Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 18 (1854)
- Issue
- Heft 33 (14.8.1854)
- Date
- 1854-08-14
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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18» f f a * m 0 i tt <5^1^ Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. 4s s s tt o m e t n o Herausgegeben von Rabbiner Vr. Ludwig Philippfon in Magdeburg. Leipzig, den 14. August 1854. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird jährlich 7 8 Bogen in Quart incl. des Titels, Registers u. s. w. umfassen. In Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig: mit.3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 15 Ngr. (1 Khlr. 12 gGr.) für sechs Monate.— 22 */a Ngr. (18 gG.) für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungs-Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die königl. sachs. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. Inh a l t. Zeitungsnachrichten: Deutschland: Hamburg, Fulda, Dresden. Preußen: Berlin, von der Warthe f - aus der Provinz Posen. Oesterreichischer Kaiserstaat: aus Mähren, aus Mähren. Wien. Frankreich: Paris. Ru ßland und Polen: Warschau. Abhandlungen verschiedenen Inhalts: Gin Fragment aus Luzzatto!S „Dogmatik". Ueberfetzt von vr^Zgel. Auszüge: Die Juden in Constantinopel. Aus Mvriz Hartmann'S Frühlingsbriefen aus Constantinopel. . Zeitungsnachrichte«. Deutschland. Hamburg, Juli. (Privatmitth.) NachdenMie Verfassung für Schleswig unter anderen die Juden betreffenden Punkten auch das Aufhören der rabbinischen Gerichtsbarkeit ausgesprochen, schweigt die holsteinische Verfassung über diesen Gegenstand, und, wenn nun nicht die Gesammtverfassung, die jetzt in Copenhagen octroyirt wird, hier eingreist, so bleibt das Cabinetsstück Ln Altona noch lange als einziges Exemplar in ganz Europa bestehen. Es ist nicht in Ordnung, daß Herr L. Rapp in Frankfurt in seinem Kampf gegen die Heroen des Breslauer Seminars allein stehen muß , denn es ist nichts als die Wahrheit, wenn er diesen Herren zürnst: Das alt-orthodoxe Judenthum hat Nichts von euch zu erwarten! Mit dem bloßen Liebäugeln mit allen Klausrabbi'S, mit dem bloßen Meiden aller Haeresiarchen, mit dem bloßen Schimpfen auf dre Neologen, mit dem bloßen Jnohnmachtfallen, wenn von Mischehen die Rede ist, mit dem bloßen Achselzucken und Lachen über alles Verschönern des CultuS ist man noch kein orthodoxer Rabbanit, und am meisten man^sich , wenn man unsere wirklichen, ächten Pharisäer für so einfältig hält, daß sie sich von solchen Grimassen anführen ließen. So weit hat Herr Rapp ganz recht: von diesen Leuten und ihrem System hat das.alt-orthodoxe Judenthum in Deutschland Nichts zu erwarten. Nur müßte man einen kleinen Schritt weiter gehen und sagen: das sogenannte alt-orthodoxe Judenthum hat in Deutschland überhaupt Nichts zu erwarten: und wenn und so lange das neue Seminar etwas Anderes sein wollen wird ,, als ein rein wissenschaftliches, um den Erfolg unbekümmertes Institut, ist es ganz und gar ohne Zweck und Nutzen für die Gesammtheit, die sich doch einmal auf ein non-ens reducirt, wenn man weder für die progresststischenoch die stabile Claffe arbeitet. ' Ein altmodisches „gefundenes Fressen" macht jetzt von Berlin aus die Runde in der deutschen Presse: eine Gesellschaft von „jüdischen" Gaunern hat die Lebens - VersicherungS - Gesellschaften um bedeutende Summen betrögen, indem sie jüdische Greise für jung ausgaben und deren Leben versichern ließen. Ein (jüdischer?)'Bürgermeister und zwei (jüdische?) ge-