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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1854-06-19 · Heft 25 (19.6.1854) · p. Seite 309

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
18 (1854)
Issue
Heft 25 (19.6.1854)
Date
1854-06-19
Page
Seite 309 (sequence 5)
Language
German
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Berathungen ein geeignetes Material zu Grunde legen zu können, haben die Landrabbiner vorher die erfahrenen. Lehrer ihrer resp. Bezirke ihre Ansichten zu äußern und insbesondere folgende fünf Fragen zu«beantworten ersucht: - . - 1) Vorausgesetzt, daß jedes jüdische Kind 8 Jahre die Schule besucht und der Unterricht M derselben die in der Schulordnung aufgeführten Gegenstände umfaßt, in welcher Stufenreihe sollen dann diese Unterrichtsgegenstände, auf einander folgen? 2) Welches ist das Ziel, bis zu welchem die jüdische Volksschule den Schüler im Allgemeinen und in jedem einzelnen Unterrichtszweige im; Besondern führen soll?:^ Wie ist dieses Ziel auf die einzelnen, Jahre zu vertheilen und welche Stundenzahl ist demnach auf dir einzelnen Lehrfächer wöchentlich zu verwenden? 3) Wie ist in Rücksicht auf die christlichen Ortsschulen, namentlich bei jüdischen. Religionsschulen, der Stundenplan, einzurichten und wie viel Stünden wöchentlich sind in den Religionsschulen zu ertheilen? . ....... 4) Welche Lehrbücher haben Sie bis jetzt benutzt und welche Resultate haben Sie damit bei den -bessern Schülern erreicht? Welche Schulbücher würden Sie zur Einführung empfehlen? , 5) Wie sind die Ferien einzurichten, um Gemeinden und Lehrer thunlichst zufrieden zu stellen? Wir wünschen, daß auch diese Conferenz zum Segen für das Schul- und Cultuswesen der Israeliten unseres Königreiches auSfallen möge.. Hannover, den 7. Juni. tPrivatmitth,) Unter den Personen, welche am 27. v. M., dem Geburtstage unseres Königs, eine ehrenvolle Auszeichnung erfahren.haben, befinden sich auch drei Juden, nämlich Herr SanitätSrath Dr. Cohen, der zum Medicinalrath, Herr Commerzrath Simon, der zum Obercommerzrath, und Herr Banquier Plumenthal, der zum Hofagenten, ernannt worden ist. Insbesondere hat; die Anerkennung,! welche dem zuerst genannten Herrn zu Theil geworden, überall die freudigste Zustimmung gefunden,. und zwar eben sowohl wegen der wohlverdienten Hochachtung » welche derselbe .allgemein als Arzt wie. als Mensch genießt/, als auch wegen der -bis jetzt überall vorhandenen, nunmehr aber thatsächlich widerlegten Meinung, als sei unser König persönlich gegen, die Verleihung eines solchen Titels an einen Juden. Namentlich aber freut eö uns, daß diese Auszeichnung einen Mann getroffen, der nicht, wie viele seiner BerufSgenoffen, ein. Privilegium darauf zu haben meint, gegen das Judenthum gleichgiltig sein zu können, sondern vielmehr seinem Bekenntniß mit Wärme angehört, jedem wahrhaften Fortschritt aufrichtig zugethan ist und ihn .nach Kräften zu fördern sucht, wie er z. B. es niemals unterläßt, den Sitzungen der Cultuscommission oder der Direktion des jüdischen Handwerkervereinsderen Mitglied er ist, beizuwohnen, wenn seine aüsgebreitete Praris es nur irgend gestattet. Solche Männer gereichen dem.Judenthum wahrhaft zur. Ehre. DaS Schicksal unserer unglücklichen, dem Hunger preis gegebenen Glaubensgenossen in Jerusalem hat auch hier die wohlverdiente Theilnahme gefunden Und um zur Linderung, desselben beizutragen, ist eine Collecte veranstaltet worden, welcher sich zwei achtbare Gemeindemitglieder, Herr Banquier Herrmann Perez und Herr Fellhändler M. BehrenS bereitwilligst unterzogen haben und bei der sich der bekannte Wohlthätigkeitssinn unserer Gemeinde im Allgemeinen und einzelner Mitglieder im Besonderen wiederum auf's Glänzendste bewährt hat, indem dieselbe die ansehnliche Summe von fünfhundert Thalern ergeben hat. Wenn in den größeren Gemeinden, wie Berlin, Hamburg , Frankfurt am Main, London, Paris und anderen die Beiträge für diesen Zweck eben ,so weichlich eingehen, wie hier, dann dürfte der Noch unserer Glaubensgenossen in dem heiligen Lande wohl bald abgeholfen sein. Auch an die. kleineren Gemeinden des hiesigen RabbinatssprengelS ist ein Circulair erlassen worden, und eS ist Aussicht vorhanden, daß man sich auch in diesen für daS Schicksal unserer Brüder in Palästina warm interessiren werde. München, Mitte Mai. (Privatmitth.). Die Verhältnisse! der Israeliten haben sich in Baiern schon seit langer Zeit nicht verändert und außer der Zulassung zweier jüdischer Advocaten zu Kammermitgliedern, die das Jahr 4848 errungen und das kommende wahrscheinlich wieder entreißen wird, finden wir eine Stabilität, .die .sich schon von.181.3 an datirt. : : : Doch ist der Jude in Baiern rechtlich weniger gedrückt, als anderswo- und der Staat vergilt ihm ge-

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