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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1854-05-15 · Heft 20 (15.5.1854) · p. Seite 251

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
18 (1854)
Issue
Heft 20 (15.5.1854)
Date
1854-05-15
Page
Seite 251 (sequence 11)
Language
German
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251 gezeichnete Dichtung, - die Kilt Mecht-»das - Lied der Lieder^ heißt, deutschen Lesern ssuffs Neue vorzuführen und 'naher zu bringend 'Dabei^'ÄeW'erVjrde'^ÜegöriMe'llmdeutüng^'deS Liedes zurück, da. sich für sie'in diesem, selbst auch nicht' der kleinste Fingerzeig findet; dasselbe, ist, ihm -ej, aller,Aner- .kcnuung.und.Hervorhebungsseiner.LthifchenGrundidee«durch-- aus.< nicht Ü^PWNP- und-/.besingd weder die. Liebe Gottes zur Gemeinde Israels — - wie-die-jüdischennoch die Liebe Christi' zu seiner Braut^ der Kirche — wie die christlichen Allegoriker behaupten, sondern führt',einfach die innige, treue, Liebe einer allen. Lockungen des . Glan-- zes und Reichthums widerstehenden weiblichen. Heldin zu einem Hirten^ von DiKMqrsttzlkniAdWs Sieges der ächten, allen Versuchungen trotzenden Liebe -ist- -nach der AüffässüNg"'deS "Oerrtt VerfaffekS^däs^eiMtliche Thema und der- GruÜWdMMld-s'^ Dichters^ erhellt ihm das ganz deutlich aus -den schönen Worten 8, 6 ff., die er .deshalb auch /einer Bearbeitung als. A^ttö/vvMsetzt hVt'*)' Mir/geben hier' diese Verse/.'nach. der ' Uebersetzung des Verfassers f damit sie als Muster seiner ebenso wortgetreuen -als ansprechenden Übersetzung dienen mögen: Stark, wie der Tod, , / Ist die Liebe, , ' ' ' Fest, wie die Hölle, Hält heiße Minne. * /! '■ Ihre Gluthen Sind Feuergluthen, - Sind Flammen GotteS. .. ,, V.-.. Gewaltige Wasser' , '* * '. ' .7 Können nicht löschen . . Die Liebesgluth) ....... Ströme rönnen ' ' """ Hinweg sie fluthen.. Wenn einer.böte . Allssein Vermögen 'UiN die Liebe: ' > - ' - Man würd' ihn verhöhnen *) Es ist diese.Ansicht durchaus nicht neu. Sie wurde in neuerer Zeit zuerst von Ewald ausgestellt, der aber, um das' Ganze/ verständlich durchzuführen, zu 'manchem Unverständigen, z. B. Träumen, griff., Danü ist »sie,- genau so,...wie.der Hyr.Recensenl.sie darstellt..— ,die.Schrift des He^n Professor Meyer liegt uns noch nicht vor — von u ns in7 unserenfi Bibelwerke > gegeben^ - und 1 müssen wir, da das Hohelied indemselben schon vor anderthalb Jahren erschiendas: Prä in Anspruch nehmen.. Auch glauben wir "schärf' dargethan zu ^haben, daß in hem Hohenliede durchaus keine Lücken, die auszufüllen,'keine abgerissenen Fäden, die zusammen zu knüpfM wären, .vorhanden sind. vr. Philippsöm -l Zu gleichem Zwecke führen wir auch die Uebertragüng der mehrfach wiederkehrenden Worte Sulamiths, durch die sie/die Töchter Jerusalems— die Hoffrauen — beschwört, sie doch ' zu keiner andern Liebe bewegen zu wollen. 2, -- 7.. 3, 5. 5, 8. 8,. 4. . - ' Ich beschwör' euch, £>*■' Ihr Töchter Jerusalems, ... .. .Mei.den Gazellen .... j Und den Hinden des Feldes*): - .Nicht zü erregen, -? 4-..; Noch zu bewegen ,Die Liebe, > :j-. £•,?* | Bis ihr es gefällt! . / Der Herr Verfasser, welcher mit Recht tadelt, daß man j feit Herder, zu sehr gewohnt, nur' auf den G eist der h'ef brätschen Poesie Äch't zu haben, fast ganz übersehen, haß dieser Geist auch in einem eigenthümlichen, ihm.ganz ent- \ sprechenden Körper, in einer bestimmten, -geregelten Kunst-, i f o r m zur Erscheinung gekommen -sei, war mit Ernst und - Erfolg bemüht, die poetische Grundform des Hohenliedes? möglichst herzüstellen. Auch ist es ihmssrefflich gelungen, /gegenüber von den.Auslegern,/ welche darin nur eine, Blumenlese verschiedenen Dichtern und. Zeiten .angehörender erotischen Lieder erblicken, den innern Zusammenhang so wie die formelle Einheit desselben nachzuweisen und den - unsichtbaren Faden, der .sich durch daß Ganze .hindurch schlingt, zu finden und zu zeigen. Dagegen» dünkt es uns. - allerdings ein gewagtes Unternehmen, da, wo dieser Faden abgerissen zu sein scheint, ihn mit eigenem Gespinnste von - ungleicher Feine anknüpfen zu wollen, wie dies der Verfasser in' seiner Tertausgäbe an einigen Stellen mittelst Hinzudichtung .einiger hebräischer Halbstrophen t'hut. Ueber- Haupt geht der Verfasser, nach -unserem.-Dafürhalten mit dem maforetischen Texte zu wenig respectirlich um **). Doch wir überlassen es den Kritikern von Fache, hierüber mit' ihm zu rechten, wir haben um so' weniger Lust:. - dazu, . als. wir uns. nach seinem Wunsche durch, seine Bearbeitung des ^Hohenliedes/an diesem unschätzbaren Gedichte! in der That auffs -Neue erfreut und erquickt haben. Wir [ fühlen' uns daher gedrungen, diese Bearbeitung nicht nur Philologen, .Eregeten und Bibelfreunden, sondern dem ge- *) Hinden!? **) Dies ist freilich ein Uebelstand, den Herr Professor Meyer in seinen sonst so. geistreichen Schriften sich allzusehr zu Schulden kommen läßt. Wir lassen gelten, wenn / die Kritik irgendwo dme lrieünÄ zu erkennen glaubt — aber selbst äüsfüllen — wie gefiele uns ein Homer mit neuen griechischen Versen?! .

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