Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 18 (1854)
- Issue
- Heft 25 (19.6.1854)
- Date
- 1854-06-19
- Page
- Seite 311 (sequence 7)
- Language
- German
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311 besonders iaber die größeren Gemeinden mit ihren Gal ben nicht zurück blerben möchten. -;; : Aus •-Baiern ist mir, mit Ausnahme der beiden erstgenannten Orte,, nichts zugekommen, weil die Collecte, zu welcher die Königliche Genehmigung erforderlich, ündiauch bereits erfolgt ist, durch die Behörden vorgenommen wird. Wir^ geben uns der Hoffnung hin, daß dir Glaubensbrüder in diesem unserem engem Vaterlande uns ihren Beistand nicht' versagen werden. M. Lebrecht- Distr.-Rabbiner , zu Niederwerrn. '; Aus Baden, im Juni. (Privatmitth.) Ich bedauere sehr, Ihnen so lange nichts Interessantes aus' Baden mittheilen' zu ' können, es ist Alles in's Stocken gerathen, was das badische Judenthum angeht.: Mehrere Rabbiner haben um Verleihung der im Großherzogl. Oberrathe -der Israeliten erledigten geistlichen Stelle angehalten, verschiedene -'Gemeinden haben einschlägliche Petitionen eingereicht; mehrere Rabbinate sind vacant, andere sollen durch Stellentausch neu besetzt werden; für Einführung der Orgel Ln Mannheim hat sich die Mehrheit der Religionsconferenz ausgesprochen, aber Alles bleibt unentschieden in 8t3tu quo. Sehr eigen sollen die Gründe sein, welche eine geringe Anzahl Orthodorer von Mannheim höhern OrtS gegen Aufnahme der Orgel vorgebracht hat. .Unter anderm: --da man in der Synagoge einen christlichen Organisten haben müßteso könnte dieser dadurch verhindert werden, an hohen christlichen Feiertagen, z.- B. Ostern und Pfingsten, in der Kirche zu spielen,, was jenen Orthodoxen sehr unlieb wäre!..." Da sageiman noch, die Orthodoxen seien nicht tolerant gegen andere Eonfessionen! kann man mehr verlangen, als. daß-sie ihren eigenen Gottesdienst, aus Fürsorge füreinen andernnicht r verschönern wollen? Jnzwi^- - schen. wird nicht-Mannheim,'sondern Heidelberg den Vorzug, erhallen, in seiner "Synagoge die erste Orgel zum- Preis' deS' Höchsten ertönen zü hören. - Überhaupt hat sich' in dieser Stadt daS israelitische Gemeindewesen in materieller undintellectueller Beziehung höchst erfreulich gehoben,-und verdienen auch Privatunternehmungen, wie diechtzreitMLewährte Knabenpensionsanstalt des wäckern-Lehrers Beffels, sowie die - auf- -Positiv - religiösent- Gründe - neu'^ entstandene Mädchenschule!der Fräulein Reckeüdörf^ der rühmlich-- sten Erwähnung- ------ ---- In Mannheim predigte Rabb. Schott zu Sabbath drwn ^2, und erhielt vielen Beifall; obschon^er daS kitzlichte Thema behandelte: wie soll sich der Geistliche verhalten, wenn er itt seiner Gemeinde sündigen sieht? Indessen sollen zur Erlangung der Stelle vielerlei Triebfedern in Bewegung gesetzt werden. Wormsim Juni. (Privatmitth.) Dr. Adler in Alzei soll die Stelle in Lemberg erhalten haben. — In Mannheim ist vr. Prager aus Bruchsal als Rabbiner gewählt worden: Die Einweihung der dortigen prachtvollen Synagoge soll in Kurzem vor sich gehen. — Dr. ,Scheyer, der den dritten Th.eil des More Nebuchim mit Ueberfetzung und Eommentar herausgegeben, ist gestorben. Preußen. Berlin, den 11. Juni. (Privatmitth.) Seit dem 23. Februar ringt die Verwaltung unserer Gemeinde mit den Folgen der neuen Wahl, und noch heute ist kein,Vorstand gebildet! Das Collegium der Repräsentanten würde endlich nach unerklärlichem Aufschübe von zwölf Wochen polizeiseilig zusammen berufen, aber nun offenbarte sich die Bedrängniß der Aufgabe, die geeigneten Männer zur Verwaltung zu findenes zeigte sich, daß die meisten wahrhaft achtbaren und fähigen' Männer entweder der Reformgenoffenschaft angehören, oder durch persönliche Indifferenz,' Stellung und Familien - Verhältniß jenseits der Grenzen der' Theilnähme, wenigstens der Wärme, für gemeindesinniges Wirken leben, und daß es daher leichter war; die wahrhaft Unwürdigen zu stürzen, als wahrhaft Würdige an ihre Stelle zu setzen. Die Verwaltung aus dem Schooße der Reformgenossen zu wählen,- wäre freilich der geratheüste Schritt gewesen, allein die Genossenschaft hat entschieden' den Wunsch abgewiesen- 'mit der bestehenden Gemeinde die Verwaltung zü' theilen', sie will wegen der Beiträge ein billiges Abkommen schließen und für sich geschieden in Gottesdienst,' Schule undHaushalt fortbestehen. Es bleibt demnach noch jener' achtbare, aber enge Kreis von Männern übrig, welche' sich äußerlich von der Reform noch fern halten,' das judenthümelnde Gesindel der Reuorthodörie verachten und in sittlichem' Ansehen' Wen; aber die; Männer; dieser Claffe wiffeü 'ffehr wohl/ daß das zu übernehmende Steuer