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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1854-05-15 · Heft 20 (15.5.1854) · p. Seite 242

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
18 (1854)
Issue
Heft 20 (15.5.1854)
Date
1854-05-15
Page
Seite 242 (sequence 2)
Language
German
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litten hat. Man hat bemerkt, daß ihnen die gymnastischen Hebungen, mit welchen ihre wissenschaftli^chen^und Sprachstudien abwechseln, besonders Wohls zu^ bekommen scheinen ^uM ihnen größere Ausdauerfür'diese letzteren verleihen. Die Disciplin, zu welcher sie angehalten werden, hat ihnen eine gute .Haltung beigebracht, und ihr sittliches - Benehmen wird setzt sehr belobt. Für intellectuelle Ausbildung'' zeigen sie eine vorzügliche Fähigkeit; es ist ihnen daher leicht geworden, die deutsche Sprache zu lernen, in welcher nun der Unterricht in den verschiedenen wissenschaftlichen Gegenständen ihnen ertheilt wird. Diejenigen Zöglinge, welche der Medicin und Pharmacie sich widme» wollen, werden auch berelts. in der lateinischen Sprache unterrichtet, während die, welch die militairische Laufbahn erwählen, dafür das Französische. erlernen. Nur einer unter ihnen, der älteste) Hafiz Affet, aus Kahira, hat beide Sprachen sich anzueignen angefangen, wie. er überhaupt am weitesten in seiner Bildung vorgeschritten ist. Der wissenschaftliche Unterricht, welchen diese ägyptischen Zöglinge empfangen, umfaßt bis jetzt, außer den erwähnten Sprächen, die Arithmetik, Mathematik, Geographie, Geschichte, Botanik) Zoologie und das Zeichnen. Ein Unterofstcier des zweiten Garde - Regiments unterrichtet sie in den militairischen Erercitien, in welchen sie auch bereits tüchtige Fortschritte zeigen. Bis zum nächsten Herbst dürste, wie man glaubt, die allgemeine Vorbildung der Zöglinge so weit gediehen sein, daß dann zu dem Special-Unterricht in denjenigen Fächern wird geschritten werden können, welche die Einzelnen zu ihrem Lebensberuft erwählt haben." In dem Augenblicke) in welchem dieses Blatt unseren geehrten Lesern vor Augen liegt,' sind wir bereits auf einer großem Reise zur Realistrung begriffen — vielleicht find wir im Stande, recht bald Erfreuliches Mitzutheilen. Mindestens find bereits von einigen: größeren Gemeinden Deutschlands Zusicherungen der Theilnahme eingelaufen. - Was unsere 'Brüder in Palästina, insönders in Jerusalem , betrifft, so ist natürlich jede Gäbe willkommen, um die gerade jetzt in Folge der Aheuerung und des Ausbleibens der Almosen aus großen Länderstrichen entstandene große Noth zü lindern; aber geholfen kann ihnen nur werden, wenn sie. aus dem Zustande des trägen Zuwartens zu einem thäLigen Leben geführt mn den. Es liegt uns ' eben ein Schreiben von d'8rt vor, in welchem gerade d i ese Seite hervorgehoben wird. Mit der größern Sicherheit im Lände^muß'Gewerbe undLandbau unter-ihnen gefördert werden) ''Dazu rufen gewichtige Stimmen auS Jerusalem selbst auf — allein es ist in diesem Augenblicke noch nicht Zeit, in das Detail' ein- SU9tf J\l ■:: 11-.3!4l Jrf ,# MX, Was könnte die Welt aus dem orienta-; ltschen Kriege lernen? Es giebt Parteien, welche von gewissen/ äußersten Grundsätzen sich leiten lassen, mit denen sie sich, ihr Wesen,-ihren Bestand/ ihren Portheil identistcirt haben — und mitten innen schwankt eine große, grundsatzlose Masse-, die sich bald dahin, bald dorthin treiben läßt, wie der Augenblick, und seine Strömung es. mit sich bringen. Es wäre sehr eitel, zu glauben, daß man diese Masse bekehren, überzeugen und für die Folge. an diese Ueberzeügung binden könne — aber dennoch ist es notwendig, ihr immerfort die Wahrheit, die großen Ergebnisse des Geschehenen vorzuhalten. Warum? Weil in der großen Entwickelung diese Wahrheit zuletzt dennoch inmitten aller Schwankungen^ feste Wurzel faßt und ihre Herrschaft sich begründet. Wir.sahen 1847. auch in Deutschland die Gleichheit. des Rechts ohne Berücksichtigung des Glaubensbekenntnisses zum Siege kommen und von den Massen getragen werden — wir sagen nicht „Duldung, Humanität" u. dgl., denn um diese handelt es sich nicht; und wir sagen t§47,'?öenn wir erinnern z. B. an die deSfallsigen Petitionen aus dem Schooße der Bevölkerungen^ wM später^geschah, avar vielmehr äußerlich. Wir sahen 1849 und die folgenden Jahre den völligen Umschlag, uud es kann nicht zweifelhaft sein, daß da., ^irr sehr,betrmhtlicher, Theihdes^ Volkes.mit der Schmäldrüng ' des Rechts der Juden einverstanden ,, ein anderer Theil dabei sehr gleichgültig war. Cs wurde der Grundsatz,' daß wer nicht Christ ist, eigentlich rechtsloS ist, und alles Recht, was ihm wird, nur pure Gnade, dem Juden gegenüber geltend gemacht — nichs blos mit Worten, sondern auch sehr facti sch, denn im Ärunde huldigt 'jede Rechts schm äler u n g und sei es blos' die, kein Nachtwächter werden zu dürfen,' dem, Grundsatz'der Rechtslosigkeit, und der Beweis' hierfür liegt darin, daß jeder Gesetzgebet etwas mehr' oder etwas weniger weit geht, und die Willkür solcher Gesetzgebung wird dann durch die Willkür der Interpretation möglichst gemehrt. Gut. Wir lasen ivenig Zeilen, die von Nicht'- jüöen geschrieben waren und gegen jenen Grundsatz protestirten. Aber siehe! jetzt rückte hie große orientafische

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