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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1854-06-26 · Heft 26 (26.6.1854) · p. Seite 324

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
18 (1854)
Issue
Heft 26 (26.6.1854)
Date
1854-06-26
Page
Seite 324 (sequence 6)
Language
German
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324 Jerusalem nennen, ursprünglich in die Welt getreten.";,Hier die Wahlstatt des Kampfes der reinsten Einheits-Idee gegen Legionen von Götzendiensten, die allesammt den Keim alles Unglückes für den Erdensohn in sich bergen." „Hier die Stätte des bereits weit gediehenen Sieges." „Hier aber auch noch immer der betrübende Anblick des leider noch nicht vollendeten Kampfes." „Denn, wenn hier vor beinahe viertausend Jahren dem Malki-Zedeck eine Gottheit bekannt war, so war sie ihm blos als eine „höchste Macht" bekannt." „Wenn aber ferner damals auch Abraham nur den Begriff von einem Allmächtigen (Elohim) hatte, so war es hier, gerade hier, wo dieser Begriff durch Abschaffung des Menschenopfers auf's Edelste verfeinert und zum Jehov.abegriff angenähert wurde. (Angenähert muffen wir sagen; denn ab mir» ''»Di „Verstummen muß daher jene Kritik, die da kurzsichtig frägt, wie ein erhabener Gott die grausamste Hartherzigkeit von Abraham verlangen konnte; wenn ge-' rade in dieser grellen Forderung nur die Einleitung zur Abschaffung deS Menschenopfers gezeigt wird. — Um die Auffassungsweise handelt es sich. —" „Liegt eS denn nicht offen, daß Abraham damals, als er diesen Auftrag erhielt, nur auf der unvollendeten Stufe gestanden, das göttliche Wesen blos für allmächtig zu halten? Gewiß! — Denn, die Offenbarung aller Eigenschaften Gottes, war sie denn gleichsam wie eine Mittagssonne und ohne vorher gegangene Morgenröthe bei Abraham herein gebrochen? Nein! — Oder mit andern Worten: War dem Abraham im Begriffe „Gott" auch das Merkmal der Allgüte, der Allerhaltung damals bekannt? — Abermals: nein! So lange Abraham seinen Sohn nach Morijah in der Absicht, ihn zu opfern, führen konnte — so lange er daS Schlachtmeffer für die Ausführung eines Menschenopfers zu .ergreifen vermochte — verband Abraham mit dem Begriffe Gott das Merkmal der Allgüte und des. Allerhaltenden nicht; diese. Eigenschaft, welche im Ausdrucke Jehova liegt, war dem Abraham noch nicht geoffenbart. — (tiin ----- ist der Begriff des Seins)." „Erst in dem Augenblicke, wo er durch die Bereitwilligkeit, daS Theuerste zu opfern, feine Erkenntnist des Allmächtigen mit der vollkommensten Unterwürfigkeit beurkundet, tritt er in die noch höhere Sphäre der Erkenntniß, wo ihm die erhabene Idee, das Merkmal des Allgütigen, Allerhaltenden durch die Abschaffung des Menschenopfers geoffenbart wird." „Die Bereitwilligkeit, das Menschenopfer darzubringen, wird dem Abraham bei Weitem nicht so hoch angeschlagen, daß er hiefür einen Segen erhalten sollte. — Wohl ist es aber das Ab stehen vom Menschenopfer, was ihm den Segen erwirbt, erst dann, nachdem er den Widder für Jsak supplirt hatte. — Daher schreibt der Referent ausdrücklich: „Der Engel des Jehova rief zum zweitenmal dem Abraham zu: „„Bei Mir geschworen"" — so spricht Jehovtt — „ „weil du diese Sache gethan"" (Welche? — das Thierdem Menschenopfer supplirt) „„und deinen Sohn nicht vorenthalten hast"" (Wem? — dem Bestehen, dem Leben. Sonst müßte es hier wie bei der ersten Anrede ■’S/ew, Mir, dem Elohim, heißen); „„so segne ich dich u. s. w."" „Spricht doch vollends hiefür der Urtert dieser Erzählung, wo Elohim den Auftrag ertheilt, ein Engel des Jehova hingegen die Ausführung verhindert! ja, verhindert sogar mit dem Beisatze: nun weiß ich, ich Engel des Jehova, ich Ausfluß der Allgüte, daß du ein Elohimfürchtiger bist." „Nur durch diese Consequenz begreifen wir, warum Abraham diesen Ort „Jehova-Jiräh," dies ist: Jehova-Borsehung, nannte; (Etymologisch, nk-i'. ein Nomen proprium (von in der Gestalt deS Mur., wie pyLi oder von pnL oder wir begreifen, wie dann zur Zeit des Referenten gesagt wurde: Am Berge wird Jehova sichtbar (nt«^. 'if ^rta). — Und wie anders sollte Jehova, als durch seine erhabenste Eigenschaft (die Allgüte, Allerhaltung, geäußert in der einer Jehova würdigen Abschaffung des Menschenopfers) dem menschlichen Geiste sichtbar werden?!" „So die Auffassung des ersten denkwürdigen, zu Jerusalem stattgefundenen, geschichtlichen Factums." „Wie viel Tausende von Generationen sind aber nicht völkerweise seit damals bis heute hier und wieder hier, auf derselben Stätte aufgetreten, die ihre Söhne hierher führten, um dieselben, wie sie eben vermeinten, Jeder seinem Gotte zu opfern, ohne jedoch im KriegSgetümmel nach der Stimme vom Engel des Jehova zu horchen?!" „Jebußiter gegen Israeliten, Israeliten gegen Juden, Aramäer, Babylonier, Aegypter, Syrer, Griechen, Römer, Tartaren, Mahumedaner, Christen, und wieder Ma-

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