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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1854-06-05 · Heft 23 (5.6.1854) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
18 (1854)
Issue
Heft 23 (5.6.1854)
Date
1854-06-05
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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18. Jahrgang. W f ( it /m d i n n 23 Ein S)]fTT/rom<>ttt o Zeitung des Zirdenthums unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. HerausgegeLen von Rabbiner Dr. Ludwig Philipps«)n in Magdeburg. Leipzig, den 5. Juni 1854. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird jährlich 78 Bogen in Quart incl. des Titels, Registers u. s. w. umfassen. In Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig: mit 3 Thlr. für den Jahrgang; — i Thlr. 15 Ngr. (i Thlr. 12 gGr.) für sechs Monate— 2 2^/2 Ngc. (18 gG.) für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungs-Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat stch die königl. sachs. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. Inhalt. Leitender Artikel: aus Paris. Zeitungsnachrichten: D e u t sch la n d: Dresden, aus Württemberg. Pr eußen: Berlin, vom Rhein, vom Rhein. Oesterreich^ischer Kaiserstaat: Wien. Dänemark: Kopenhagen. Literarische Nachrichten: aus der Altmark. Correspondenz: Pariser Skizzen. Leitender Artikel. Paris, 24. Mai. Wie könnt' ich Paris verlassen, ohne meinen theuren Lesern ein Wort freundlichen Gedenkens'aus der Welt- - stadt an der Seine zugerufen zu haben? Nicht das Gewühl der Menschen und nicht die unermeßlichen Kunstfchätze, die hier aufgehäust sind, lassen mich ein e.n Augenblick des großen Berufes vergessen,, im Namen des intelligentesten Theils der Judenheit, im Namen des deutschen Judenthums zu Allen zu sprechen, die unser Wort hören wollen. > WaS sich, hier immer und immer wieder aufdrängt,, das iss, wie unsere französischen Brüder doch so begünstigt sinp vor uns, wieder so schnöde zurück gedrängten und ausgeschlossenen deutschen Juden! Wir, die. fleißigen, strebsamen, forschenden, unermüdlichen^ talentvollen deutschen Juden, welche — dies erkennt man auch in Frankreich willig an — was das französische Judenthum an treibenden, pflegenden Elementen befltzt, diese jenem abgegeben haben — wie werden wir überall zurück gestoßen, wie will man uns nur dulden, wie find wir allein auf uns selbst angewiesen.... Ich stehe vor dem Consistorialtempel in der rue Notre dame de-Nazareth; wer hat ihn restaurirt, decorirt? Der Staat. Ich stehe vor der Communalschule der Israeliten, wem gehört dies Haus, wo 1200 jüdische Kinder unentgeltlichen Unterricht haben? Der Stadt. Wer besoldet die Lehrer,'giebt Bücher, Federn, Dinte her? Die Stadt. Ich sehe die Liste der Mitglieder des jüdischen Consistorimns an. Der verehrte Präsident ist ein Oberst, der gelehrte Vice-Präsident Mitglied des Instituts, der Großrabbiner ist ein ' Schüler der auf Kosten des Staates erhaltenen Rabbinerschule zu Metz, ein anderes Mitglied ist kaiserlicher Generalprocurator und eröffnet eben die Assifen, ein anderes ist Professor des Conservatoire — -Hs- Und wir, deutsche Juden, unsere Anstalten, unsere Lehrer, unsere Geistlichen müssen wir aus unfern Mitteln bezahlen; haben wir Verdienste, wer erkennt sie an? machen wir sie geltend, werden wir für anmaßend und zudringlich erklärt; wer unterstützt uns? wer fördert uns? was wir sind, hat es nicht Jeder von uns aus jenem Eckstein heraus geschlagen? ja, wer hält uns nicht auf, wer hemmt uns nicht, wer möchte uns nicht in Banden schlagen, daß wir imfr nicht rühren können, wer nicht einen Zauber

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