Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 18 (1854)
- Issue
- Heft 33 (14.8.1854)
- Date
- 1854-08-14
- Page
- Seite 421 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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— Ein Jude vertheidigi sich gegen fünf Griechen, seine Mitsclaven; zehn Juden wagen es nicht, gegen einen türkischen Knaben, der ihnen Steine nachwirft, den Arm zu erheben. Seit Mahmud's II. Regierung steht es ihnen frei, sich nach ihrem Willen zu kleiden,- doch haben sie, die ehemals gesetzlichen Abzeichen ausgenommen, die alte Tracht zum größten Theil beibehalten: die türkische Hose und den weiten Kaftan oder Pelz. Den Kopf bedecken sie mit einem Feß, um den sie ein dünnes Tuch binden. Den Bart rasiren sie nicht, wie Griechen, Armenier und moderne Türken thun, sondern tragen einen Vollbart, wie die Alttürken. Die.Frauen tragen die orientalische Hose, doch ist davon nichts zu sehen, da sie sich in einen weiten, faltigen Kaftan hüllen, der noch mit einem großen viereckigen, , geschmacklos über den Rücken herabfallenden Kragen versehen ist. Eben so geschmacklos ist ihr Kopfputz. Er bestehk aus einem ungeheuren Ründbau, der sich Halbmondförmig an Stirn und Wangen schließt und unter dem Kinn zusammengebunden ist. Darüber breiten sie ein großes weißes Tuch, das die Form eines Handtuches hat, die Stirn bis an die Augen bedeckt und vorn am Halse zusammengehalten wird, so daß es das Gesicht fast eben so dicht verhüllt, wie der Schleier der Türkin. Der Wunsch der Rabbiner, daß öie Reize der Frau jedem Auge verborgen sein sollen, ist durch diese Tracht mehr als erfüllt; sie verhüllt nicht nur jeden weiblichen Reiz, sie vernichtet ihn ganz und gar. Eine Jüdin Constantinopels ist ein wahres Monstrum. Die hiesigen Juden gehören nicht zu jener schöneren Race, die man doch im westlichen Europa gewöhnlich als die spanisch-jüdische oder als die portugiesische bezeichnet; auch nicht zu jener, die in Polen so herrliche Prophetrn- Köpfe liefert. Man findet zwar einzelne schöne Köpfe und Gestalten, im Ganzen aber scheinen sie mir zu der häßlichen .Abtheilung des jüdischen Volkes zu gehören. Die meisten tragen auf ihren Gesichtern den Stempel jahrhundertlanger Leiden, fortdauernder Armuth, beständiger und gezwungener CKsaguNg. Obwohl als Orientalen unter orientalischen Völkern lebend, unterscheidet sich doch ihr Typus auffallend von all den hundertorientalischen Typen, die sich in Eonftantinopel zusammenfinden, und sind sie hier wie in Europa leicht kenntlich. Doch hat das nichts Wunderbares, wenn man bedenkt, daß im Orient alle Typen so sehr ausgesprochene Charaktere haben, daß es dem geübten Auge leicht wird, selbst den Griechen der einen Insel von dem Griechen der bermchbarten .zu unterscheiden, auch wo kein Unterschied der Tracht zu Hülfe kommt. So ist z. B. der Chiote auf den ersten Blick zu erkennen, und selbst wenn er sich als Banquier von Galata ganz hinter Pariser Moden versteckt hat. An zeige n. Die Cantor- und Religions-Lehrerstelle in unserer Gemeinde ist vacant und soll sofort wieder besetzt werden. Qualificirende wollen sich in portofreien Briefen oder auch persönlich bei dem Unterzeichneten Vorstande melden; doch werden keine Reisekosten vcrgütigt. Das Gehalt dieser Stelle beträgt 4 — 500 Thlr. circa jährlich. Dir sch au, im Juli 1854. Der Vorstand der Synagogen-Gemeinde: Götz. Z. Kleinrrrarrn. A. Fürstenwalde. Concurs. Mit 1. Novbr. l. I. ist an der hiesigen öffentlichen Hebräisch - deutschen Gemeinde-Hauptschule von vier Elasten eine Lehrerstelle mit einem Jahrgehalt von 450 Fl. C.-M. zu besetzen. — Portofreie Anmeldungsschreiben nebst den Zeugnissen über sittliches Wohlverhalten und Lehrbefähigung werden bis längstens 1. Octbr. a. c. erwartet. j Der israel. Gemeinde - und Schulvorstand zu Lipto Sz. Miklös. Die in Nr. 21, 22 und 23 dieser Zeitung von uns ausgeschriebene Concurrenz ist, durch die nunmehr erfolgte Aufnahme eines Lehrers und Vorsängers in so weit erledigt, daß nur noch die Stelle des Schächters zu besetzen ist, welche mit einem jährlichen Einkommen von circa 175 Thlrn., inol. der Accidenzien, verbunden ist. Qualificirte unverheiräthete Inländer, die auch als Hilfs-N^OÄ brauchbar sind, belieben sich in portofreien Briefen mit Beifügung von Zeugnisten ihres untadelhaften moralischen Lebenswandels an uns zu wenden. Mühlhausen, (Reg.-Bez..Erfurt) den 30. Juli 1854. Der Vorstand der Synagoge»-Gemeinde S. A. Qppe. Dav. Mankiewitz. Z»r. Rofenthal. Ein tüchtiger, geprüfter Religionslehrer, der wo möglich auch die Cantorstelle versehen kann, findet bei der 'Unterzeichneten Gemeinde zum 22. Octöber a. c. ein Unterkomcket,. Qualificirte Reste ctan'ten werden üm baldige Einsendung ihrer Zeugnisse gebeten. Polzin, den 8. August 1854. Der Vorstand der Synagogen-Gemeinde.