfolge und Verhältniß zu einander daran zu knüpfen. Die Statur, sagten wir vor jetzt zwanzig Jahren einmal, die Natur ist wie ein großes Echo des Menschen, was derselbe hinein ruft, das tönt ihm auS der Natur um so gewaltiger zurück) aber es ist eben doch nur was er hinein rief, das ihm nun entgegen tönt! Zu derselben Zeit, wo die. alten heidnischen Völker die Naturkräfte als Götter proclaminen, und bald concreter, bald abstrakter als sich bekämpfende Gegensätze anerkannten — zu derselben Zeit sprach Moscheh aus und besimg David die Einheit des Universums, das Werk eines einigen Gottes, und berief sich dabei auf die Natur. Blicken wir auf die neueste Zeit, so erklärt die eine Reihe der Naturforscher für die einwohnende Energie deS unerschaffenen Stoffes, was die andere Reihe als den eingesenktcn Gedanken des Gottes Schöpfers ansieht) die ersteren werden sagen: sie sehen nur, fo weit sie sehen können, und was ihnen nicht wahrnehmbar, sei ihnen nicht vorhanden'— die anderen sagen: Alles, was wir sehen, giebt uns die Voraussetzung des Gedankens, der es geschaffen und so und so und nicht anders nach freier Wahl geordnet) die ersteren meinen: dies Alles ist das Product der Nothwendigkeit — die anderen behaupten^Nothwendigkeit ist nur ein Ausdruck, der die Unwissenheit bedeckt', das

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